Samtgemeinde Schwaförden kann Asylbewerber nicht unterbringen

Wohnraum dringend gesucht

Mediengruppe Kreiszeitung
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Sulinger Land - „Auf einen Anstieg der Asylbewerberzahlen in dieser Größenordnung ist die Samtgemeinde Schwaförden nicht vorbereitet“, stellt deren Bürgermeister Helmut Denker fest. Ebenso wie die Stadt Sulingen (wir berichteten) und die Samtgemeinden Siedenburg und Kirchdorf ist die Kommune verpflichtet, weitere Asylbewerber und Flüchtlinge aufzunehmen. Das Problem: „Die Möglichkeiten, Wohnungen im Eigentum der Samtgemeinde und ihrer Mitgliedsgemeinden zu belegen, sind erschöpft. Wir sind gezwungen, Wohnungen oder Häuser zur Anmietung zu suchen.“

Derzeit sind in der Samtgemeinde 27 Asylbewerber untergebracht. Um weitere aufnehmen zu können, waren Wohnungen in einem Gebäude in Schmalförden vorgesehen, das der Gemeinde Ehrenburg gehört – doch die werden derzeit renoviert, die sanitären Anlagen und die Elektrik sind deinstalliert. Und es eilt: „Noch mindestens 17 Personen müssen bis zum 30. Juni kommenden Jahres aufgenommen und menschenwürdig untergebracht werden. Bei der derzeitigen Entwicklung ist eher noch mit einer größeren Zahl zu rechnen“, weiß Denker. „Die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, zentrale Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber, teilte am Donnerstag mit, dass die Gemeinden ab sofort mit wöchentlichen Zuweisungen zu rechnen haben.“

Die Samtgemeinde Schwaförden könne damit gezwungen sein, Asylbewerber in öffentlichen Gebäuden einzuquartieren, die eigentlich einem anderen Zweck dienen – etwa Feuerwehrgerätehäuser oder Dorfgemeinschaftshäuser. „Vielleicht wird es auch notwendig, Wohncontainer aufzustellen. Dafür müssten allerdings erst ein Standort hergerichtet und ein entsprechendes Bauantragsverfahren abgewickelt werden.“ Denker bittet daher alle Eigentümer von freiem Wohnraum in der Samtgemeinde, über eine Vermietung an die Kommune zur Unterbringung von Asylbewerbern nachzudenken und sich gegebenenfalls kurzfristig bei Jörg Kohröde (Tel. 04277/930311) im Ordnungsamt zu melden.

Rainer Ahrens, Bürgermeister der Samtgemeinde Siedenburg, spricht von zwölf neuen Mitbürgern, die der Samtgemeinde zugewiesen worden seien. „Die ersten zwei kommen schon in der nächsten Woche. Wir versuchen zurzeit Kapazitäten zu schaffen, haben das aber noch nicht ganz auf der Reihe.“ Ahrens zur Nutzung öffentlicher Einrichtungen, wenn auch nur für den Übergang: „Das wäre für mich die letzte Lösung.“ Mit dem Zuzug der bis dato zwölf Bewerber sei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht: „Allein bei der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig treffen zurzeit täglich 60 bis 80 Antragsteller ein, an einigen Tagen sogar über 100. Die Kapazitäten in Braunschweig sind längst überlastet.”

Laut Kirchdorfs Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher trafen in der Samtgemeinde bereits in dieser Woche die ersten sechs Zuzüge. „Es werden aber noch mehr.“ Kammacher sieht weniger in der Zahl der aufzunehmenden Gäste Probleme, viel mehr in der Zusammenstellung der Gruppen und zum Teil in der Kurzfristigkeit der Zuweisungen: „Wir sprechen nicht nur über Familien und eine Herkunfts-Nationalität, sondern vermehrt über Einzelpersonen und unterschiedliche Konfessionen. Das macht das alles nicht einfacher.“ Für Dienstag sei die nächste Konferenz der Hauptverwaltungsbeamten des Landkreises angesetzt. „Da gehört das Thema auf jeden Fall auf den Tisch.“ Für ihn persönlich seien in der Samtgemeinde durchaus auch zentrale Unterkunftsplätze denkbar: „Wir wollen aber erst sehen, wie andere Kommunen damit umgehen.“

oti/ab

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