Melina Hartwig aus Sudwalde bricht im Rahmen des „weltwärts“-Freiwilligendienstes Ende August nach Ghana auf

Abiturientin legt ein afrikanisches Jahr ein

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Melina Hartwig tritt Ende August als Freiwillige im „weltwärts“-Programm die Reise nach Ghana an.

Sudwalde - Gegen Krankheiten wie Gelbfieber ist sie schon geimpft, das Visum hat sie bekommen – und ab Freitagnachmittag hat sie auch ihr Abitur in der Tasche. Melina Hartwig konnte auf ihrer To-do-Liste schon einige Punkte abhaken. Ende August bricht die 18-Jährige aus Sudwalde zum wohl größten Abenteuer ihres bisherigen Lebens auf: Sie reist im Rahmen des „weltwärts“-Freiwilligendienstes für ein Jahr nach Ghana.

Den Plan, einen längeren Auslandsaufenthalt einzulegen, hatte sie schon gefasst, als sie in dieser Zeitung einen Artikel über das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderte „weltwärts“-Programm las. Sie informierte sich daraufhin beim Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen in Barnstorf, berichtet Melina Hartwig: „Man konnte sich für verschiedene Projekte bewerben, gesundheitliche, kulturelle, ökologische, zum Beispiel in Mittelamerika, Südafrika, Malawi.“ Ihre Wahl getroffen habe sie dann „wegen des Projektes, nicht wegen des Landes“, antwortet sie lächelnd auf die Frage, warum es Ghana sein soll. „Es hat mir gut gefallen, dass man in dem Projekt nicht so festgelegt ist, sondern einbringen kann, was man selbst für wichtig hält.“ Die Sudwalderin wird an einer Schule in Vakpo, westlich des riesigen Volta-Stausees, im Einsatz sein. „Eine Schule, die allen Kindern und Jugendlichen den Besuch ermöglichen möchte. Die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften, die die Freiwilligen dort leiten, ist kostenlos.“ Es geht um Themen wie Naturschutz und Nachhaltigkeit: „Die Bewirtschaftung des Schulgartens wird zu meinem Aufgaben gehören, da könnte ich mir vorstellen, mit den Schülern aus den Früchten Marmelade zu kochen und zu verkaufen“, nennt Melina Hartwig ein Beispiel. „Ich könnte auch Tanz- oder Bastel-AGs anbieten – aber da ist man sehr frei in der Gestaltung. Ich möchte den Kindern und Jugendlichen ein bisschen von unserer Kultur zeigen und etwas vom dortigen Lebensgefühl mitnehmen.“

Die Koordinatorin vor Ort, die in der Botschaft in der Hauptstadt Accra arbeitet, hat sie bei Vorbereitungstreffen mit anderen Freiwilligen schon kennen gelernt, ebenso den pensionierten Lehrer der Schule, bei dessen Familie sie wohnen wird – ihr Eindruck: „Richtig liebe Menschen, die sich um einen kümmern.“ Die Sudwalderin hat erfahren, dass der Bevölkerungsanteil junger Menschen in Ghana verglichen mit dem in Deutschland groß ist, dass das Land für ausländische Besucher relativ sicher ist und dass der christliche Glaube eine stärkere Rolle spielt, als hierzulande: „Die Menschen gehen sonntags in die Kirche. Und uns wurde nahe gelegt, das aus Respekt auch zu tun.“ Die Verständigung wird keine Hürde sein, „da spricht jeder Englisch.“

Einen Teil der Kosten finanzieren die Freiwilligen selbst, indem sie Sponsoren suchen. Wer Melina Hartwig unterstützen möchte, erreicht sie per E-Mail (melihart@t-online.de).

Die 18-Jährige hat vor, Medizin zu studieren. „Vielleicht hätte ich auch schon jetzt einen Studienplatz bekommen können“, sagt sie (ihr Notendurchschnitt: 1,1), „aber so kann ich auf jeden Fall im nächsten Jahr anfangen. Es ist mir wichtig, noch ein bisschen reifer zu werden, selbstständiger, an der Herausforderung zu wachsen.“

ab

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