Jagdpächter und Landwirte kooperieren

Neuer Verein zum Schutz der Tiere: Kitzrettung Scholen

Die Mitglieder des neuen Vereins „Rehkitzrettung Scholen“ bei ihrem jüngsten Treffen.
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Die Mitglieder des neuen Vereins „Rehkitzrettung Scholen“ bei ihrem jüngsten Treffen.

Scholen – Die Kitzrettung per Drohne soll im kommenden Jahr in Scholen anders aufgezogen werden. Konkret: Es hat sich ein Verein gegründet, mit dem passenden Namen: „Kitzrettung Scholen“. Und eben jener eingetragene Verein ist berechtigt, Fördermittel abzurufen, um eine Drohne zu finanzieren.

Heinz Willem Kattelmann berichtet, dass in diesem Jahr an einem Tag allein bei einem Einsatz sechs Rehkitze gerettet werden konnten. In Scholen hatte man für die Einsätze in diesem Jahr Unterstützung von anderen Rettern gehabt.

Die Mitglieder der hiesigen Jagdgenossenschaft und die hiesigen Landwirte wollten jedoch eigene Kräfte bündeln und sich selbst organisieren. Jedoch: Die Formalien, um den Kauf einer Drohne gefördert zu bekommen, seien erst durch die Gründung eines Vereines gegeben. Und flugs waren sich die Mitglieder der Jagdgenossenschaft, Landwirte und weitere Interessierte einig: „Dann gründen wir eben einen eigenen Verein.“

Zur Gründung zählt der Verein elf Mitglieder, berichtet Karl-Heinz Engel, der zum Vorsitzenden gewählt wurde. Seine Stellvertreterin ist Karin Landwehr, Kassenwart ist Frank Scharrelmann. Weitere Gründungsmitglieder sind Heinz Willem Kattelmann, Rainer Landwehr, Frank Landwehr, Dirk Langnau, Mike Engel, Martin Landwehr und Wibke Wilker. Die Flächen im Zuständigkeitsbereich der Jagdgenossenschaften Scholen I und Scholen II umfassen etwa 1200 Hektar, „90 Hektar davon liegen im Moor und gehören der Stiftung Naturschutz“, erklärt Karl-Heinz Engel. Drei der Mitglieder sind bereits ausgebildete Drohnenpiloten.

Der verpflichtenden Vorgabe, vor einem Mäheinsatz Flächen nach dort Schutz suchenden Tieren durchzusuchen, wollen die Scholener ab 2022 über ihren Verein nachkommen. „Frühester Mähtermin für Moorflächen sei der 10. Juni“, erklärt Karl-Heinz Engel. Das sei zudem die Hauptsetzzeit für Ricken. Die Fahrer der Erntemaschinen könnten die Tiere aus dem Führerhaus nicht sehen, erklären Kattelmann und Engel. In der Gemeinde Scholen gäbe es zwei Biogasanlagen, die mit Grünroggen und Mais „gefüttert“ würden. Allein die Grünroggenmaschinen hätten eine Spannweite von gut neun Metern – würden Tiere nicht direkt nach vorne flüchten, sondern nach links oder rechts, hätten sie keine Chance, dem Schneidmechanismus zu entkommen.

Weitere Mitglieder willkommen

Das weitere Vorgehen besprachen die Mitglieder des neuen Vereins bei einem Treffen auf dem Hof Kattelmann, an dem auch Bürgermeister Karl-Heinz Schwenn teilnahm.

Besprochen wurde unter anderem auch Finanzielles, denn die Drohne, die die Rehkitzretter aus Scholen im Blick haben, kostet um die 6 .000 Euro. Die Höchstfördersumme, die über das Bundes-Landwirtschaftministerium beantragt werden können, belaufe sich auf 4.000 Euro,

Wer dem Verein beitreten oder sich für die künftig geplanten Rettungseinsätze als freiwilliger Helfer melden möchte, wende sich an das Vorstandstrio: Karl-Heinz Engel (Tel. 0 42 45 / 9 60 14), Karin Landwehr (Tel. 0 42 45 / 93 09 30) und Frank Scharrelmann (Tel. 01 60 / 8 49 36 10).

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