Saisonauftakt: „Muul op“ beim musikalischen Frühschoppen in Ehrenburg

„Frauen, Geld und Regeln“

+
„Muul op“ in Ehrenburg: Kurt Herzog u(r.) und Folckert Jahncke.

Schmalförden - „Ich bin gespannt, was ihr zu sagen habt!“ Mit diesen Worten begrüßte Bernd Kramer das Duo „Muul op“ zur Saison-Auftaktveranstaltung von „KulturGut Ehrenburg und umzu“. Knapp 50 Gäste hatten sich am Sonntagmorgen zum kulturellen Frühschoppen im Gasthaus Kastens eingefunden.

Der Bandname von Kurt Herzog und Folckert Jahncke ist Programm. Ihr Bekenntnis: „Moak dat Muul op, wenne wat tau seggen häs!“ Die Musiker – der eine ehemaliger Landtagsabgeordneter, der andere Ex-Rockmusik-Profi der ersten Liga – haben sich gesucht und gefunden. „Wir treffen uns immer montags und schwadronieren über Gott und die Welt“, erklärt Kurt Herzog. „Für manche Probleme finden wir Lösungen, für andere nicht“, sagt er schmunzelnd. Drei der ewigen Baustellen des Lebens: „Frauen, Geld und Regeln.“ Das Duo, das jährlich rund 20 Konzerte gibt, arbeitet sie auf – ehrlich, handfest und unterhaltsam in Wort und Musik.

Da wäre etwa ihr „Mutmach-Lied“, ein Aufruf zum positiven Denken und darüber, dass man alles schafft, wenn man nur daran glaubt („Hüüt Nacht steppt der Bär, hüüt Nacht draiht de Wind“). Oder der Song über das Heimweh nach dem Ort, von dem man sich mitunter weg sehnt. Oder der „Rasentrecker-Blues“, ein Kampfansage an die Marketing-Strategen, die in Werbebeilagen Begehrlichkeiten nach „Laubpüstern“, Nagellacktrocknern & Co. wecken.

Ohnehin könne niemand etwas mitnehmen, spätestens „oben“ müsse man seinen Besitz abgeben, frotzelt das Duo in sieben Strophen. Weitere Themen sind der Wunsch nach Entschleunigung des Lebens, die Trauer über die ausgetrocknete Kneipenlandschaft, ein sentimentaler Blick auf die „schöne Kindheit ohne Computer“ oder der Zustand des Verliebtseins, in dem man sich unfreiwillig „ton Esel mookt“. Im kurzen politischen Teil ihres Programms lassen die Musiker ihre jahrzehntelange Erfahrung in der Anti-Atomkraft-Bewegung durchblicken. „Kom röver op uns're Siet“, appellieren sie, Stellung zu beziehen.

Für Kurt Herzog und Folckert Jahncke, Nachtschwärmer der wendländischen Szenekneipen, war der Auftritt bei einem Frühschoppen Premiere. „Schön war's bei euch“, sagte Herzog nach der letzten Zugabe. Er lobte das Kneipen-Ambiente und die Kulturarbeit vor Ort. „Macht weiter so in ‚Ehrenburg und umzu'“, sagte er. Die Formulierung „umzu“ hatte den Gästen aus Dannenberg besonders gut gefallen.

mks

Mehr zum Thema:

Lätare-Spende in Verden

Lätare-Spende in Verden

Bargfrede und Eilers arbeiten individuell

Bargfrede und Eilers arbeiten individuell

In diese 10 Berufsgruppen haben die Deutschen Vertrauen

In diese 10 Berufsgruppen haben die Deutschen Vertrauen

Frau stirbt bei schwerem Unfall in Bassen 

Frau stirbt bei schwerem Unfall in Bassen 

Meistgelesene Artikel

Frühlingsmarkt lockt Besucher

Frühlingsmarkt lockt Besucher

Problem Brandschutz: Barrier Grundschule muss auf größten Raum verzichten

Problem Brandschutz: Barrier Grundschule muss auf größten Raum verzichten

„Best Place to Learn“: Lloyd Shoes setzt in der Ausbildung auf Teamarbeit

„Best Place to Learn“: Lloyd Shoes setzt in der Ausbildung auf Teamarbeit

Platz eins für „Lloyd“

Platz eins für „Lloyd“

Kommentare