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Neuenkirchens Festivalteam nominiert für Deutschen Engagementpreis

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Von: Sylvia Wendt

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Meeting per Bildbearbeitungssoftware – das NOA-Team 2022 bilden Mathias und Klaus Bochow, Marten und Thomas Höner, Dominik und Marcel Neumann, Laura Rohlfs, Sebastian Seelhorst und Sven Heitkamp. Collage: Förderverein Blau-Weiß
Meeting per Bildbearbeitungssoftware – das NOA-Team 2022 bilden Mathias und Klaus Bochow, Marten und Thomas Höner, Dominik und Marcel Neumann, Laura Rohlfs, Sebastian Seelhorst und Sven Heitkamp. Collage: Förderverein Blau-Weiß © Förderverein Blau-Weiß

Neuenkirchen – Es gibt rund 650 Wettbewerbe in Deutschland, die den Einsatz Ehrenamtlicher würdigen. Die des „Neuenkirchener Open Air“ sind jetzt für den Deutschen Engagementpreis 2022 nominiert. Eine mögliche zweite Auszeichnung, nachdem das Team bereits mit dem Niedersachsenpreis „unbezahlbar und freiwillig“ ausgezeichnet worden ist. Wie fühlt sich das an, Mathias Bochow? „Das wäre eigentlich schon der dritte Preis dann.“

Vor einigen Jahren bereits hatte es eine Sportauszeichnung gegeben, weil das NOA zu Beginn offiziell über den TV Neuenkirchen organisiert war und das Orga-Team des Festivals ein Alleinstellungsmerkmal unter den anderen nominierten Sport-Mannschaften hatte. Nun also vielleicht der „Preis der Preise“, wenn es um freiwilliges Engagement in Deutschland geht – wie kommen solche Auszeichnungen an? „Das ist Belohnung und Ansporn gleichermaßen“, sagt Mathias Bochow.

Er ist 18 Jahre alt, Musiker in einer Schülerband, als er zusammen mit Vater Klaus vor jetzt 27 Jahren die Idee zu einem kleinen Festival auf dem Sportplatz in Neuenkirchen hat. Das kleine Festival für Musikfans aus der Region ist immer noch Heimat für die Musikfans aus der Region, jedoch mittlerweile auch bekannt dafür, dass es dem hoffnungsvollen musikalischen Nachwuchs eine sehr gute Bühne bietet. Klar, der musikalische Geschmack von Mathias Bochow, heute 47 und in Potsdam beheimatet, habe sich geändert.

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern gebe es eine reichhaltige musikalische Szene, sagt Bochow, die hat er persönlich im Blick, ist auf vielen Konzerten und Festivals unterwegs. Guckt er dann mit dem Auge des Organisators oder des Musikfans hin? „Die sind ja alle größer als wir, aber natürlich gucke ich auf die Bands. Manche waren auch schon bei uns. Aber da hat sich in den letzten Jahren auch vieles verändert.“ Was heißt das? „Naja, früher, in den ersten zehn Jahren, haben wir die Anlage hingestellt und die Bands haben gespielt. Heute reist jeder mit eigenen Instrumenten, Lichtanlage, Tontechnik und allem anderen an. Das bedeutet aber, dass die Umbaupausen länger werden. Und wir wollen die Leute nicht ewig zwischen den Auftritten warten lassen.“ Soll heißen? „Das NOA soll so bleiben, wie es ist. Wir sind an unsere Kapazitätsgrenze gestoßen und wollen nicht vergrößern. Das würde ja dann auch bedeuten, dass wir die Eintrittspreise verändern müssten – und genau das wollen wir nicht.“

Der Eintritt kostet seit Jahren zwölf Euro. Dafür gibt es fünf bis sechs Bands aus dem Bereich Rock, Pop und Indie auf „dem rockigsten Sportplatz des Nordens“. Ausgewählt werden junge Talente, „die uns persönlich gefallen und ein Konzert zu einem Erlebnis machen“, heißt es seitens des NOA-Teams. Ausgeschlossen: Jazz und Hip-Hop. „Sorry“, sagt das NOA-Team.

Das tritt mittlerweile als „Förderverein Blau Weiß“ als eigenständiger Veranstalter auf. Die meisten NOA-Macher wohnen allerdings nicht (mehr) in Neuenkirchen – was dank der heutigen Kommunikationstechniken nicht weiter stört. Und zur Team-Collage dank Photoshop führt.

Die erneute Nominierung für „herausragendes Engagement im Bereich Förderung des Zusammenhalts von Jung und Alt“, für besonderen Einsatz für die Kultur, ist eine weitere hochrangige Anerkennung. Die Preisverleihung an die Gewinner, die in fünf Kategorien ermittelt werden, ist für den 1. Dezember 2022 in Berlin geplant. Eine Experten-Jury bestimmt die Preisträger. Über den mit 10 000 Euro dotierten Publikumspreis stimmen die Bürger im Herbst 2022 online (www.deutscher-engagementpreis.de) ab. Ziel des Deutschen Engagementpreises sei „die Anerkennungskultur in Deutschland zu stärken und mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu begeistern“, heißt es in einer Pressemitteilung.

In diesem Jahr kann endlich das 25. Neuenkirchener Open Air stattfinden, dass pandemiebedingt seit 2020 verschoben werden musste. Das Team, das sich mittlerweile verjüngt hat, bleibt rockig. Engagement aber bleibt zeitintensiv, wie Klaus Bochow bestätigt: „Wir waren über die niedersächsische Auszeichnung echt überrascht. Aber 25 Jahre für ein Projekt ehrenamtlich zu arbeiten, quasi die ganze Freizeit zu investieren, ist schon etwas Besonderes.“

Das Neuenkirchener Open Air 2022

„Das für 2020 geplante Line Up wird fast unverändert am Start sein“, berichtet Marten Hoener. Headliner sind am Samstag, 9. Juli, die Punkrocker „Montreal“ aus Berlin. Die Band hat kürzlich gepostet: „Wir bereiten gerade alles vor für diesen (hoffentlich) konzertreichsten Sommer seit Bandgründung vor 16 Jahren. Insgesamt 37 Mal spielen wir in Clubs und auf Festivals und wir zählen so was von die Tage rückwärts, bis es endlich losgeht…“. Dazu kommen Franziska Günther aus Berlin, „Grillmaster Flash“ aus Bremen, „8kids“ aus Mannheim und „Drei Meter Feldweg“ mitten aus der Lüneburger Heide. „Das wird eine ganz interessante Mischung aus Singer-Songwriter, Rock und Punkrock“, verspricht das NOA-Team. Abgesagt hatte nur die „Bremen4 Blaskapelle“, die sich coronabedingt erst einmal neu aufbauen muss – und 2023 gern dabei wäre. Neu ist ein „Flunky Ball Turnier“ am Nachmittag, organisiert vom TV Neuenkirchen (15 Uhr). Gesponsert wird es vom NOA (Anmeldung per E-Mail an tvn1919.vorstand@gmail.com).

Der Engagementpreis

Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen Preises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss von großen Dachverbänden und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors sowie von Experten und Wissenschaftlern in Deutschland. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Fernsehlotterie und die Deutsche Bahn Stiftung.

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