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Rat tagt im neuen Kita-Raum im Neuenkirchener Dorfgemeinschaftshaus

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Von: Sylvia Wendt

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Per Handschlag als Ratsherr verpflichtet wird Fred Luchtmann (links) von Jochen Meyer.
Per Handschlag als Ratsherr verpflichtet wird Fred Luchtmann (links) von Jochen Meyer. © S. Wendt

Neuenkirchen – Der Neuenkirchener Bürgermeister ist ziemlich groß. Aber aus der Höhe eines Kindergartenstuhls ist Jochen Meyer noch mal größer: Ratssitzung in dem Raum, der im Dorfgemeinschaftshaus Neuenkirchen für die „Notfall-Kindergartengruppe“ hergerichtet wurde. Ihr Name: „Entdeckergruppe“.

Und rund 30 Bürgerinnen und Bürger hatten sich eingefunden, zu entdecken, was jetzt aus der tradierten Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses in der Dorfmitte wird. Der dazugehörige Tagesordnungspunkt, darum hatte Meyer gebeten, verblieb für den Rat. Für Detailgespräche über Schlüsselgewalt, Stauraumprobleme und Toilettennutzungsvorgaben gab es nach der öffentlichen Sitzung Gelegenheit. Am Dienstagabend gab es einige, die da „noch mal ‘ne Frage“ hatten.

Ratsherr Kai Wilker, Ansprechpartner für das Dorfgemeinschaftshaus, berichtete von einem großen Entgegenkommen seitens der Nutzer, die Platz gemacht haben für die Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten. Die Theatergruppe ist eine Stunde „nach hinten gerückt“, die Trampolingruppe eine halbe Stunde nach vorne. Und Jochen Meyer erklärte: „Wir stehen nach wie vor hinter der Entscheidung, hier im DGH eine Notfallgruppe einzurichten.“ Es gibt aber auch deutliche Kritiker, denn: Im Neuenkirchener Dorfgemeinschaftshaus ist viel los und es wird rege genutzt.

Für die neue Mitnutzung gab es dazugehörige Auflagen, was die neue Möblierung erklärt, die Kindergarten gerechte Ausstattung des Bades etwa. Die Gemeinde Neuenkirchen habe einen Antrag an die Samtgemeinde Schwaförden gestellt, auf Unterstützung bei den laufenden Kosten. Und kurzfristig 10 000 Euro pro Jahr zugesagt bekommen. Geld, das die Gemeinde weiterreichen möchte an die Vereine und Institutionen, die das Haus nutzen. Theatergruppe, Gemischter Chor, die DRK-Ortsvereine Neuenkirchen und Cantrup, die Jugendfeuerwehr: Sie sollen jeweils 500 Euro erhalten. Der TV Neuenkirchen, der das Haus täglich nutzt, 1 000 Euro. Die Einschränkungen beträfen die einzelnen Nutzer unterschiedlich stark. Der Dank des Bürgermeisters gilt allen Beteiligten, Rat und Verwaltung sowie Kai Wilker, der „viel um die Ohren hatte, den neuen Belegungsplan zu koordinieren“. Dank gelte auch dem Kita-Team, das jetzt im Dorfgemeinschaftshaus arbeitet. Die „Entdeckergruppe“ ist aus der Kita auf der gegenüberliegenden Straßenseite ins neue Domizil umgezogen: Der Träger, der evangelisch-lutherische Kita-Verband Neuenkirchen, hat hier seit Ende August eine Regelgruppe eingerichtet, in der maximal 25 Plätze angeboten werden können. Noch seien die nicht komplett besetzt, erklärte Jochen Meyer.

Bedarf ist jedoch da – wie auch in der Einwohnerfragestunde deutlich wurde. Der Gemeinderat wurde unmissverständlich darauf hingewiesen, dass bei der Ausweisung neuer Baugebiete auch an Kindergartenplätze am Ort gedacht werden möge. Meyer hatte angekündigt, dass sich die Kommune derzeit um weiteres Bauareal für private Interessenten kümmern wolle, aber auch bemüht sei, Gewerbeflächen anzubieten. Noch aber sei zu beidem nichts spruchreif. Jochen Meyer freute sich über die große Zahl an Bürgern, die „die Sitzung belebt“ hätten. Die Zusammenkunft des vollständig versammelten elfköpfigen Gemeinderates hatte Meyer mit einem Gedenken an Ratsherrn Volker Klaahsen begonnen, der Ende Juli im Alter von 56 Jahren verstorben ist und dem Rat seit 2016 angehört hatte. Für ihn nachgerückt in den Gemeinderat Neuenkirchen ist Fred Luchtmann aus Egenhausen, der von Bürgermeister Jochen Meyer mit Handschlag verpflichtet wurde.

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