20. Neuenkirchener Open Air lockt über 700 Gäste auf den Sportplatz

Sänger bietet Selfie-Session

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Die Jungs vom Headliner „Massendefekt“ drehen auf.

Von Martina Kurth-Schumacher. Die Musik stimmte, das Wetter auch, die Stimmung sowieso und in diesem Jahr sogar die Besucherzahlen: Das Neuenkirchener Open Air (NOA) ließ bei seiner 20. Auflage hinter, vor und auf der Bühne keinen Wunsch offen. Mehr als 700 Gäste genossen die Festivalatmosphäre auf dem Sportplatz – verdienter Erfolg des neunköpfigen Organisationsteams und seiner 25 ehrenamtlichen Helfer.

Mit ihrem Line-up hatten die Verantwortlichen erneut gutes Gespür bewiesen. „Massendefekt“, „Mad Monks“, „December Peals“, „Faakmarwin” und „Reis Against The Spülmaschine“ erwiesen sich als hochkarätige Bands mit sympathischen und allürenfreien Gute-Laune-Stars zum Anfassen. Wie in den vergangenen Jahren gab es durchgängig Programm. Die Umbaupausen überbrückten die japanische Taiko-Band „Kion Dojo“ und das Artistik-Duo „Arco-Iris“. Die Opener Onkel Hanke und Philipp Kasburg, Meister der Komik, des Wortwitzes und des Gitarrenspiels, groovten die ersten 350 Besucher auf den langen Konzertabend ein.

Mit dem Auftritt der Bremer Newcomerband „Faakmarwin“, die seit ihrer Gründung 2013 einen Preis nach dem anderen abräumt, nahm das Festival Fahrt auf. Die fünfköpfige Formation punktete mit deutschsprachigem Indie-Rap-Rock. Ihr Markenzeichen: Musik, die in die Beine geht und mitsing-kompatible, gut verständliche deutsche Texte. Frontmann Alexander Skipka schwörte seine Fangemeinde mit meterhohen Luftsprüngen auf die musikalische Kampfansage gegen Helene Fischer ein: „Wir machen die Nacht zum Tag.“ Die Smartphone-Fraktion, die ihm an den Lippen hing, fand sich nach dem Konzert neben der Bühne ein. Die jugendlichen Verehrerinnen holten sich die versprochene „kostenlose Umarmung“ ab und zelebrierten eine halbe Stunde „Selfie-mit-Skipka-Session“.

Neuenkirchener Open Air

Die „Mad Monks“ schafften es mit tanzbarem „Ska-Punk-Kirchencore“ zum dritten Mal auf die Neuenkirchener Festival-Bühne. Sie bereiteten den Weg für den Headliner „Massendefekt“. Die erfolgreichen Deutschrocker aus Meerbusch bei Düsseldorf spielten quasi vor vollem Haus. „Habt ihr Bock?“ Ihre Eingangsfrage beantwortete sich von selbst, das Stimmungsbarometer der Festivalbesucher stieg kontinuierlich an. Die „December Peals“ aus Münster beendeten das offizielle Programm mit Gitarrenrock – gewürzt mit „einem Schuss Blues und einem guten Schluck Druck“.

Ebenso wie 24 Musiker blieben zahlreiche Camper zur Aftershow. „Wir haben so viele Übernachtungen wie noch nie“, sagte Klaus Bochow seitens der Organisatoren. Das Zelten auf dem Sportplatz ist gratis, Frühstück serviert das Helfer-Team zum Selbstkostenpreis – auch das ein Markenzeichen des NOA, dessen Macher auf Spaß- und nicht auf Gewinn-Maximierung aus sind. Ein Bonus im 20. NOA-Jahr: Der TV Neuenkirchen bat im Vorfeld zum Familiennachmittag. Musikpädagogen und Artisten luden zu kostenlosen Schnupperkursen in Instrumentalmusik und Jonglage Workshops ein. 30 Kinder und Jugendliche nahmen an den Workshops teil. Wer dabei war, hatte Spaß, auch wenn sich die Veranstalter mehr Resonanz gewünscht hätten, wie Klaus Bochow einräumte.

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