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Kommunen des Sulinger Landes bewerben sich gemeinsam um EU-Mittel

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Von: Sylvia Wendt

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Akteure der lokalen Aktionsgruppe „Sulinger Land“.
Akteure der lokalen Aktionsgruppe „Sulinger Land“. © S. Wendt

Sulinger Land – Es geht darum, Fördermittel ins Sulinger Land zu holen. Dazu gibt es manche Wege, konkret haben sich die Samtgemeinden Schwaförden, Siedenburg und Kirchdorf sowie die Stadt Sulingen jetzt zusammengeschlossen, um sich mit einem „Regionalen Entwicklungskonzept Sulinger Land“ über das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz um EU-Mittel aus dem „Leader“-Programm zu bewerben.

Grundlage ist ein Konzept, in dem Ziele definiert werden, die man gemeinsam erreichen will. Das Sulinger Land strebe an, sich als „facettenreicher Potenzialraum und lebenswerte Region zu etablieren“, heißt es in der Kurzfassung des „Regionalen Entwicklungskonzeptes“, das die vier Kommunen in Zusammenarbeit mit dem Bremer Planungsbüro „Sweco“ entwickelt haben. Der Antrag auf Aufnahme muss bis zum 30. April in Hannover vorliegen, inklusive eben jenes Konzeptes. Das wird und wurde jetzt in den zuständigen Stadt- und Samtgemeinderäten zur Beschlussfassung vorgelegt.

Ein wesentlicher Bestandteil des Programms ist die Bürgerbeteiligung – die allerdings ausschließlich online erfolgte, im Dezember 2021 und Januar 2022. Beteiligt haben sich 215 Bürgerinnen und Bürger heißt es im 36 Seiten umfassenden Bericht. Der ist in den Rathäusern der vier Kommunen einzusehen und auf deren Homepages abrufbar. Es geht konkret darum, bis zu 1,2 Millionen Euro an EU-Mitteln in das Sulinger Land zu holen. Ob die vier Kommunen erfolgreich mit ihrer Bewerbung sind, werde sich zum Jahresende 2022 herausstellen, erklärt Schwafördens Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker, der als Antragsteller die Federführung übernommen hat.

Für das Konzept mussten Handlungsfelder formuliert werden, auf die sich die Kommunen mit den Projekten konzentrieren möchten. Gemeinsam haben die Akteure vier Bereiche definiert: die medizinische Versorgung, die wirtschaftliche Entwicklung, die Angebote der Daseinsvorsorge sowie Energie, Klima und Umwelt. Zu allen vier Bereichen sind diverse Entwicklungsziele benannt worden, die in der Formulierung Raum lassen für eine Fülle an Ideen und Projekten.

Projekte geben nicht die Kommunen vor. Vielmehr arbeiten in einer lokalen Aktionsgruppe (LAG) neben den vier Bürgermeistern acht Wirtschafts- und Sozialpartner aus den Bereichen regionale (Land-)Wirtschaft, medizinische Versorgung, Naturschutz, Mobilität sowie von einem sozialen Träger mit. Dem LAG gehören die hauptamtlichen Bürgermeister Rainer Ahrens (Siedenburg), Patrick Bade (Sulingen), Heinrich Kammacher (Kirchdorf) und Helmut Denker an, ferner Christian Welp (TAFF Sulingen – Daseinsvorsorge), Jan Kanzelmeier (Stiftung Naturschutz – Energie, Klima und Umwelt), Olaf Meiners (Olaf Meiners GmbH & Co KG – wirtschaftliche Entwicklung), Tim Piasta (Heide-Apotheke Kirchdorf – medizinische Versorgung), Anke Schockemöhle (Ratsfrau Samtgemeinde Schwaförden – Daseinsvorsorge, Mobilität), Corinna Sudenn-Siemering (Sudenn Holzbearbeitung – wirtschaftliche Entwicklung), Dr. Thomas Wiemann (Krankenhaus Sulingen – medizinische Versorgung), Andrea Ostermann (Landfrauenverein Borstel – wirtschaftliche Entwicklung) und Volker Klüche (Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser) als beratendes Mitglied.

