Gemeinderat Ehrenburg votiert mehrheitlich für den Abriss des Gebäudes

Nienabers Mühle soll weichen

Nienabers Wohnhaus und Nebengebäude sind bereits verschwunden – nun soll auch die Mühle abgerissen werden. - Foto: Behling

Ehrenburg - „Bevor wir weiter planen können, müssen wir noch über Nienabers Mühle sprechen.“ Dem Tonfall von Bürgermeister Hans-Jürgen Schumacher war bei der Sitzung des Ehrenburger Gemeinderates am Mittwochabend schon anzumerken, dass er bei diesem Thema kein Happy End erwartete. „Wir müssen darüber abstimmen, ob wir das Mühlengebäude abreißen wollen.“

Das Bauwerk gibt dem Bebauungsplan Nummer zehn „Nienabers Mühle“ den Namen, mit dem ein Wohnbaugebiet auf dem 17 800 Quadratmeter großen Areal an der Hauptstraße in Ehrenburg entstehen soll, das die Gemeinde im August 2014 – inklusive Gebäuden – von Familie Nienaber erworben hatte (wir berichteten). In dem Bauleitverfahren ist die erste Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Bürger erfolgt. Dem aktualisierten Planentwurf und der Empfehlung des Verwaltungsausschusses, die Fläche nicht als Misch-, sondern als reines Wohngebiet auszuweisen, stimmte der Rat am Mittwoch zu und fällte den Auslegungsbeschluss. Ebenfalls einstimmig folgten die Ratsmitglieder der Empfehlung des Wege-, Bau- und Umweltausschusses bezüglich der Gestaltung der beiden Planstraßen im Baugebiet und deren Benennung: Die von der Kreisstraße 3 bis zum Wendehammer soll „Nienabers Feld“ heißen, die ab dem Schmalfördener Mühlenweg (ehemalige Zuwegung zum Hausgrundstück Nienaber) „Elfacker“. „Elfacker ist der historische Name des anschließenden Weges – und ,Nienabers Feld‘, damit wir den Familiennamen mit drin haben“, erläuterte Ausschussvorsitzender Jürgen Döpke.

Der Verwaltungsausschuss hatte sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Mühle abzureißen und die Verwaltung hatte bereits Angebote für die Abrissarbeiten eingeholt. „Wir haben versucht, Investoren für das Gebäude zu finden – und Interessenten hätten zwei Jahre Zeit gehabt, sich zu melden“, stellte Döpke fest. „Die vor der Mühle bauen, würden die Sonne nicht sehen“, nannte er die Höhe das Bauwerks als Problem. Argumente, denen sich Henning Jürgens anschloss, ebenso wie Fritz Kastens: „Es ist ja kurzfristig ein Interessent aufgetreten, der sich Bedenkzeit erbeten hat – aber ich denke, wir sollten keine weitere Zeit verlieren.“ Ein Interessent, der kein Konzept für die Nutzung hat und sich erst am Sitzungstag nachmittags gemeldet hatte, erläuterte Hans-Jürgen Schumacher. „Wissend, dass es eine Empfehlung für den Abriss gibt, habe ich ihm gesagt, dass er sich bis zum 1. Juli entscheiden soll.“ Im nicht öffentlichen Teil der Sitzung hatte es offenbar Einwände gegen diese Frist gegeben. „Wenn wir wieder anfangen, etwas zu planen und zu verändern, gehen weitere drei Monate ins Land“, gab Henning Jürgens zu bedenken, Jürgen Döpke ergänzte: „Damit täten wir einem einen Gefallen – und zwölf anderen nicht.“

 Beide wiesen darauf hin, dass nicht klar sei, was der Interessent mit der Mühle vorhabe. „Das haben wir als Planer ja in der Hand“, entgegnete Hans-Jürgen Schumacher, „und viel anderes als Wohnnutzung kann es ja nicht sein.“ Der Bürgermeister erklärte, er sei vielleicht ein Träumer gewesen: „Ich hatte Visionen, dass da etwas Nettes entstehen kann. Aber ich kann eure Argumente verstehen. Dann lasst uns exekutieren“, leitete er die Abstimmung ein: Sieben Ratsmitglieder stimmten für den Abriss der Mühle, Hans-Jürgen Schumacher und Ludger Ebenthal dagegen.

Ein Zuhörer erkundigte sich nach dem Regenrückhaltebecken für das Baugebiet. Gemeindedirektor Helmut Denker bestätigte, dass Vermessungsarbeiten stattgefunden haben „und die Gemeinde ist auf dem Weg, das Grundstück zu erwerben.“ - ab

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