Rat vergibt Auftrag für „Up’n Damm“

Sanierungsarbeiten in Scholen

Die Straße „Up’n Damm“ im Scholener Ortsteil Blockwinkel war ein Thema im Gemeinderat.
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Die Straße „Up’n Damm“ im Scholener Ortsteil Blockwinkel war ein Thema im Gemeinderat.

Scholen – Früher wurde vieles mit Handschlag geregelt. Früher... nun ja. Auch der Rat der Gemeinde Scholen guckt hin und wieder mal zurück, aber in den Entscheidungen durchaus nach vorne. Und so sind etliche der Herren (der neunköpfige Rat Scholen ist eine reine Herrenrunde) am Dienstagabend irritiert, andere rundheraus verärgert, dass im Jahr 2021 ein Angebot für eine Baumaßnahme handschriftlich, mit Kuli auf Karopapier, samt Fotos aus dem Auto heraus (und daher mit viel Motorhaube) abgegeben wurde.

Hatte Gemeindedirektor Helmut Denker das eingangs der Diskussion noch lächelnd mit „unkonventionell und praktisch“ kommentiert, gab es etliche Mängel bezüglich des Angebotes, die im Rat vorgebracht wurden. Es gipfelte in der Aussage von Ratsherr Henrick Landwehr: „Die haben sich für den Auftrag disqualifiziert.“ Was tun? Eine andere Firma fragen? Den Auftrag ausschreiben? Helmut Denker antwortete schmallippig, man müsste erst mal eine andere Firma finden.

Vom Angebot auf Karopapier

Die Diskussion über die Straße „Up’n Damm“ war aber noch nicht beendet. Das eigentliche Thema waren die Beschädigungen auf dem etwa 250 Meter langen Abschnitt des Weges, der insgesamt nicht viel länger ist. Die Löcher in der Straße befänden sich nicht im Kurvenbereich, sondern auf gerader Strecke, was die Herren erstaunte. Und die Reparaturen besagter Beschädigungen waren eben Grund für die Anfrage an das Bauunternehmen. Das hatte Kosten von insgesamt 12. 129,67 Euro berechnet für Arbeiten auf einem 250 Meter langen und vier Meter breiten Abschnitt. Bei einer Gegenstimme, von Henrick Landwehr, beschloss der Rat, den Auftrag zu vergeben, an die Firma, trotz handschriftlicher Notizen auf Karopapier.

Und immer noch nicht ist die Diskussion um diese Straße beendet. Für Bürgermeister Karl-Heinz Schwenn ist sie „so ein bisschen mein Lieblingsweg“. Von Anfang an habe es Unstimmigkeiten um diesen Weg gegeben, als die Flurbereinigung Scholen begann vor Jahrzehnten. Und es habe sich bis heute hingezogen, dass „immer etwas war“. Der Weg, gedacht für die Schulkinder, damit sie dem Schwerlastverkehr auf der Dorfstraße entgehen können auf dem Weg zur Bushaltestelle an der Bundesstraße 61, sollte für den Durchgangsverkehr eigentlich tabu sein. Die beiden Anliegerfamilien ja, Radfahrer ja – alle anderen Motorisierten: nein. Eine entsprechende Beschilderung gibt es. Schwenn kommentierte deren ständige Nicht-Beachtung ironisch mit „was man in der ersten Fahrstunde lernt, vergisst man wohl sofort.“ Der Weg scheint in sämtlicher Navigationssoftware registriert als „Abkürzung“ aus und in den Ort. „Und das Tempo, in dem die Zustellerfahrzeuge hier durchrasen, ist entsetzlich“, monierte eine Anliegerin nach der Sitzung. „Wenn wir das damals geahnt hätten, der Weg wäre immer noch Privatweg.“

Zur Frage, wie der Weg aus der Navigationssoftware zu eliminieren sein, wurde am Dienstag in Scholen keine Lösung gefunden.

Den Fuß- und Radweg in Blockwinkel will man sanieren, einige Bäume fällen.

Die Argumente bezüglich eines Angebotes auf Karopapier mit Fotos von einer Motorhaube und einem möglichen Einsatzgebiet waren noch präsent beim zweiten Bauthema: Fällung der Bäume an der Straße „Am Pastorendiek“ im Ortsteil Blockwinkel sowie eine Sanierung des dortigen Geh- und Radweges, geplant für Herbst 2021.

Ratsherr Helmut Riedemann bemängelte die Anzahl der aufgelisteten Bäume, es seien 13, nicht 18. Doch auch knapp 400 Euro weniger bedeuten in der Summe einen Betrag von deutlich über 50. 000 Euro, „der eine öffentliche Ausschreibung erforderlich macht“, erklärte Helmut Denker.

Oder man könne die Arbeiten auch aufteilen: In Radwegsanierung und Baumarbeiten. Nein, es soll ein Komplettangebot für beide Arbeiten ausgeschrieben werden – der Beschluss dazu fiel einstimmig. Bürgermeister Karl-Heinz Schwenn freute sich am Ende der jüngsten Sitzung: „Endlich mal wieder Zuschauer und endlich war mal wieder was los.“

Von Sylvia Wendt

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