Mehr als halbe Million Euro investiert

Bilanz nach 15 Jahren Sonnenkinder-Projekt: Patenschaften gestiegen

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Arthur Rohlfing, Gründer und Vorsitzender des Sonnenkinder-Projekts, hat noch viele Ideen für die Unterstützung von Menschen in Namibia.

Schwaförden - Von Anke Seidel. Namibia – wenn Arthur Rohlfing von diesem Land und seinen Menschen spricht, strahlen seine Augen. „Die ersten 22 Patenkinder habe ich heute noch im Kopf“, sagt der Gründer und Vorsitzende des Sonnenkinderprojekts (SKP).

Es waren Jungen und Mädchen, deren Bildungs- und damit Zukunftschancen akut in Gefahr waren. Rohlfing fand nicht nur Paten für sie, sondern gründete eine Organisation der systematischen Hilfe – und steht seit 15 Jahren an ihrer Spitze.

Mit seinen engagierten Helfern hat er in diesen eineinhalb Jahrzehnten Paten für sage und schreibe 838 Jungen und Mädchen gewonnen – Kinder, die viel zu oft keine Eltern mehr haben. „Aids ist ein großes Problem in Namibia“, weiß Rohlfing. 

Und formuliert das erklärte Ziel des Sonnenkinderprojekts so: „Kindern, die ohne Eltern aufwachsen, mit Zuneigung eine Zukunft geben.“ Die Paten übernehmen das Schulgeld und geben Jungen wie Mädchen so Sicherheit. Viele stehen in direktem Kontakt mit ihren Patenkindern – andere bewusst nicht.

Fokus liegt auf Kinder in Namibia

„Wir wollen einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten“, sagt der Vorsitzende. Genauso gehe es darum, „Kinder aus allen Kulturgruppen in Namibia in einem harmonischen Zusammenleben zu fördern.“ Weil dazu auch eine angemessene Ausstattung – wie geeignete Schulräume, Sanitäranlagen oder eine Schulküche – gehören, hat das SKP in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten etwa 530.000 Euro in Namibia investiert. Das entspreche neun Millionen Namibia Dollar, sagt Rohlfing.

Zurzeit bestehen 305 Patenschaften unter dem Dach dieser Hilfsorganisation. Genau die ist als Verein aufgestellt und hat 429 Mitglieder. Sie unterstützen mittlerweile acht namibische Schulen. Denn das Sonnenkinderprojekt wächst und wächst – beispielsweise um eine Lehrlingswerkstatt an der M & K Gertze Highschool in Rehoboth. 

Punktschweiß- und Reifenauswuchtgerät, Schleifmaschinen, Werkbänke, mobile Schultafeln und PC-Flachbildschirme: Diese Ausstattung hat eine Spende des Berufsbildungszentrums Diepholz (BBZ) ermöglicht. Bis zu 30 Schüler kann die berufsorientierte Highschool in Rehoboth aufnehmen und bildet sie in den Bereichen Holzverarbeitung, Metall und Kfz aus – für die jungen Menschen ein festes Sprungbrett ins Leben.

Froh über jeden neuen Partner

„Die Berufsschule und die Gebäude waren vorhanden“, blickt Rohlfing zurück. Aber die Ausstattung sei völlig verschlissen gewesen. Denn erst mit der Wieder-Einführung des dualen Ausbildungssystems in Namibia habe diese Schule an Bedeutung gewonnen.

Der Vorsitzende ist froh, für einzelne Projekte verschiedene Partner an seiner Seite zu haben. Dazu gehört das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit ebenso wie die Organisation der Lions (Grafschaft Diepholz und Hilfswerk des Weltverbands), der TSV Schwaförden und die „bingo“ Umweltweltstiftung: Alle haben ihren Beitrag geleistet.

Klimaschutz als eine Aufgabe

Nachhaltigkeit und Klimaschutz haben sich Arthur Rohlfing und seine Mitstreiter genauso zur Aufgabe gemacht. Deshalb haben sie das Projekt „Klima-Scouts“ auf den Weg gebracht und 27 Solarsysteme an bedürftige Familien in Rehoboth übergeben. Sie ermöglichen es diesen Familien, mit zwei Lampen die Innenräume ihrer Unterkünfte zu erhellen und ein Radio zu betreiben.

Seit fast fünf Jahren ist das Gymnasium Sulingen Partnerschule des Sonnenkinderprojektes – nicht nur bei der Ausbildung von „Klima-Scouts“, sondern jetzt auch beim „Freiwilligen Ökologischen Jahr“ – ein Pilotprojekt mit der Organisation „Weltwärts“, über das sich Rohlfing sehr freut. Stelleninhaberin Josefine Schmidt werde neun Monate im Gymnasium Sulingen und drei Monate in Namibia an der Swakopmund Primary School verbringen: „Diese Schule hat einen riesigen Garten. Darin wird das Gemüse für das Mittagessen angebaut.“

Hilfe zur Selbsthilfe, um eine lebenswerte Zukunft zu schaffen – das ist den Aktiven im Sonnenkinderprojekt enorm wichtig. Und wer Arthur Rohlfing kennt, der weiß: Er hat noch viele Projekt-Ideen im Kopf. Man darf also gespannt sein, was sich das SKP noch vornimmt.

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