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Künstlerische Inspiration in Ehrenburgs ländlicher Idylle

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Von: Sylvia Wendt

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Helga Scherler-Gronau malte das Bild, das Anett Hänsch als Buchtitel ausgesucht hat.
Helga Scherler-Gronau malte das Bild, das Anett Hänsch als Buchtitel ausgesucht hat. © S. Wendt

Die Ateliers von Helga Scherler-Gronau und Anett Hänsch liegen vis-à-vis

Ehrenburg – „Diese Stunden habe ich echt genossen. Dieser Platz gibt mir das Gefühl, als würde ich hier bleiben können.“ Die Besucherin ist dankbar, glücklich. Und es liegt nicht an Kaffee und Kuchen, sondern an einem anderen K – der Kunst.

Helga Scherler-Gronau und Anett Hänsch haben sich nicht gesucht, aber in Ehrenburg gefunden. Das Atelier der einen liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite der anderen. Und aus den Kolleginnen sind längst Freundinnen geworden, die sich künstlerisch gegenseitig zu beflügeln scheinen.

An gleich zwei Tagen luden sie jetzt ein, öffneten ihre Ateliers. Und durften sich über gut 100 Besucher freuen, die vorbeischauten und gerne eintauchten in eine friedvolle Idylle, die Platz und Raum ließ, die Gedanken schweifen zu lassen und einzutauchen in Gespräche über zahlreiche Themen. Auch über Kunst. Vor den Gästen beim offenen Atelier hatte der Kulturbeirat des Landkreises bereits bei Künstlerin Helga Scherler-Gronau in Ehrenburg vorbeigeschaut.

„Das Wolkenmädchen“ hat Anett Hänsch die Ballerina genannt, eine Zeichnung von Helga Scherler-Gronau.
„Das Wolkenmädchen“ hat Anett Hänsch die Ballerina genannt, eine Zeichnung von Helga Scherler-Gronau. © S. Wendt

Die freischaffende Malerin, Fotografin und Grafik-Designerin hat in jedem ihrer Zimmer Kunst an den Wänden und präsentiert sich bei der Wahl des Themas ebenso flexibel wie bei der Wahl des Materials. Mit einer Einschränkung: „Ich habe bisher nur ein einziges Ölbild gemalt.“ Dass rund 50 Werke in Aquarell, Acryl und Kreide ausgestellt werden, zeigt ihre Präferenzen deutlich. Scherler-Gronau transportiert mit ihrem Blick auf die Natur um sie herum immer auch Gefühle. Und die wiederum spürt Anett Hänsch sofort, greift sie auf, formuliert die Worte dazu. Die passionierte Dichterin und hauptberufliche Dozentin hat zahlreiche und vielseitige Lyrikbände, in Zusammenarbeit mit regionalen und internationalen Künstlern, erstellt.

Bände, die auslagen während der geöffneten Ateliers und in die gerne „abgetaucht“ wurde: „So emotional hat meine Mutter seit Langem nicht reagiert“, erklärte eine Besucherin, die mit ihrer demenzkranken Mutter der Einladung gefolgt war und eine Lesung im Gartenidyll genossen hatte. Hänsch empfing ihre Gäste in ihrem „Atelier 1G“ an der Hauptstraße 1g, wechselte aber zur Lesung in den Garten von Künstlerkollegin Helga Scherler-Gronau.

„Dritte im Bunde“ war an diesen zwei Tagen Rosi Wagner, die im Außenbereich die Vielfalt der „Orimoto“ Buchfaltekunst präsentierte.

„Das müssen wir doch wissen, dass das hier so schön ist“, kommentierte ein Besucher. Anett Hänsch verweist auf das kommende Jahr – und die Tatsache, dass ihr ungeheizter Dachboden für Besucher im Winter nicht optimal ist. Was aber den Buchverkauf nicht hindern soll: Weihnachtsbücher mit Gedichten aus vier Jahrhunderten hat Anett Hänsch zusammengestellt und eines mit Festreden für die Advents- und Weihnachtszeit.

Für die Buchprojekte von Helga Scherler-Gronau und Anett Hänsch sind beide Künstlerinnen ganzjährig zu sprechen, denn immer wieder sprudeln beide vor neuen Ideen. Scherler-Gronau hat sich mit dem Aufbau ihres eigenen Ateliers auf der Domäne Ehrenburg vor einigen Jahren einen lange gehegten Traum erfüllt: „Das alte Umgebindehaus ist für mich ein idyllischer Ort mit großer Geschichte, an dem ich alles, was mir wichtig ist, miteinander verbinden kann. Es ist ein wunderschöner Ort zum Leben, zum Malen und Kreativsein, aber auch ideal zum Empfangen von Gästen.“ Wann der nächste Termin dafür sein wird, bleibt abzuwarten.

Buchfaltekunst zeigte Rosi Wagner.
Buchfaltekunst zeigte Rosi Wagner. © S. Wendt

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