Samtgemeinde Schwaförden: Firmen planen offenbar Anlagen in Wesenstedt

Noch mehr Windräder?

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Im Bereich des Ehrenburger Ortsteils Wesenstedt planen dem Vernehmen nach auswärtige Firmen, drei weitere Windkraftanlagen zu bauen, wie Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker mitteilte.

Affinghausen - Das Reizthema Windenergie in der Samtgemeinde Schwaförden schien ad acta gelegt zu sein – offenbar ein Irrtum, wie Bürgermeister Helmut Denker in der Sitzung des Samtgemeinderates am Mittwochabend im Affinghäuser Gasthaus Bensemann mitteilte: „Dem Vernehmen nach tummeln sich in Wesenstedt Vertreter zweier Firmen, die dort drei Windkraftanlagen bauen wollen.“

Wie man höre, hätten die Mitarbeiter eines Unternehmens aus Lübeck und eines weiteren aus Hamburg sich mit Flächeneigentümern in Verbindung gesetzt – und auch Unterschriften unter Verträge bekommen. „Wir haben den Flächennutzungsplan mit den Vorrangstandorten für Windenergieanlagen vor Jahren zum Abschluss gebracht. Und daran werde ich ohne Not nicht rühren“, stellte der Samtgemeindebürgermeister nachdrücklich fest. „Wenn man sieht, dass wir heute 85 Windkraftanlagen in der Samtgemeinde stehen haben, dazu mehrere Biogasanlagen, haben wir die Energiewende vollzogen und unser Soll wirklich mehr als erfüllt.“ Allein innerhalb der Gemeinde Ehrenburg wird fast zwölfmal mehr Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen als verbraucht. Laut Denker ist im Ehrenburger Ortsteil Wesenstedt jetzt vom Bau privilegierter Anlagen die Rede. „Dazu müsste ein Landwirt 66 Prozent des erzeugten Stroms selbst nutzen. Wer die landwirtschaftlichen Betriebe in Wesenstedt vor Augen hat, weiß, dass dazu keiner in der Lage ist. Offenkundig lassen sich einige mit Leuten ein, die das Dollarzeichen vor Augen haben.“

Erinnerungen werden wach an die Zeit, als der geplante Bau von Windkraftanlagen viele Bürger in der Samtgemeinde auf die Barrikaden brachte. Und als eine Klage von Investoren mit dem Argument, der Flächennutzungsplan diene nicht der Steuerung, sondern der Verhinderung von Windenergienutzung, in der Konsequenz dazu führte, dass der Landkreis Diepholz einer Vielzahl von Bauanträgen für Anlagen statt gab. Die Rechtslage heute biete der Samtgemeinde nach Auskunft von Helmut Denker Möglichkeiten, Ähnliches zu verhindern. „Und alle Fraktionen sind sich einig, ein eventuelles Verfahren notfalls bis zum Schluss durchziehen zu wollen.“

In der Sitzung informierte der Samtgemeindebürgermeister darüber, dass sich sowohl der Kreisverband Grafschaft Diepholz im Niedersächsischen Landvolk als auch die Kirchdorfer Firma „WestWind“ von den Vorgängen in Wesenstedt distanziert hätten, sie seien in keiner Weise beteiligt. Ratsherr Dr. Jochen Meyer, stellvertretender Vorsitzender des Landvolkkreisverbandes, erklärte dazu: „Auch für uns ist diese Angelegenheit extrem misslich. Es wird behauptet, wir würden mit den Firmen zusammenarbeiten.“ Seines Wissens gebe es wohl einen Nutzungsvertrag: „Ich kann nur jedem Landwirt davon abraten, solche Vereinbarungen abzuschließen. Hier ist offenbar kein seriöses Unternehmen am Werk.“

ab

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