Mehr Optionen für Sudwalder und Affinghäuser

Fahrplanänderung für die Linie 105: Mit den „Öffis“ auf die Reeperbahn

Startklar: Der „Hachesprinter“, hier in Sudwalde mit, von links, Norbert Lyko, Wolfram van Lessen, Anke Schockemöhle, Affinghausens Bürgermeister Jürgen Köberlein, Cord Bockhop, Helmut Denker, Rainer Klusmann, Franka von Seck und Leo Wilmering.
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Startklar: Der „Hachesprinter“, hier in Sudwalde mit, von links, Norbert Lyko, Wolfram van Lessen, Anke Schockemöhle, Affinghausens Bürgermeister Jürgen Köberlein, Cord Bockhop, Helmut Denker, Rainer Klusmann, Franka von Seck und Leo Wilmering.

Sudwalde – Die Idee ist super: Freitagabend in Sudwalde oder Affinghausen in den Bus einsteigen, nach Bassum, von dort per Bahn nach Hamburg – sich die Nacht in der Großstadt um die Ohren schlagen, morgens Frühstück auf dem Fischmarkt und den ersten Zug gegen 6 Uhr nach Hause nehmen. Mit den „Öffis“ unterwegs sein und nicht nur zur Schule fahren? Was die Städter können, können die Landeier ab dem 12. Dezember ebenso. Zum Pressetermin kommt am Mittwoch extra einer der Busse vorgefahren in Sudwalde, der auch im Einsatz sein wird.

Er bietet Einstieg für Rolli-Fahrer, Personen mit Kinderwagen – und auch drei Fahrräder fänden Platz, sagt der Fahrer. Mehr gehe nicht. Nein, einen Fahrradanhänger könne man nicht montieren – dafür seien die Linienbusse nicht ausgelegt.

Wenn ab dem 12. Dezember im Auftrag des Verkehrsverbundes Bremen /Niedersachsen die Linie 105 eine neue Taktung erhält, erfüllt sich ein lang gehegter Traum von Anke Schockemöhle. Die Sudwalderin hat seit fünf Jahren unablässig geworben dafür, die Buslinie (Syke/Affinghausen – Neubruchhausen – Bassum) zu optimieren. Nicht nur zu Schulzeiten und für Schüler sollten Verbindungen geschaffen sein, auch zum Shoppen, zum Arzt, zum Brunchen, zum Ausflug nach Bremerhaven führen. Ihr fiel auch der Trip nach Hamburg mit Besuch der Reeperbahn und des Fischmarktes ein. Busse fahren künftig montags bis freitags zwischen 6 und 11 Uhr sowie zwischen 15 und 19 Uhr im Stundentakt (auch in den Ferien). Vier weitere Fahrten stehen samstags zwischen 9 und 20 Uhr im Fahrplan.

Ausgelegt ist der „Hachesprinter“, so hat ihn Anke Schockemöhle getauft, auf zunächst zwei Jahre. Zahlen werden in jedem Quartal überprüft, erklärt Franka von Seck vom Zweckverband Verkehrsverbund – wohlwissend, dass die Linie in einem „Landstrich mit geringer Bevölkerungsdichte“ unterwegs sei. Nein, es gebe keine konkreten Vorgaben, die erreicht werden müssten, gleichwohl aber müsse evaluiert werden, ob sich alle Fahrten lohnen – oder ob nachjustiert werden muss. „Drauf zu warten, dass was passiert, wäre falsch gewesen, denn dann wäre nichts passiert“, sagt Sudwaldes Bürgermeister Rainer Klusmann. Und lobt die Hartnäckigkeit, mit der Ratskollegin Anke Schockemöhle das Thema verfolgt hat.

Die Kosten von 120. 000 Euro jährlich werden geteilt: 60. 000 Euro schultert der ZVBN, die andere Hälfte teilen sich Landkreis Diepholz und Samtgemeinde Schwaförden. Der Landkreis habe für jede der 15 Mitgliedskommunen 50. 000 Euro aufgelegt, als Förderung von Mobilitätsprojekten. Das müssten nicht unbedingt neue Ideen sein, auch bereits bestehende könnten gefördert werden. Bassums Erster Stadtrat Norbert Lyko könnte das freuen, denn dort ist der Bürgerbus unterwegs. Wie sich die Verbindungen der Linie 105 mit Haltestellen ab Neubruchhausen auf dessen Angebot auswirken, bleibe abzuwarten – der Bürgerbus hätte dann vielleicht Kapazitäten für andere Fahrten frei.

Rot markiert sind die neuen Verbindungen.

Ganz anders wertet Busunternehmer Leo Wilmering das neue Angebot: Er will ein attraktiver Arbeitgeber sein. Und da sei es besser, wenn die Fahrer seiner Firma, ein sehr internationales Team, fahren dürften. Nicht allein die Schülertransporte, sondern, dazwischen sozusagen, weitere Linienfahrten. Wilmering sieht Kleinangebote wie Bürgerbus und Anrufsammeltaxi durchaus als Bausteine in der Mobilitätsplanung, mahnt aber: „Wir brauchen auch Leute, die die großen Busse fahren können. Und die wollen durchgehend beschäftigt sein.“ Für Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker ist der Start mit einem gut gefüllten Fahrplan genau richtig: „Wenn wir mit einer abgespeckten Version gestartet wären, wäre das nicht angenommen worden.“ Wichtig sei, dass die Fahrgäste die Busse fleißig nutzen – der zweijährige Probebetrieb entscheidet. Wer Fragen hat: Das VBN-Infomobil macht Station am 17. Dezember in Sudwalde (13 bis 14.45 Uhr, Gasthaus Stühring) und Affinghausen (15 bis 17 Uhr, Gasthaus Bensemann), Flyer sollen im Januar an die Haushalte verteilt werden.

Von Sylvia Wendt

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