Das LAG berät über die Anträge, wählt diese aus, in der Geschäftsstelle (SG Schwaförden) wird das Projekt für die Rangliste bewertet. Danach können Fördermittel beantragt werden. Diese Zusammenarbeit der lokalen Aktionsgruppe ist zentrales Element des Leader-Programmes, das die Akteure und Projekte sich verbinden sieht, „die die Lebensqualität in ländlichen Räumen verbessern“. Die Ideen und Impulse sollen von lokalen Akteuren und Bewohnern der Region entwickelt werden. Auch Vereine und Privatpersonen können Antragsteller sein und Fördermittel bekommen.

Die Förderperiode würde, wenn das Sulinger Land aufgenommen wird, 2023 beginnen. An Zuschüssen würden, nach Projekt und Träger gestaffelt, zwischen 30 und 50 Prozent der Kosten gewährt (Höchstsatz 50  000 Euro). Für die Förderung von Kleinstprojekten (unter 5 000 Euro netto Gesamtprojektkosten) werde zum Auftakt der Förderperiode die Einrichtung eines Regionalfonds geprüft.

Die Leader-Förderkulisse soll nicht die einzige bleiben, die das Regionalmanagement im Auge behält. Vielmehr werde kontinuierlich geprüft, welche weiteren Optionen sich für die Förderung der Lebensqualität im ländlichen Raum bieten.

Wer wissen möchte, ob sein Projekt im Rahmen von „Leader“ gefördert werden könnte, kann sich zur öffentlichen Präsentation anmelden.

Öffentliche Online-Präsentation am 5. April

Am Dienstag, 5. April, gibt es in der Zeit von 18 bis 20 Uhr eine offizielle öffentliche Abschlusspräsentation – online: Den Zoom-Link zur Teilnahme erhält, wer sich per E-Mail (verena.lorenz@sweco-gmbh.de) anmeldet. Die Entwicklungsziele der Region sowie Projektbeispiele und -ideen werden vorgestellt, das Antragsverfahren ab 2023 wird erläutert.

Lokale Aktionsgruppe „Sulinger Land“ geht mit fünf Projekten an den Start

Zum Start sind fünf Projekte genannt: 1. Machbarkeitsstudie „Regionales Versorgungszentrum“, voraussichtliche Kosten: 80 000 Euro, Förderung im Rahmen von Leader: 48 000 Euro/60 Prozent, Antragsteller: Geschäftsstelle der Region (Samtgemeinde Schwaförden) oder Stadt Sulingen; 2. Aussichtsplattformen an den Schlatts der Samtgemeinde Schwaförden (noch vorbehaltlich), voraussichtliche Kosten: 20 000 Euro, Leader-Förderung: 10 000 Euro/50 Prozent, Antragsteller: Stiftung Naturschutz; 3. Naherholung Benser Schweiz in der Gemeinde Sudwalde, voraussichtliche Kosten: 35 000 Euro, Leader-Förderung: 17 500 Euro/50 Prozent, Antragsteller: Gemeinde Sudwalde; 4. Aussichtsturm an der Moorbahn in Freistatt, voraussichtliche Kosten: 20 000 Euro, Leader-Förderung: 10 000 Euro/50 Prozent, Antragsteller: Samtgemeinde Kirchdorf; 5. Barrierefreie Erreichbarkeit Aussichtspunkt Kirchdorfer Heide, voraussichtliche Kosten: 40 000 Euro, Leader-Förderung: 20 000 Euro/50 Prozent, Antragsteller: Samtgemeinde Kirchdorf. 195 000 Euro an Nettokosten stünden Fördermittel in Höhe von 105 000 Euro gegenüber.

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