25 Jahre Heimatvereins-Vorsitzende

Margret Bliefernicht: „Nicht nur Geschichte und alte Sachen“

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Margret Bliefernicht ist seit 25 Jahren Vorsitzende des Heimatvereins Kirchspiel Schmalförden. 

Sie hat nicht nur Brauchtums- und Heimatpflege im Blick: Margret Bliefernicht ist seit 25 Jahren Vorsitzende des Heimatvereins Kirchspiel Schmalförden.

Wesenstedt - „Ich wäre damals selbst nicht auf die Idee gekommen, mich als Vorsitzende zu bewerben, aber es war mir eine Ehre, dass mir mein Vorgänger Dr. Heinrich Heitmann diese Aufgabe zugetraut hat“, sagt Margret Bliefernicht. In die Vorstandsarbeit des Heimatvereins Kirchspiel Schmalförden war sie seit dessen Gründung im Jahr 1987 eingebunden, ihr Wechsel an seine Spitze liegt inzwischen 25 Jahre zurück.

In den ersten zwei Jahrzehnten nahm der Verein schwerpunktmäßig die Brauchtumspflege und die Aufarbeitung der Heimatgeschichte in den Fokus. „Beides ist uns nach wie vor wichtig, aber wir sind zu dem Schluss gekommen, dass das nicht reicht, um den Verein langfristig am Leben zu erhalten“, sagt Margret Bliefernicht. Ein Schlüsselerlebnis sei die Mitgliederwerbung im 20. Jahr des Bestehens gewesen: „Antworten wie ‚Heimatverein? Nein, dafür sind wir noch nicht alt genug’ haben uns zu denken gegeben.“

„Ehrenburg ist mittendrin“

Mit Aktionen wie der Ausweisung von Wanderwegen habe man Jüngere begeistern können, einen Schub habe auch die Aufnahme des Arbeitskreises „Ehrenburg ist mittendrin“ gegeben, der sich unter dem Dach des Heimatvereins auf die Dorfentwicklung konzentriert. Die Neuausrichtung bescherte dem Verein allein in den letzten zwei Jahren 19 Zugänge: mit rund 130 Mitgliedern ist der Höchststand der Gründerjahre wieder erreicht.

Vor 20 Jahren bezog der Heimatverein Räumlichkeiten in der ehemaligen Gastwirtschaft in Wesenstedt – ein Meilenstein. Hier fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, mit denen der Verein auf sich aufmerksam machte. Als „Highlight“ bezeichnet Bliefernicht die vielbeachtete Leinenausstellung im letzten Jahr unter dem Motto: „Altes Leinen neu entdeckt.“ Zu den weiteren Aktivitäten gehörten die Herausgabe von Kalendern und die Veröffentlichung zweier Bücher („För jeden wat up hoch un platt“), mit Geschichten aus dem Kirchspiel. Als wichtige Basis für die Arbeit nennt sie die Publikationen der Heimatforscher Dr. Heinrich Heitmann und Fritz Hinrichs über die Geschichte des Kirchspiels und die Genealogie der Höfe: „Das sind wertvolle Nachschlagewerke. Wir haben ständig Anfragen – auch von Auswärtigen.“

Besuch an Schulen

Die Unterstützung von Plattdeutsch-AGs in den Schulen, Angebote im Rahmen der Ferienspiele, die Unterhaltung des Burggartens: Margret Bliefernicht nennt viele „Baustellen“, denen sich der Verein im Laufe der Jahre gewidmet hat, und betont: „Ich habe immer viele Unterstützer gehabt – im Vorstand, im Verein und natürlich auch in der Familie.“

Im letzten Jahr wurden drei der sechs Vorstandsposten neu besetzt. „Natürlich habe ich auch daran gedacht, den Vorsitz in jüngere Hände zu geben, aber unter diesen Voraussetzungen war das schwierig“, sagt die 71-Jährige. Die neuen Ziele des Vereins nehme sie als Herausforderung: „Ich habe Spaß und seit der Aufgabe meiner Käserei wieder mehr Zeit – schön, dass ich die Entwicklung noch drei Jahre begleiten darf.“

Konzepterstellung für die Nutzung des Burggartens

Auf der To-do-Liste des Vereins stehe unter anderem die Konzepterstellung für die Nutzung des Burggartens. Und ein „Tag des Archivs“, an dem die vereinseigenen „Schätze“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – in Verbindung mit dem Hinweis, dass der Heimatverein nach wie vor interessiert ist an Fotos, Dokumenten und Unterlagen von anno dazumal. Bei allen Aktivitäten sei der Brückenschlag von der Historie zum Hier und Jetzt unverzichtbar: „Das müssen wir schaffen, damit unsere Arbeit auch für die Jüngeren interessant ist“, sagt Margret Bliefernicht.

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