Erschließungsarbeiten im Baugebiet „Im Südfeld“

Schwaförden: Neue Rohre in alten Gruben

Der künftige Weg zum Traumhaus: Die Erschließungsarbeiten sollen Mitte September abgeschlossen sein.
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Der künftige Weg zum Traumhaus: Die Erschließungsarbeiten sollen Mitte September abgeschlossen sein.

Schwaförden – Es ist eine kleine Landpartie, der Weg zwischen der Stadt Sulingen und der Gemeinde Schwaförden. Mit dem Auto nur einige Minuten, per Rad eine abwechslungsreiche Tour mit kleinen, aber feinen Bergpartien und einem Blick über Felder, Wiesen und Wald. Die Nähe zum Mittelzentrum hat bereits einige Städter zum Traumhaus in der Nachbarkommune gebracht – und mit etwa 30 Baugrundstücken wird derzeit in Schwaförden eine weitere Lücke geschlossen, über das Baugebiet „Im Südfeld“. 23 145 Quadratmeter „Nettobauland“ stehen hier zur Verfügung.

Der Rat der Gemeinde hatte keine genaue Planzeichnung anfertigen lassen mit exaktem Zuschnitt einzelner Baugrundstücke, sondern die Fläche für die Gestaltung offen gelassen.

31 Bauplätze mit individuellem Zuschnitt

Bauwillige und das Team des Bauamtes der Samtgemeinde Schwaförden hätten jetzt 31 individuelle Bauplätze skizziert, erklärt Bauamtsleiter Achim Hollmann.

Vier Häuslebauer seien bereits fertig, drei Grundstücke seien verkauft, der Rest sei vorreserviert, erklärt Hollmann. Das Baugebiet „Im Südfeld“, ein Streifen zwischen Ringstraße im Westen und Kirchweg im Osten, ist seit 2018 in der Planung und Vorbereitung.

Die ersten Häuser stehen schon.

Zwischenzeitlich wurden umfangreiche archäologische Untersuchungen durchgeführt. Vom 11. Februar bis 12. April 2019 hatten die Arbeiten zur Erschließung, hatten die Pläne der Bauwilligen pausieren müssen – mit durchaus bangem Blick auf das, was die Grabungen zutage fördern würde. Denn: Bei bedeutsamen Funden hätten sich Baupläne noch weiter verschoben. 4 768 Quadratmeter Fläche wurden untersucht. In der Fundstelle 9 wurden 146 Befunde und auf Fundstelle 10 weitere 139 dokumentiert, heißt es im Abschlussbericht. Laut der Fachleute der „ArchaeoFirm Poremba & Kunze“ aus Isernhagen, handelte es sich dabei um „Gruben beziehungsweise Grubenkomplexe, Pfostenstellungen, Gräben, eine Feuerstelle und einen Brunnen“. Eine erste Durchsicht des keramischen Fundgutes lege eine Datierung in die jüngere vorrömische Eisenzeit nahe, lautete die Erklärung der Archäologen. Allerdings: „Hierbei fehlen die klassischen frühkaiserzeitlichen Formen ebenso wie situlaartige Gefäßformen oder Elbgermanisches.“ Den Bericht nimmt der Rat in seiner Sitzung im September 2019 zur Kenntnis, die Bauwilligen atmen auf, denn die Funde sind wenig spektakulär. Die Kosten von knapp 85. 000 Euro für die Untersuchung trägt der Grundstückseigentümer der Fläche – die Gemeinde.

Mit der Corona-Pandemie schwappt eine ganze Welle an Reservierungswünschen möglicher Bauherren in die Amtsstuben des Schwafördener Rathauses. So groß ist die Welle, dass die noch freien Bauplätze zügig vergeben respektive reserviert sind und es bereits eine Warteliste gibt – auf die man sich weiterhin eintragen lassen kann, sollte einer der vorreservierten Bauplätze doch abgegeben werden.

Derzeit laufen die Erschließungsarbeiten der Versorger und die Kinder der Krippe an der Ringstraße können aus einem eigenen Bauwagen heraus live miterleben, wie der echte „Bob der Baumeister“ arbeitet.

Erschließungsarbeiten laufen auf Hochtouren

Die ursprünglichen Erschließungskosten waren mit fast einer Million Euro angegeben – zwischenzeitlich konnten die Kosten genauer kalkuliert werden: Achim Hollmann nennt als Auftragssumme 580. 000 Euro. Die Arbeiten sollen bis Mitte September abgeschlossen sein, dann können die Bauplanungen weitergeführt werden.

Blick auf das Areal von der Ringstraße; rechts die Kita.

Zwischenzeitlich sei bereits der Vorwurf laut geworden, die Kommune habe die Bauplätze zu günstig angeboten: 37,50 Euro kostet der erschlossene Quadratmeter. Da die Versorgungsarbeiten effektiver geplant werden können, wenn alle Baugrundstücke schon definiert sind, können entsprechende „Abzweige“ auf die Grundstücke bereits verlegt werden. Im Unterschied zu späteren Arbeiten, wenn für die einzelnen Zuleitungen Straßen erneut aufgestemmt werden müssen.

Bis Mitte September haben diejenigen Bauwilligen, die einen Bauplatz „Im Südfeld“ vorreserviert haben, nun Zeit, die Überlegungen abzuschließen, ob sie ihr Traumhaus tatsächlich in Schwaförden realisieren möchten oder ihn an andere Bauwillige abtreten. „Bis zur fertigen Erschließung ist Zeit, dann werden die Verträge vorbereitet“, bestätigt Bauamtsleiter Achim Hollmann.

Von Sylvia Wendt

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