Sudwalder Kapelle erhält neue Orgel / Waltraud Ohrdes erklärt die Gründe

Letztes Geleit ohne Misstöne

Waltraud Ohrdes freut sich auf die neue Orgel, die für die Kapelle in Sudwalde bestellt ist.
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Waltraud Ohrdes freut sich auf die neue Orgel, die für die Kapelle in Sudwalde bestellt ist.

Sudwalde – Eine Orgel, die unangenehm überrascht: Das Instrument in Sudwaldes Kapelle beschert Waltraud Ohrdes seit Langem schon Magenschmerzen. Es gebe manches Mal Geräusche ab, die so gar nicht auf dem Notenblatt stehen. Und Waltraud Ohrdes ist es eben unangenehm, dass sie diese Geräusche nicht beeinflussen kann. „Schlimm, wenn mitten in der Trauerfeier so ein lang gezogenes Eiinnnnnggggg zu hören ist.“

Das Spielen auf der Orgel sei, nun ja, eine Zumutung. Hat aber bald ein Ende: Mit dem Nachtragshaushalt 2020 hat der Rat der Samtgemeinde Schwaförden beschlossen, 5 000 Euro für den Kauf und die Installation einer neuen Orgel auszugeben.

Waltraud Ohrdes aus Groß Lessen ist seit Langem als Organistin in, nach eigenen Angaben, „fast allen Kapellen des Sulinger Landes“ im Einsatz. Ohne wirkliche Prüfung: Bevor sie eine solche ablegen konnte, verlies die damalige Kantorin Sulingen. Und bei ihr hatte Waltraud Ohrdes Unterricht genommen, nachdem sie viele Jahre nicht mehr gespielt hatte.

Die Kapelle in Sudwalde wurde 1986 nach der Umgestaltung wieder eröffnet. „Im August, es war knalleheiß und ich hochschwanger“, erinnert sich Bestatterin Dagmar Lübbering. Die Eröffnung, mit Sinfonieorchester, sei ein Ereignis gewesen, erinnern sich Dagmar und Reiner Lübbering. Als Musikinstrument sei damals die alte Orgel aus der Kapelle in Scholen nach Sudwalde gegeben worden. Und sei seitdem, wie alle Musikinstrumente in Kapellen, den Temperaturschwankungen ausgesetzt. „Es wird in den Kapellen ja nicht durchgängig geheizt“, sagt Reiner Lübbering.

Und grundsätzlich sei in Sachen Elektronik noch Nachholbedarf in der Sudwalder Kapelle, ergänzt Ohrdes. Etwa, wenn persönliche Musikwünsche per CD abgespielt werden sollen bei Trauerfeiern: Das müsste dann jeweils über den Bestatter organisiert werden, der die Geräte mitbringt. Die neue Orgel sei bestellt, sagt Fachbereichsleiter Achim Hollmann, er könne aber zum Lieferzeitpunkt keine Angaben machen.

Für Waltraud Ohrdes kann der nicht schnell genug kommen. Das neue Instrument sei keine klassische Orgel. Im Gespräch mit einem Fachmann der Firma habe sie Angaben machen müssen, etwa zur Größe der Kapelle. Danach habe der Fachmann das jetzt bestellte Instrument empfohlen. Das biete eine besondere Vielfalt, sei ein „sakrales Keyboard“. Oft genug würden für Kapellen reine Keyboards bestellt – „aber wir Organisten sind ja zumeist keine gelernten Klavierspieler“, erklärt Ohrdes. Das neue Instrument könne vom Klavier- in den Orgelmodus geschaltet werden. Zusätzlich „zugeschaltet“ werden könnten Klänge weiterer Instrumente wie Harfe oder Violine. Das Spiel mit Pedalen gerät zwar nicht außer Mode, aber Tatsache sei, das immer weniger Musiker es beherrschen. Ohrdes freut sich über die Investition, denn sie weiß: „An der Musik wird meistens gespart.“

Viele Kollegen mögen ob der Sudwalder Orgel, wohlwissend um die Mätzchen, die das alte Ding macht, nicht zu Einsätzen in die Kapelle gebucht werden. Deshalb sei sie auch sehr froh gewesen, ihre Empfehlung bei der Auswahl abgeben zu können. „Ich hoffe, dass ich das richtige Instrument ausgesucht habe.“ Manches Mal habe sie auch ihr eigenes Keyboard bereits auf der Empore in Sudwalde aufgebaut, um eine fehlerfreie musikalische Begleitung des Trauergottesdienstes gewährleisten zu können.

Eine ohne überraschende Misstöne beim letzten Geleit.

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