Natura 2000: Zwei weitere Gebiete gesichert

Schutz für den Sonnentau

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Extrem selten und extrem wertvoll im Landkreis Diepholz: Die Landschaft in der Steller Heide in Stuhr.

Landkreis Diepholz- Sie tragen so klangvolle Namen wie Calla palustris (Drachenwurz) oder Drosea rotundifolia (Rundblättriger Sonnentau) – und sie sind extrem selten. Doch im Schutzgebiet „Pastorendiek und Amphibiengewässer nördlich Schwaförden“ sind sie noch zu finden. Ebenso wie der Sandtrockenrasen im Schutzgebiet „Steller Heide“ in Stuhr. Auch wenn sie räumlich weit auseinander liegen, haben diese Gebiete eines gemeinsam: den Status FFH (Flora, Fauna, Habitat) und die EU-konforme Sicherung als Natura 2000-Gebiete.

Der Kreistag hatte die Verordnungen für beide Gebiete beschlossen. Mit der Bekanntgabe im Amtsblatt sind sie nun nach den Vorgaben der EU gesichert. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landkreis-Fachdienstes Kreisentwicklung hervor. Damit haben neun von insgesamt 19 Natura 2000-Gebieten diesen Status. Weitere folgen.

Mammut-Projekt

Es ist ein Mammut-Projekt, das in der Kreisverwaltung zur Einstellung von drei neuen Mitarbeitern geführt hat. Für nicht wenige Bürger ist das aufwändige Verfahren irritierend, weil etliche dieser Gebiete bereits unter Natur- oder Landschaftsschutz stehen. Zwei Zahlen beweisen das: Insgesamt 12.568 Hektar Fläche sollen nach diesem EU-konformen Verfahren gesichert werden – und damit die europaweite Bedeutung dieser einzigartigen Gebiete für den Naturschutz. Völlig ohne Schutzstatus sind davon aber nur 715 Hektar. Die meisten sind also bereits durch Natur- oder Landschaftsschutz vor nachteiligen Eingriffen von Menschen geschützt.

Um seltenen Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum zu erhalten, arbeiten Fachkräfte über Landkreis-Grenzen hinweg. Beispiel: Das Naturschutzgebiet „Steinbrinker-Ströhener Masch“. Per Beschluss erteilte der Diepholzer Kreistag sein Einvernehmen, sodass der federführende Landkreis Nienburg (in seinem Bereich liegt der größte Teil des Schutzgebietes) die entscheidenden Weichen stellen konnte. Jetzt ist die Naturschutzgebiet-Verordnung in Kraft. „Die Steinbrinker-Ströhener Masch mit ihren weitläufigen, zusammenhängenden Feuchtgrünländern hat eine besondere Bedeutung für seltene und gefährdete Vogelarten wie den Großen Brachvogel, die Bekassine und den Rotschenkel, die in den extensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden brüten und ihre Jungen aufziehen“, ist auf der Internet-Seite „Natura 2000“ nachzulesen.

Zweites grenzübergreifendes Projekt: Das Natura 2000-Schutzgebiet Uchter Moor, zurzeit im Verfahren. Bürger können die Unterlagen bei der Gemeinde Wagenfeld sowie den Landkreisen Diepholz und Nienburg bis zum 10. August einsehen. Parallel arbeitet der Landkreis Diepholz an weiteren Verfahren. Das Mammut-Projekt muss bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Zwingend. 

Gesicherte Gebiete 

Neun wertvolle Naturgebiete sind im Landkreis Diepholz mittlerweile EU-konform gesichert:

  • EU-Vogelschutzgebiet V40 Diepholzer Moorniederung – Steinbrinker Ströhener Masch (Im Rahmen der Sommerreise haben unsere Redakteure sich im Neustädter Moor umgeschaut, welches Teil der Moorniederung ist.)
  • Landschaftsschutzgebiet Steller Heide 
  • Landschaftsschutzgebiet Wälder und Schlatts am alten Forstamt Erdmannshausen 
  • Naturschutzgebiet Pastorendiek 
  • Naturschutzgebiet Oppenweher Moor 
  • Landschaftsschutzgebiet Schlatts in der Leerßer Moorheide 
  • Landschaftsschutzgebiet Hache, Ochtum, Klosterbach/Varreler Bäke 
  • Naturschutzgebiet Kammmolch-Biotop bei Bassum 
  • Naturschutzgebiet Okeler Sandgrube

- sdl

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