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Lieblingsbäume der Wald-Azubis im Forstamt Nienburg

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Von: Sylvia Wendt

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Die Europäische Lärche, Lieblingsbaumart von Niklas Jürgens.
Die Europäische Lärche, Lieblingsbaumart von Niklas Jürgens. © Landesforsten

Von Klimakämpfern und Holzlieferanten am „Tag des Baumes“, dem 25. April.

Schwaförden – Einen Ahorn pflanzten am ersten „Tag des Baumes“, der in der Bundesrepublik begangen wurde, dem 25. April 1952 Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, im Bonner Hofgarten. Und tatsächlich trotzen einige Ahornsorten dem Klimawandel besonders, wie die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein erst 2021 belegt hatte.

Welche Lieblingsbäume haben eigentlich die Forstwirt-Auszubildenden des Forstamtes Nienburg, die am Waldpädagogikzentrum Hahnhorst beheimatet sind? Die Niedersächsischen Landesforsten, gerade für die „Erdmann-Wälder“ ausgezeichnet als „Waldgebiet des Jahres 2022“, bieten eine Bandbreite an Baumsorten.

Die Rotbuche, Lieblingsbaumart von Auszubildender Inka Peglow.
Die Rotbuche, Lieblingsbaumart von Auszubildender Inka Peglow. © Privat

Auszubildende Inka Peglow etwa entschied sich für die Rotbuche: „Die Rotbuche ist mein Lieblingsbaum, weil ich das Holz in seiner Maserung toll finde, etwa als Möbelstück. Sie wächst fast überall und wächst gut im Schatten. Die lange Umtriebszeit lässt sie zu gewaltigen Bäumen heranwachsen. Außerdem ist es ein tolles Brennholz zum Heizen.“ Peglow weiß, warum die Rotbuche „Baum des Jahres 2022“ geworden ist: „Weil sie sehr unter der Trockenheit der letzten Jahre gelitten hat.“

Mehr als Brennholz zum Heizen

Herausforderung für den Privatmenschen und den Holzfachwirt gleichermaßen bei der Auswahl des zu pflanzenden Baumes ist der Klimawandel: Welche Arten eigenen sich an welchen Standorten besonders gut – die Frage muss ergänzt werden um den Aspekt: Welcher Baum kommt mit steigenden Temperaturen und sinkenden Wassermengen zurecht?

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Für eine kämpferische Sorte hat sich deshalb Forstwirtschaftsmeister Jan-Lorenz Woitas entschieden, der die Auszubildenden betreut: die Roteiche. „Weil sie sehr schnell wächst und auf vielen Standorten gedeihen kann. Sie ist resistenter gegen Schädlinge und Krankheiten als andere Eichenarten. Außerdem ein tolles Brennholz. Sie ist äußerst sturmfest und hat in jungen Jahren eine erstaunlich tolle Farbpracht im Herbst. Aufgrund ihrer Standfestigkeit und des schnellen Wachstums ist die Roteiche eine tolle Baumart, die sich in Zeiten des Klimawandels sehr kämpferisch zeigt.“ Etliche Roteichen wurden vom Team der Landesforsten gerade erst in der sogenannten „Weberkuhle“ gepflanzt – „zur Mischwaldvermehrung“, wie Pressesprecherin Wibeke Schmidt erklärt.

Die Roteiche, Lieblingsbaumart von Jan-Lorenz Woitas.
Die Roteiche, Lieblingsbaumart von Jan-Lorenz Woitas. © Privat

Auch Tammo Gräpel, Auszubildender im zweiten Lehrjahr, schätzt eine Baumsorte besonders, die witterungsbeständig ist. „Die Douglasie ist meine Lieblingsbaumart, weil das Holz vielseitig einsetzbar ist und schnell wächst. Wegen seiner Witterungsbeständigkeit und den tollen Eigenschaften als Parkett oder Möbel finde ich diesen Baum besonders toll. Mit dem Klimawandel verschlechtern sich allerdings die Anbaubedingungen in den warm-trockenen Gebieten. In kühleren Lagen verbessern sie sich.“

Die Douglasie findet Auszubildender Tammo Gräpel besonders gut.
Die Douglasie findet Auszubildender Tammo Gräpel besonders gut. © Privat

In seiner Lehre als Tischler hatte Auszubildender Niklas Jürgens Holz anders erfahren – und einen besonderen Baum schätzen gelernt. „Die Europäische Lärche ist meine Lieblingsbaumart, weil ich sie in meiner vorherigen Lehre als Tischler oft bearbeiten durfte. Sie ist ein schönes, witterungsbeständiges Holz, was auch sehr strapazierfähig ist. Außerdem verliert sie als einziger Nadelbaum in Europa ihr Nadelkleid im Winter. Ich denke, da sie langfristig mit ihrer Streu den Boden versauert, wird sie nicht gerne und allzu oft gepflanzt.“

Nachwuchs beim Forstpersonal gefragt

Die „Wald-Azubis“ der Niedersächsischen Landesforsten suchen Gleichgesinnte: Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) weist darauf hin, dass in vielen Forstbetrieben und Forstverwaltungen dringend Nachwuchs benötigt wird. „Nachwuchs beim Forstpersonal ist bereits heute schwer zu bekommen und je nach Bundesland wird dieser Bedarf in den nächsten Jahren anhalten“, weiß der Bundesvorsitzende der Forstgewerkschaft Ulrich Dohle.

Frauenanteil in der Forstwirtschaft steigt

Wer herausfinden möchte, ob der Beruf für sich passt, kann das in einem Praktikum tun. Das funktioniere am besten durch Zuschauen und Mitmachen Geworben wird für die verschiedenen Forstberufe, da diese einen „hohen Praxisbezug“haben. Laut Ulrich Dohle, selbst Revierförster, steige der Frauenanteil in der Forstwirtschaft rasant. „Das ist eine gute Entwicklung.“

Mehr Infos unter www.landesforsten.de

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