Oberflächenentwässerung im Baugebiet: Denker sieht Lösung sabotiert

„Spaß ist aus der Sache raus“

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Die mit dem Landkreis abgestimmte Lösung zur Oberflächenentwässerung im künftigen Wohnbaugebiet Nienabers Mühle scheint nun infrage zu stehen.

Ehrenburg - Eine saftige Standpauke von Helmut Denker hörten sich die Mitglieder des Gemeinderates Ehrenburg bei ihrer Sitzung am Mittwochabend im Gasthaus Kastens an: „Es ist mal notwendig, auf Paragraph 40 des Kommunalverfassungsgesetzes hinzuweisen – darin geht es um die Amtsverschwiegenheit, auf die jedes Ratsmitglied verpflichtet wurde. Wer glaubt, das sei ein stumpfes Schwert, wird sich eines Besseren belehren lassen müssen: Verstöße können Schadenersatzforderungen zur Folge und sogar strafrechtliche Konsequenzen haben.“

Stein des Anstoßes ist die Problematik der Oberflächenentwässerung im künftigen Wohnbaugebiet Nienabers Mühle: „Es ärgert mich maßlos, wenn im Verwaltungsausschuss einstimmige Beschlüsse gefasst werden und man dann hinterher hört, dass einzelne Ratsmitglieder diese hintertreiben, dagegen angehen. Und wenn das dazu führt, dass dieses Baugebiet in der Schublade landet, recherchiere ich genau, wer was rumerzählt hat – der Spaß ist aus der Sache raus.“ Kommentiert wurden die Äußerungen des Gemeindedirektors in der öffentlichen Sitzung nicht, er selbst ging nicht ins Detail.

Der Wegezweckverband Syke hatte festgestellt, dass der Regenwasserkanal im Baugebiet am Schmalfördener Mühlenweg zwar auch für die Entwässerung des neuen Baugebietes Nienabers Mühle genutzt werden könnte, dafür aber vergrößert werden müsste und hatte empfohlen, ein Regenrückhaltebecken für beide Baugebiete anzulegen. Dies würde die Gemeinde zu Grunderwerb westlich des Baugebietes am Schmalfördener Mühlenweg zwingen. „Wir hatten für diese Punkte eigentlich eine Lösung gefunden, in Abstimmung mit dem Landkreis Diepholz“, erläuterte Helmut Denker am Donnerstag auf Anfrage der Redaktion. „Vorgesehen war, eine Leitung zu legen – vom neuen vorbei am alten Baugebiet zu einem bestehenden Vorfluter. Alles im Bereich öffentlicher Wege und Straßen, Grunderwerb wäre nicht nötig.“ Zudem habe diese Variante auch „den Charme, die Oberflächenentwässerung für beide Baugebiete ein für alle Mal zu regeln.“ Nun habe aber offenbar das „Wirken im Hintergrund“ aus den Reihen des Rates zu Bedenken beim Landkreis geführt, bezogen auf die Niederschlagsmengen: „Man will von uns jetzt konkrete Prognosedaten haben, was da an Wasser durchlaufen könnte. Die werden wir ermitteln lassen, aber es ist jetzt alles mit einem Fragezeichen versehen.“ Sieht Denker das Baugebiet insgesamt gefährdet, so wie es in der Sitzung klang? „Wir werden so oder so eine Lösung finden müssen.“ Der Gemeindedirektor scheint hier doch relativ zuversichtlich zu sein – die Informationsveranstaltung zum künftigen Baugebiet am Donnerstagabend im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurde jedenfalls nicht abgesagt.

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