Noch keine neuen Ratskandidaten

Schwafördens Bürgermeister Wilfried Schlichte plant Rückzug aus der Politik

Seinen Rückzug aus der Politik kündigt Wilfried Schlichte, Bürgermeister der Gemeinde Schwaförden und Mitglied des Samtgemeinderates, an.
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Seinen Rückzug aus der Politik kündigt Wilfried Schlichte, Bürgermeister der Gemeinde Schwaförden und Mitglied des Samtgemeinderates, an.

Schwaförden – „Hahaha, weißte, wie alt der amerikanische Präsident ist?“ So lautete ein Kommentar zur Ankündigung von Wilfried Schlichte. Der ist, noch, amtierender Bürgermeister der Gemeinde Schwaförden, als solcher Mitglied im Gemeinderat und verkündete bei dessen jüngster Sitzung, er werde zu den Kommunalwahlen nicht erneut antreten, auch nicht erneut für den Schwafördener Samtgemeinderat kandidieren, immerhin stehe er beim Wahltermin im September kurz vor seinem 75. Geburtstag.

Joe Biden, der Präsident der USA, zählt 78 Lenze. Und der Kommentar aus dem Plenum sollte deutlich machen, dass man Schlichte noch eine weitere Wahlperiode zutrauen würde. Doch der will einen Schlussstrich ziehen, zumindest einen für offizielle Posten.

Was ihn nicht hindern wird, Telefonate mit diesem oder jenem Weggefährten zu führen. Sowieso: Die Telefonkontaktliste des Schwafördeners dürfte ob der weitverzweigten Ansprechpartner Gold wert sein. 35 Jahre hat der Landwirt mitgewirkt. Zunächst auf Gemeindeebene. Warum? „Das hat sich so ergeben.“ Das ist eine Antwort, wie sie versierte und langjährige Politiker immer wieder geben. Und so hat sich in den zurückliegenden Jahren etliches an Posten, niedersachsenweit, ergeben. Und damit an Kontakten.

Ein spontanes Kurzgespräch, über „Politik und so“.

So sehr Wilfried Schlichte auch Lust auf diese Arbeit hatte, umso ratloser lässt ihn die aktuelle Situation innehalten: „Da eiern Peter Braunert und ich schon ein ganzes Jahr rum und haben bis jetzt noch keine Nachfolger gefunden. Es ist eine Katastrophe.“ Was vermutet er als Gründe, warum sich niemand für die Kommunalwahlen im September aufstellen lassen möchte? „Da kommt man nicht so richtig hinter. Ob die Familien anders funktionieren? Ich höre immer: ,Damit will ich nichts zu tun haben‘. Manche haben ja auch kleine Kinder. Aber die vier Sitzungen im Jahr... Ihr könnt Euch so doch um Schwaförden kümmern. Ob wir die Wahllisten überhaupt voll bekommen, weiß ich nicht.“

Konsenssuche erfolgt vor den Ratssitzungen

Tatsächlich betreibe der Rat in Schwaförden keine Parteipolitik. Sondern? „Wir telefonieren.“ Soll heißen: Bürgermeister Wilfried Schlichte ruft an und dann wird ein Thema abgesprochen, wie man das machen sollte und wie das laufen könnte, dass alle zustimmen können.

Was nach echt schlimmer Absprache klingt, kann man auch Konsenssuche nennen, denn: Es geht nicht darum, sich die eigenen Taschen zu füllen, sondern die für die Kommune passende Entscheidung zu treffen.

So kommt es, dass die öffentlichen Ratssitzungen in Schwaförden kaum 30 Minuten dauern. Ausdiskutiert wurde vorab, Änderungen eingebracht vorab, Hindernisse aus dem Weg geräumt vorab. Kurz: „Wo wir hinwollen, haben wir telefonisch besprochen, vorab“, erklärt Schlichte. Das gehe in einer so kleinen Ortschaft wie Schwaförden. Er ist sich bewusst, dass ähnliche Zusammenarbeit in größeren Kommunen nicht denkbar ist, „aber in unserem kleinen Dorf.“

Gab es denn dann überhaupt besonders schlimme Erlebnisse? „Hm, nee. Wir sind höchstens mal angeeckt mit der Verwaltung.“

Und was schätzt er an der Ratsarbeit in Schwaförden? „Hier gibt es überhaupt nix zu beanstanden. Wir haben hier keine Kampfabstimmungen, immer einstimmig. Höchstens mal einer, der sich enthält, nur um zu ärgern.“

Was ist wichtig für Schwaförden? „Wir müssen schnellstens mit dem Wohngebiet fertig werden. Die Anfragen reißen nicht ab aus Sulingen, weil wir hier günstigere Baugrundstücke haben.“

Und was macht Wilfried Schlichte mit der neuen Freizeit? Vor zehn Jahren hat er Sohn Ralph den landwirtschaftlichen Betrieb übergeben, die beiden Töchter ausgezahlt. „Mir gehört nicht mal das Haus, in dem ich wohne“, stellt er lachend fest. „Aber ich darf hier umsonst wohnen.“ Rasen mähen und alle Schweißarbeiten, die im landwirtschaftlichen Betrieb anfallen, stünden auf dem Plan. „Ich bin ja hier sozusagen der Schmied.“

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