Dorferneuerung Sudwalde: Rat beschließt neue Kostenermittlung und Antrag

Projekt Tepestraße als „Finale“

Eine neue Pflasterung und eine bessere Oberflächenentwässerung soll die Tepestraße bekommen – die Ratsmitglieder beschlossen mehrheitlich, das Projekt im Rahmen der Dorferneuerung in Sudwalde weiterzuverfolgen. Foto: Behling

Sudwalde – Die Dorferneuerung in Sudwalde läuft am 31. Dezember 2020 aus – als „die letzte größere für uns vorstellbare öffentliche Maßnahme“ aus dem Ideenkatalog bezeichnete Bürgermeister Rainer Klusmann in der Sitzung des Gemeinderates am Mittwochabend im Gasthaus Stühring die Umgestaltung der Tepestraße. Eine neue Pflasterung und eine bessere Oberflächenentwässerung für die rund 195 Meter lange Verbindung zwischen Mallinghäuser Straße und Affinghäuser Straße: Vor über zehn Jahren bezifferte eine Kostenschätzung das Projekt auf 120 000 Euro, „nun sind es sage und schreibe 220 000 Euro geworden“, bezog sich Klusmann auf Zahlen, die Ende März die Planungsgemeinschaft Sudau GmbH lieferte.

„Auch als Nicht-Sudwalder würde ich sagen, dass dies eigentlich von vorneherein das wichtigste Vorhaben der ganzen Dorferneuerung war, wir sprechen sozusagen über ,Sudwalde Downtown‘, und jeder kennt den Zustand der Straße“, erklärte Gemeindedirektor Helmut Denker.

Er habe Bauchschmerzen mit dem Vorhaben, sagte Ratsherr Reinhard Müller. Die Bäckerei und den Gemischtwarenladen, für die man eine besondere Aufenthaltsqualität habe schaffen wollen, gebe es in der Form heute nicht mehr. Ferner habe er Fehler in der Kostenschätzung ausgemacht, der Schmutzwasserkanal, der in der Mitte liegt, sei darin überhaupt nicht betrachtet und die unzureichende Oberflächenentwässerung nicht gelöst worden. Helmut Denker merkte an, dass man sich vielleicht „anderweitig orientieren sollte“, was die weitere Planung angeht – konkret schlug er vor, hier auf den Wegezweckverband Syke zurückzugreifen. Reinhard Müller konstatierte eine „sehr heißlaufende Konjunktur“ im Baubereich, mit entsprechenden Preisen. Er plädierte dafür, die Straßensanierung zu verschieben, auch, „wenn der Drops Dorferneuerung dann gelutscht sein wird.“ Heinrich Wilkens zeigte sich davon überzeugt, dass die Pflasterung billiger zu haben sei, als in der Kostenschätzung veranschlagt.

Nach längerer Diskussion beschlossen die Ratsmitglieder – bei einer Gegenstimme von Reinhard Müller und einer Enthaltung von Philip Friedrichs – den Wegezweckverband Syke mit einer neuen Kostenermittlung und Planung zu beauftragen und einen Förderantrag für das Projekt im Rahmen der Dorferneuerung zu stellen.

Geringfügiges Plus im Nachtragshaushalt

Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Gemeinderates Sudwalde den Nachtragshaushalt 2019, zu dem Helmut Denker wesentliche Zahlen nannte. „Bei einem Gesamtvolumen von 841 400 Euro verbessert sich das Jahresergebnis um sage und schreibe 5 700 Euro auf nunmehr 14 800 Euro.“ Die Hauptveränderung ergebe sich bei den Gewerbesteuereinnahmen: Die schlagen nun mit 124 800 Euro zu Buche – 25 800 Euro mehr, als ursprünglich veranschlagt. „Zum Liquiditätsbestand, also dem, was ,cash‘ in der Kasse ist: Das werden zum Jahresende voraussichtlich rund 473 000 Euro sein.“

Brücke über Sudwalder Beeke ist „komplett“

Die Brücke im Zuge der Wiefhäuser Straße über die Sudwalder Beeke ist seit Anfang der Woche wieder „komplett“: Das Bauhofteam montierte die Geländer. Die „glänzen wieder hell“, konstatierte Bürgermeister Rainer Klusmann. Sein Dank galt Maik Ziegler, der die Geländer kostenlos zum Sandstrahlen und Schweißen zu einer Firma nach Harpstedt transportiert und sie – nach dem Verzinken in einem anderen Betrieb – auch wieder abgeholt hatte. Sie sind jetzt nicht mehr in der Brücke (eigentlich ein Rohrdurchlass, merkte Ratsherr Reinhard Müller an) verankert, sondern außen angebracht. Das schafft mehr Platz, auch ist das Bauwerk bei der Neubetonierung, die Anfang des Jahres abgeschlossen worden war, etwas in die Breite gewachsen – und damit kein „Nadelöhr“ mehr für landwirtschaftliche Maschinen, so Rainer Klusmann. Reifenspuren und Fußabdrücke sind im Beton verewigt, dazu habe er Kritik aus der Bevölkerung gehört. „Es ist keine Durchgangsstraße und ich glaube, die Anlieger sind damit komplett zufrieden.“

Bürgermeister dankt Ehrenamtlichen

Bürgermeister Klusmann nutzte die Sitzung, um Dank für ehrenamtliches Engagement auszudrücken – zum einen den Organisatoren und Helfern, die Bensens 950-Jahr-Feier zu einer „großen Party“ gemacht hätten. Dank galt auch Edgar Harnack, der 18 Jahre lang das Heuerlingshaus und die dort logierenden Gäste betreut hatte. Familie Wirth habe sich bereit erklärt, künftig die Schlüssel in ihrem gleichnamigen Autohaus zu verwahren und den Gästen auszuhändigen. Klusmann dankte auch Wilhelm Behrmann, der 14 Jahre als Getränkewart im Dorfgemeinschaftshaus gewirkt hatte. Für ihn sei noch kein Nachfolger gefunden.

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