Samtgemeinde will Schüler nach Alter auf Scholen und Sudwalde verteilen

Grundschulen verschmelzen

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Unterricht im Container gibt es aufgrund des Raummangels derzeit an der Drei-Freunde-Grundschule in Scholen.

Schwaförden - „Die Botschaft ist: Beide Schulstandorte bleiben erhalten.“ Beifall erntete Helmut Denker von den über hundert Teilnehmern, die am Montagabend der Einladung des Samtgemeindebürgermeisters zum Elternabend im Schwafördener Dorfgemeinschaftshaus folgten, dennoch nicht: Der Plan ist, die Scholener und die Sudwalder zu einer Grundschule zusammenzufassen, die jüngeren Kinder in Sudwalde, die älteren in Scholen zu unterrichten – eine Herausforderung, nicht nur in Sachen Schülerbeförderung.

„Wir wissen, dass das ein heikles Thema ist“, stellte Denker fest. Wohl einer der Gründe dafür, das Konzept für die künftige Grundschulstruktur in der Samtgemeinde, in Zusammenarbeit mit den Schulleiterinnen Irmtraud Pallasch (Scholen) und Elke Meyer (Sudwalde), praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu entwickeln (wir berichteten). „Wir haben seit einigen Jahren die Situation, dass die Drei-Freunde-Grundschule in Scholen, ich sage es mal vorsichtig, ‚zu viele‘, die Grundschule Sudwalde zu wenige Kinder besuchen“, erinnerte Denker. Für einen Anbau in Scholen würden der Samtgemeinde schlicht die Mittel fehlen. Der erste Gedanke im politischen Raum, die Schuleinzugsbereiche zu ändern, habe sich als unpraktikabel erwiesen: Zu den Kindern aus Sudwalde und Affinghausen, die in Sudwalde beschult werden, hätten entweder die aus Neuenkirchen oder die aus Schwaförden hinzukommen müssen. „Das sind aber genau die Gemeinden, aus denen die meisten Schulkinder kommen. Wir haben dann schnell festgestellt: Wenn wir die Kleinen in Sudwalde und die Großen in Scholen beschulen, kommen wir wieder auf vernünftige Schülerzahlen.“

Die Schulen sollen bereits mit Schuljahresbeginn 2016/2017 verschmelzen: Die neuen ersten Klassen werden komplett in Sudwalde eingeschult, die jetzigen Drittklässler in Sudwalde bleiben für ihr letztes Grundschuljahr dort. Die Kinder im zweiten und dritten Schuljahr werden alle in Scholen unterrichtet. Ab dem Schuljahr 2017/2018 drücken dann alle Erst- und Zweitklässler aus der Samtgemeinde in Sudwalde, alle Dritt- und Viertklässler in Scholen die Schulbank. „Das ist der Plan. Und das hat zur Folge, dass alle mit Bus fahren müssen“, stellte Helmut Denker fest. Man befinde sich mit dem Landkreis, der für die Schülerbeförderung zuständig ist, im Gespräch, „ich gehe davon aus, dass wir bis Anfang/Mitte März eine vernünftige Lösung gefunden haben.“ Er bitte um Verständnis: „Wir können nicht in Scholen weitere Räume bauen und gleichzeitig in Sudwalde Leerstand verwalten.“

Die Eltern äußerten sich skeptisch bis ablehnend, hatten viele Fragen. Etwa zu den Busfahrzeiten – man werde versuchen, dass diese „deutlich unter einer Stunde“ bleiben, so Denker, laut Irmtraud Pallasch gebe es eine Vorgabe von maximal einer halben Stunde. Bei der Neuformierung von Klassen werde man Freundschaften von Schülern berücksichtigen, auch versuchen, so weit möglich, dass Kinder ihre bisherigen Klassenlehrer behalten. Der Forderung, auch ein Hortangebot in Sudwalde einzurichten, erteilte Helmut Denker eine klare Absage – zu teuer. Irmtraud Pallasch verwies hier auf den „Pädagogischen Mittagstisch“ in Sudwalde. Die Einführung der Ganztagsschule habe man zurückgestellt, „das Thema ist aber nicht aus dem Sinn“, so Denker.

Alle Fragen kämen ihm bekannt vor, stellte Hans-Jürgen Schumacher, Leiter der Oberschule Schwaförden mit Außenstelle Ehrenburg, fest. Als es 2004 um die Auflösung der Grundschule Ehrenburg und Schwaförden ging, für die man den Realschulzweig in der Samtgemeinde bekommen habe, hätten die Eltern ebenfalls große Sorgen gehabt. „Man kann nicht auf alle Fragen Antworten geben. Ich hätte mir gewünscht, eine große Schule in Scholen zu bauen, aber es geht nicht – die Samtgemeinde hat nicht nur die Aufgabe der Beschulung.“ Schumacher in Richtung von Helmut Denker, Irmtraud Pallasch und Elke Meyer: „Ihr habt mein Vertrauen.“ Für dieses Statement gab es Applaus. „Die Ängste der Eltern sind begründet“, unterstrich ein Teilnehmer, „es sind ja Veränderungen, die die Kinder tragen müssen.“

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