Neue Ausstellung in der Heimatstube in Wesenstedt gibt Einblicke

Zeigt her eure Taschen

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Margret Bliefernicht mit den Geschenken für die Gäste.

Wesenstedt - Keiner der Besucher muss fürchten, dass man ihm in die Tasche guckt, auch keine der Besucherinnen: „Geheimnisse in und um Taschen“ zeigt der Heimatverein Kirchspiel Schmalförden im März in der Heimatstube.

Liebevoll dekoriert ist jeder Themenbereich. Mancher Leser wird sich jetzt fragen: Wie, es gibt mehrere Bereiche? Ja, sicher. Es gibt Abendtaschen, Aktentaschen, Omas Schürzentasche (und was sich darin immer verbarg), Reisekoffer, Wanderrucksäcke. Und wer weiß, was ein Ridikül ist?

Die Ausstellung in der Heimatstube bietet Gesprächsstoff für mehrere Tassen Kaffee und ebenso viele Stücke Kuchen. Geöffnet ist sie sonntags, 6., 13. und 20. März, sowie Karfreitag, 25. März, jeweils von 14.30 bis 17.30 Uhr.

Schul- und Einkaufstaschen werden ebenfalls ausgestellt und es ist erstaunlich, dass einst kleine Tornister ausreichten für die Schulbücher. „Die Ausstellung zeigt einerseits die Geschichte der Tasche und ihre Entwicklung in den letzten Jahrhunderten, aber wir zeigen auch ihren Inhalt“, erklärt Vorsitzende Margret Bliefernicht. Taschentücher gehörten selbstverständlich dazu, aber auch Riechsalz. Dass der Einkauf früher unverpackt transportiert wurde, ist nicht neu: Ob dann auch Eier heil zu Hause angekommen sind?

Fast einsatzbereit gepackt ist das Köfferchen für die Faustballerinnen Anna und Wilma Brinkmann für deren Auswärtsspiel im Jahr 1930: zwei Nachthemden, ein Handtuch, zwei Waschlappen, ein Stück Seife und zwei blaue Sportanzüge.

Beutel mit Gobelinstickereien waren einst in Mode. Überhaupt sind die frühen Taschenexemplare zumeist selbst gefertigt. Das passende Täschchen zum Kleid gehörte einfach dazu, ebenso die Handschuhe.

Alte Zeitschriften belegen die Modetrends, manch historisches Schätzchen ist perfekt erhalten. Andere weisen Gebrauchsspuren auf: Etwa der Koffer des Arztes und Geburtshelfers Dr. med. Stehling, der von 1924 bis zu seinem Tode 1959 als Arzt und Geburtshelfer in Wesenstedt wirkte. „Geld söken“ war über 20 Jahre die Aufgabe für Hillmanns Mariechen. Die suchte jedoch Mitte des vorherigen Jahrhunderts das Geld nicht für sich, sondern für die Kommune, Steuern nämlich. Unter anderem.

Und auch die alte Posttasche von Heinz Sudmann fehlt nicht in dieser Ausstellung.

Schick ist die Tasche, die Heinrich Luchtmann einst aus dem Kriegseinsatz im südfranzösischen Biarritz mit nach Hause brachte. Findet Margret Bliefernicht allerdings nicht: Ihr gefällt weder die Farbe noch die Form. Geschmäcker sind unterschiedlich, zum Glück.

Das Ridikül? So heißen die Pompadours, die Beutelchen aus Stoff, die einst am (Damen-)Handgelenk baumelten.

sis

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