Blick hinter den Horizont

Neues Forum für Menschen in schwierigen Lebenslagen

Katja und Arndt Hünniger wollen in der neuen Gruppe über Herausforderungen des Alltags diskutieren – aus Sicht der Spiritualität.

Affinghausen - Von Anke Seidel. Es war ein Blick hinter die Leinwand des menschlichen Lebens, den rund 100 Interessierte im Oktober beim ersten medialen Abend im Landkreis Diepholz wagten. Im Mittelpunkt standen heftig umstrittene Fragen, die immer wieder Kontroversen auslösen: Gibt es ein Leben nach dem Tod – oder ist das alles nur Einbildung? Prägen Zufälle das Leben – oder ist alles Bestimmung?

„Viele Menschen wollen gern weiter darüber sprechen und haben mich nach einer Möglichkeit gefragt“, sagt Katja Hünniger, die den medialen Abend in Twistringen mit ihrem Mann Arndt organisiert hatte. Beide gründen deshalb eine Gruppe für Interessierte, die ein Blick hinter den Horizont werfen und mit den Herausforderungen in schwierigen Lebenslagen anders umgehen wollen als üblich. Das erste Treffen ist für Donnerstag, 27. Juli, um 19 Uhr in Affinghausen vorgesehen. Weitere Foren sind geplant, die Teilnahme ist kostenlos.

Ausgrenzung durch neue Erfahrungen

Wie groß ist der Bedarf an einem solchen Angebot? Zum Thema „Leben nach dem Tod“ zeigt die Suchmaschine Google 19,8 Millionen Treffer in 0,48 Sekunden – darunter auch Berichte über Nahtod-Studien in renommierten Zeitungen wie Welt oder Focus.

Katja Hünniger weiß aus ihrer Arbeit mit Menschen in schwierigen Lebenslagen, dass der Glaube eine große Unterstützung sein kann – sowohl religiös als auch spirituell. Sie berichtet von Trauerbegleitungen von Menschen, die Angehörige durch Suizid verloren haben und durch einen neuen Blickwinkel wieder Hoffnung schöpfen konnten. Aber sie kenne ebenso Trauernde, „die von ihrem sozialen Umfeld komplett ausgegrenzt wurden“, weil sie offen ihre spirituellen Erlebnisse schilderten. „Es ist eine Frage des Glaubens“, betont Katja Hünniger – und weiß, dass genau das für absolute Wissens-Menschen keine befriedigende Antwort ist.

Jugendliche leiden häufig unter Leistungsdruck

Dennoch sei diese Kommunikation über Energie sehr real, schildert die gelernte Krankenschwester ihre Arbeit als Medium: „Thesen der Quantenphysik zufolge ist die geistige Welt eine Art hochfrequenter Energiezustand, der unsere materielle Welt umgibt.“ Auch das Universum bestehe aus elektromagnetischen Wellen: „Schwingungsfrequenzen, die zwar körperlich nicht spürbar, aber wissenschaftlich messbar sind.“ Auch wenn bisher wenige Fakten erforscht sind: „Der Glaube sollte allen Menschen zugestanden werden“, sagt die 34-Jährige. „Offen, liebevoll und freundlich“ – so wünscht sie sich die Teilnehmer an den Gruppenabenden, die sich mit ganz realen Herausforderungen des Alltags beschäftigen wollen: „Trauerbegleitung ist zum Beispiel ein Thema“, sagt die 34-Jährige. Oder: „Inneren Frieden finden: Was ist dafür wichtig in meinem Leben? Was brauche ich – und was tut mir nicht gut?“ 

Trost, Unterstützung und Kraftschöpfen soll der Austausch in der Gruppe ermöglichen, auch zu den Themen wie Burn-out oder „Kinder der neuen Zeit“. Viel zu oft würden Jungen und Mädchen heutzutage unter Leistungsdruck stehen – und darauf mit auffälligem Verhalten reagieren.

Sprechen möchte die Gruppenleiterin mit den Teilnehmern ebenso über die Medialität von Kindern, die in der Regel bis zum siebten Lebensjahr noch ausgeprägt sei.

Weitere Infos erhalten Interessierte unter Telefon 04247/9712676.

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