Lizenz zum Trauen

Kim Meyer wird zur Standesbeamtin in Schwaförden berufen

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Neben Silke Hoormann (links) hat die Samtgemeinde Schwaförden mit Kim Meyer bald eine weitere Standesbeamtin.

Schwaförden - „Ich finde die Aufgabe einfach schon interessant, weil sie so vielseitig ist“, begründet Verwaltungsmitarbeiterin Kim Meyer ihren Entschluss, die Schulung zur Standesbeamtin zu absolvieren.

Ihre Berufung in diese Funktion zum 1. Oktober, um Standesbeamtin Silke Hoormann künftig als Stellvertreterin zu unterstützen, steht für kommenden Mittwoch auf der Agenda des Rates der Samtgemeinde Schwaförden.

Nachdem es Jörg Kohröde nach Barnstorf gezogen hat und Werner Eickhoff, der ebenfalls die „Lizenz zum Trauen“ hat, beruflich kürzertreten will, freut sich Silke Hoormann, dass Kim Meyer „nachrückt“. 

Die 29-jährige Samtgemeindeinspektorin, die seit 2009 im Schwafördener Rathaus arbeitet und im Fachbereich „Sicherheit und Ordnung, Soziales“ eingesetzt ist, absolvierte im August das zweiwöchige Seminar an der Akademie für Staatsangehörigkeitsrecht und Meldewesen im hessischen Bad Salzschlirf, die Dozenten stellte der Bundesverband der Deutschen Standesbeamtinnen und Standesbeamten.

Sterbefälle gehören auch dazu

„In der ersten Woche ging es um Sterbefälle und Geburtenbeurkundung, in der zweiten um Eheschließungen.“ Geburten beurkundet das Standesamt, in dessen Zuständigkeitsbereich das Kind zur Welt kam – eine Hausgeburt in Schwaförden, das kommt laut Silke Hoormann vielleicht einmal im Jahr vor. Trauungen deutlich häufiger. 

„Am Ende haben wir sechs Eheschließungen durchgespielt. Dabei war ich, Gott sei Dank, nur die Trauzeugin“, lacht Kim Meyer. Der Wunsch nach für sie individuell gewählten Worten bei der standesamtlichen Trauung wird bei den Paaren immer größer, weiß Silke Hoormann. 

„Wir fragen da auch nach, um die Zeremonie persönlicher gestalten zu können. Manchmal kommen dann ein paar Seiten...“ Von 19 Paaren, die in diesem Jahr getraut wurden, sind es fünf, die auch kirchlich geheiratet haben. „In der Regel haben wir in der Samtgemeinde zwischen 20 und 30 Eheschließungen im Jahr.“ 

Um die „Ehe für alle“ ging es bei der Schulung nur am Rande, berichtet Kim Meyer, tatsächlich liegen die Ausführungsbestimmungen seitens des Landes noch nicht vor. „Ab dem 1. Oktober könnten wir gleichgeschlechtliche Paare trauen. Und das kriegen wir auch ohne Ausführungsbestimmungen hin“, versichert Silke Hoormann. Zehn der eingetragenen Lebenspartnerschaften, 2001 eingeführt, wurden vom Schwafördener Standesamt geschlossen.

Mehrere offizielle Trauzimmer in der Samtgemeinde

Der Sitzungsraum des Rathauses, das Schwafördener Dorfgemeinschaftshaus, das Sudwalder Heuerlingshaus, die Heimatstube in Scholen und die Domäne in Ehrenburg sind offizielle Trauzimmer in der Samtgemeinde. „Und die Baller... die Sankt-Leonhard-Kapelle in Blockwinkel“, kriegt Silke Hoorman noch schmunzelnd die Kurve. 

Tatsächlich steht in der Kapelle auf der „Ballermann Ranch“ des Ehepaares Engelhardt am morgigen Samstag die nächste standesamtliche Trauung an, „ich nehme Kim mit, damit sie sich mit den Vorbereitungen und dem Ablauf vertraut machen kann.“ Mit der Einarbeitung ihrer neuen Stellvertreterin hat Silke Hoormann, die seit 1992 Standesbeamtin in der Samtgemeinde ist, bereits begonnen. 

Kim Meyer gibt zu, dass sie mit Aufregung an die erste Eheschließung denkt, die sie vornehmen wird, „und es ist auch spannend, wie die Leute auf mich reagieren werden.“ Was die Aufregung angeht, versichert Silke Hoormann: „Die geht nie weg.“

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