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Mazen Hamade ist neuer Leiter der OBS Schwaförden/Ehrenburg

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Von: Sylvia Wendt

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Seine Tür stehe immer offen, sagt Mazen Hamade, neuer Schulleiter der Oberschule Schwaförden mit Außenstelle Ehrenburg.
Seine Tür stehe immer offen, sagt Mazen Hamade, neuer Schulleiter der Oberschule Schwaförden mit Außenstelle Ehrenburg. © S. Wendt

Schwaförden – Man darf gespannt darauf sein, welchen Spitznamen sich Mazen Hamade erarbeiten wird. Der 38-Jährige ist neuer Schulleiter an der Oberschule Schwaförden mit Außenstelle Ehrenburg – und steckt mittendrin im ganz normalen Wahnsinn eines Schulalltags, in diesem Fall mit 363 jungen Menschen, zwei Standorten, einem bunt gemischten Kollegium.

Und neu dabei ein Lehrer, der Wirtschaft, Geschichte und Technik für Grund-, Haupt- und Realschule studiert hat (mit Schwerpunkt Haupt- und Realschule), verheiratet ist, drei Kinder (elf, acht und anderthalb Jahre alt) hat – und den Bass in einer Band zupft.

Wieso hat sich Mazen Hamade entschieden, Lehrer zu werden und dann auch noch Schulleiter? Das scheint, angesichts der vielen offenen Stellen bundesweit, für den Großteil der Kollegen eher nicht attraktiv. „Ich wusste ganz früh, dass ich diese Laufbahn haben wollte. Vielleicht liegt es daran, dass ich aus einer Großfamilie komme und gerne Menschen um mich habe. Ich werde tatsächlich unruhig, wenn es zu ruhig wird“, erklärt Hamade. Und als Schulleiter böten sich ihm täglich viele Herausforderungen, immer unterschiedlich.

 Hamade ist, ohne öffentliches Tamtam, bereits im September 2021 als Schulleiter in Schwaförden gestartet. Die Eingewöhnung in den zurückliegenden Monaten hielt etliche der von ihm gewünschten Herausforderungen bereit, um – weniger hausgemacht als pandemiebedingt – den Schulalltag zu meistern.

Vorgefunden habe er ein gutes Klima im Kollegium. Tatsächlich betrachtet Hamade die verschiedenen Akteure an „Schule“ als seine Aufgabe: Die Schüler gelte es in die Ausbildung zu bekommen. Ihnen ein attraktives Lernumfeld zu schaffen, gehört für Mazen Hamade ganz selbstverständlich dazu. „Auch Schülerwünsche gilt es wahrzunehmen.“ Ebenso sei sein Ziel, den Kollegen ein Umfeld zu schaffen, in dem sie arbeiten können, ihnen den notwendigen Rahmen für ihre pädagogische Arbeit zu bieten.

Und die Eltern? Projekte mit Eltern stehen und fallen mit der Inzidenz, sagt Schulleiter Hamade, aber der Schulelternrat habe bereits einmal wieder tagen können, er habe sich da kurz vorstellen können.

Seine Tür stehe immer offen, sagt Mazen Hamade. Vorschläge holt er sich aber auch selbst ab. Vertretungsstunden etwa nutze er, „um Bedarfe abzufragen“.

Hamade ist gleichermaßen aufmerksam, was die guten wie die schlechten Dinge angeht. Moderner Unterricht? „Schule muss Anreize schaffen. Die Herausforderung ist, dass Schüler von heute tatsächlich noch ein Buch aufschlagen, obwohl sie wahrscheinlich schneller eine Antwort im elektronischen Endgerät gefunden hätten.“ Dennoch: Man müsse mit der Zeit gehen, sagt Hamade. Dazu gehöre aber nicht nur ein sogenanntes White Board an der Wand, sondern auch ein stabiler Internetzugang, jenes bereits genannte angenehme Lernklima – zu dem schlicht auch schöne Unterrichtsräume gehören.

Und die Auswirkungen der Pandemie? „Die Bewertungsmaßstäbe haben sich geändert. Ich denke schon, dass wir ein Lerndefizit haben. Aber wie gehen wir damit um? Welche Schwerpunkte müssen wir bilden? Der Spagat wird schwieriger“, sagt Hamade. Denn: „Struktureller Alltag von Schule geht nur in Präsenz.“

Grundsätzlich möchte er die Schule mehr vernetzen, das Profil stärken. Erste Kooperationen seien angeschoben, die den Schülern der Klassenstufen 5 bis 10 einen ganz anderen Einblick in die Welt der Technik bieten sollen.

Frühestmögliche Orientierung bieten

Weitere Partner für die Schule will Hamade gerne finden. Sein Ziel: Eine frühestmögliche Orientierung bieten, dass sich die Schülerinnen und Schüler nach Neigungen und Interessen (freiwillige) Zusatzbereiche aussuchen können.

Die Oberschule Schwaförden mit der Außenstelle Ehrenburg biete eine familiäre Atmosphäre, es gebe keine Spaltung, jeder begrüße sich freundlich. „Alle sind ein Teil der OBS-Familie und fühlen sich auch so“, erklärt Hamade. Nachgeholt werden solle eine Aktion, die eigentlich für Dezember geplant war, aber – aufgrund der Auflagen – ausfallen musste: Jeder Schüler hat ein Puzzleteil erhalten, zum Gestalten, die Einzelteile sollen zu einem bunten Ganzen zusammengefügt werden. Und ähnlich wie die Puzzleteile sammelt Hamade auch die Aufgaben: Ob W-Lan oder Wandfarbe, die Gebäude sind eben in die Jahre gekommen. Schulleiter Hamade sieht die Modernisierung (nicht nur des Unterrichts, auch des Umfeldes) als eine seiner Aufgaben.

Zur täglichen Arbeit gehört übrigens auch ein Ententeich. Die Schulgemeinschaft hat das Federvieh ins Herz geschlossen, die Spardose für das Entenfutter sei immer voll. Dass sich die Schüler durchaus an der Schule wohlfühlen, belege der Wunsch einiger, sich in ihrer Freizeit um die Herrichtung des Gartens zu kümmern. Dass manche Lehrer täglich aus Oldenburg oder Osnabrück anreisen belege, dass sie sich ebenso wohlfühlen.

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