Jubiläums-Festakt für die Natur

Den Schutz und das Wirtschaften zeigen

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Viele ehemalige Mitarbeiter fanden sich zum Jubiläum des Waldpädagogikzentrums Hahnhorst ein; vorne links der heutige Leiter Markus Hoffmann, rechts neben ihm der erste Leiter d- Foto: Behlinger Einrichtung, Hans-Peter Kretzschmar.

Schwaförden - Mit Hans-Peter Kretzschmar zählte ein „Mann der ersten Stunde“ zu den Gästen des Jubiläums-Festaktes im Waldpädagogikzentrum Hahnhorst in Schwaförden: Er war vor 50 Jahren der erste Leiter des neuen Jugendwaldheims. Es bestand im Wesentlichen aus der alten Waschkaue des Barbara-Erzbergbaubetriebs: „Hier war nichts, kein Strom, kein Wasser“, erinnert sich Kretzschmar.

Auf dem Weg zum Revierförster war es Teil des Staatsexamens, ein halbes Jahr praktisch zu arbeiten – „und man hat mich hier reingesetzt“, stellt er schmunzelnd fest. „Es wurde erstmal provisorisch eine Küche eingerichtet. Der Koch war ich selbst...“ Er wisse nur, dass die erste Klasse zum Jugendwaldeinsatz aus Syke kam. Es war die 8 b der Syker Volksschule, wie ein Zeitungsausschnitt vom Juni 1966 belegt.

Neben den aktuellen fanden sich viele ehemalige Mitarbeiter des WPZ am Samstagmorgen zum Festakt ein, auch Vertreter der Kooperationspartner, darunter Kindergärten und Schulen, sowie von Politik und Verwaltung folgten der Einladung. WPZ-Leiter Markus Hoffmann, zuständig für den Mehrtagesbetrieb (früher Jugendwaldheim genannt), stellte Michael Knipping vor, der zum 1. Juli Jessica Damast in der Leitung des Tagesbetriebes (Projekttage, Walderlebnistage, Seminar) ablösen wird.

„Unserer Mannschaft vom Waldpädagogikzentrum erstmal herzlichen Dank“, lobte Henning Schmidtke, seit rund zwei Wochen Leiter des Forstamtes Nienburg, die Vorbereitung des „Tages der offenen Tür“, der sich dem Festakt anschloss (wir berichteten). Schmidtke war zuvor im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hannover tätig – mit dem Jugendwaldheim Hahnhorst habe er sich 2003 beschäftigt, als dessen Fortbestand in der Diskussion stand. Und 2010, als erhebliche Mittel in die Sanierung und den Neubau des Seminargebäudes flossen, die Verwandlung zum Waldpädagogikzentrum. „Es ist wichtig, dass es Orte in Niedersachsen gibt, wo junge Menschen den Wald erfahren können. Und es ist wichtig, dass es Orte in Niedersachsen gibt, wo kein Handy Empfang hat...“

In elf Waldpädagogikzentren, mehr als in jedem anderen Bundesland, investiere Niedersachsen rund vier Millionen Euro im Jahr, stellte Stefan Fenner, Unternehmenssprecher der Niedersächsischen Landesforsten, fest. „Gut angelegtes Geld: Wir erreichen 80.000 Kinder und Jugendliche im Jahr im Tages-, 8 000 im Mehrtagesbetrieb.“ Wichtig sei aber, die nächste Generation von Lehrkräften und Erziehern auf die Angebote aufmerksam zu machen.

Einem unrealistischen, idealisierten Bild von der Forst- und Landwirtschaft, das viele Menschen heute hätten, gelte es entgegen zu wirken, befand Landrat Cord Bockhop: „Vor Ort erklären, das wir ein Gleichgewicht von Erhalten und Wirtschaften haben – das kann nur das WPZ, das kann nur der Bauernhof.“ Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker erklärte, er und Gemeindebürgermeister Wilfried Schlichte seien froh und stolz darauf, dass Schwaförden Standort eines Waldpädagogikzentrums ist. Für den Erhalt und dann den Ausbau der Einrichtung hätten sich viele Menschen eingesetzt: „Einen kleinen Teil des Erfolges können wir auch für uns in Anspruch nehmen.“

Enger Partner des WPZ Hahnhorst ist die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, über deren Geschäftsstelle beispielsweise die Buchung der Mehrtageseinsätze erfolgt. Sie sei 1948 mit dem Ziel der Wiederaufforstung gegründet worden, erinnerte Vorsitzender Dieter Pasternack, „die Jugend sollte dabei helfen. Aus diesen Aktionen entstanden die Jugendwaldheime.“ Heute trete die Schutzgemeinschaft dafür ein, „dass der Wald ökologische betrachtet wird – aber auch für die schonende Waldnutzung.“

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