Wundertüte für „richtige Menschen“

Team von KulturGut Ehrenburg investiert 100 Stunden in Neustart

Rund 100 Gäste genossen den Kulturneustart auf der Wiese.
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Rund 100 Gäste genossen den Kulturneustart auf der Wiese.

Schmalförden – Die Registrierung per Luca-App funktionierte nur bedingt. Die Veranstalter von „KulturGut Ehrenburg und umzu“ und die Besucher in Schmalförden nahmen das Funkloch am Samstagabend mir Humor und entschieden sich für die analoge Datenerfassung mit Stift und Papier. Nichts trübte die Vorfreude auf den kulturellen Neustart.

Nicht alle Besucher, die durch den idyllischen Garten des Gasthauses Kastens auf die anliegende Wiese pilgerten, hatten eine konkrete Vorstellung davon, was sich hinter der Ankündigung „Poesie in Wort und Musik“ verbirgt. Am Ende entpuppte sich die Kombination von deutscher Liedermachertradition 2.0 und wortgewaltigem Poetry-Slam als zauberhafte „Wundertüte“, die allen Beteiligten einen magischen Abend bescherte.

Der Sänger und Liedermacher David Lübke (Gitarre und Banjo), einer Handvoll Gäste bekannt durch seinen Auftritt im Sulinger „JoZZ“, hatte mit Max Eisinger (Geige), Moritz Brümmer (Cello) und den Mandolinisten Filip Sommer (Mandoline) hochkarätige Musiker an seiner Seite. Sie waren für eine kleine gemeinsame Tournee aus Amsterdam, Berlin und Leipzig angereist. Die Musiker erwiesen sich als Gute-Laune-Botschafter und gaben den Songs mit Elementen von Irish Folk und Bluegrass einen unverwechselbaren Sound. Mit klarer, ausdrucksvoller Stimme sang Lübke von Zweifel und Hoffnung, Aufbruch und Ankunft – eine Reminiszenz an Folk-Ikonen wie Dylan oder Wader, und doch frisch und anders.

Janina Mau.

Die Poetry-Slammer Sim Panse alias Simeon Buß und Janina Mau performten eigene Texte, die ihnen federleicht und mit bewundernswerter Souveränität über die Lippen kamen: lyrisch-poetische und philosophisch-kluge Wortwerke über persönliche Träume, politische Entwicklungen und gesellschaftliche No-Gos. Der Beifall des Publikums, zustimmendes Muh der Kälber, die das Geschehen auf „ihrer“ Wiese am Rande verfolgten, war ihnen sicher.

Die Künstler genossen die Möglichkeit, nach „anderthalb Jahren Streaming-Kram“ wieder vor „richtigen Menschen“ aufzutreten. „Wir hatten fast vergessen wie sich Applaus anfühlt“, räumte Simeon Buß ein. David Lübke lobte den „wunderschönen Ort“ und die „liebevolle Betreuung“. Letztere habe sogar die Organisation des Bühnenoutfits beinhaltet: „Wir hatten einen Koffer vergessen. Danke, Tim, für die Auswahl gut sitzender Hemden verschiedener Größen und Farben!“

Das David-Lübke-Quartett.

„Die Kultur ist wieder da, wir freuen uns riesig“, hatte „KulturGut“-Sprecher Bernd Kramer bei der Begrüßung der 100 Besucher betont. Der Zuspruch von Stammgästen und zum Teil weit gereisten Kulturfreunden sei motivierend für das Team, das diese Veranstaltung möglich gemacht habe. 20 Ehrenamtliche hatten rund 100 Stunden in die Vorbereitung und Durchführung investiert.

Sim Panse alias Simeon Buß.

Kramers Dank galt auch den „Freunden der Alten Ziegelei Twistringen“, die für das Konzert Bühne und Pagodenzelt zur Verfügung gestellt und sogar beim Aufbau geholfen hatten: „Großartig, dass die Solidarität unter Kulturveranstaltern funktioniert.“ Die Veranstaltung sei Auftakt einer Reihe von acht weiteren Nachholterminen bis Jahresende für coronabedingt ausgefallene Events.

Am kommenden Samstag, 3. Juni, lädt „KulturGut“ zum literarischen Abend mit Gesang auf die Wiese bei Kastens ein, Thema: die Liebesgeschichte zwischen Marlene Dietrich und Erich Maria Remarque.

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