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Kleine Kunsthalle Öftinghausen zeigt Werke der Künstlergruppe ZERO

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Von: Martina Kurth-Schumacher

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Vor Spiegelinstallationen des Schweizer Objektkünstlers Christian Megert: Heidrun Wagner-Fils und Dr. Alexander Fils.
Vor Spiegelinstallationen des Schweizer Objektkünstlers Christian Megert: Heidrun Wagner-Fils und Dr. Alexander Fils. © Kurth-Schumacher

Öftinghausen – Werke von Mitgliedern der Künstlergruppe „ZERO“ standen bei der ersten Ausstellung in der „Kleinen Kunsthalle“ im Jahr 2012 im Mittelpunkt. Heute, zehn Jahre später, präsentiert „Fils Fine Arts“ erneut Arbeiten von Künstlern, die 1958 die bedeutendste Avantgardebewegung des 20. Jahrhunderts initiierten – ein Brückenschlag.

Die 1870 gegründete „Art Edition Fils“ ist einer der renommiertesten Kunstverlage Deutschlands. Vor zehn Jahren haben Dr. Alexander Fils und seine Ehefrau Heidrun Wagner-Fils, die das Familienunternehmen in fünfter Generation führen, einen Teil eines 500 Jahre alten Anwesens in Öftinghausen – Elternhaus von Heidrun Wagner-Fils – als Galerie eingerichtet. Die „Kleine Kunsthalle“ ist Dependance für die Kundenbetreuung im norddeutschen und nordeuropäischen Raum, aber auch exklusiver Ausstellungsort.

Feuerbilder von Otto Piene, reliefartige Nagelkunst und Ouroboros von Günther Uecker, chromatische Konstellationen von Heinz Mack oder Spiegelinstallationen von Christian Megert: Dr. Alexander Fils erklärte den Besuchern der Vernissage am Sonntag die Besonderheiten der Werke und ihre kunsthistorische Bedeutung, ließ aber auch viele Anekdoten einfließen. Seine Familie pflegt zu allen Künstlern langjährige persönliche Kontakte. Als Vertreter der Stadt Düsseldorf ist Fils Mitbegründer der 2008 ins Leben gerufenen „ZERO Foundation“, die den Künstlern unter anderem eine Ausstellung im Solomon R. Guggenheim Museum, New York, ermöglichte.

Erstmals war in Öftinghausen eine Skulptur aus Stahlblech und Edelstahlnägeln von Günther Uecker zu sehen. Das Modell für eine Tor-Installation in China wurde in Fünferauflage gefertigt. Spannend auch die Umsetzung der Ideen des Schweizer Objektkünstlers Christian Megert: In enger Zusammenarbeit mit dem Kunstverlag Fils und einer Siebdruckerei aus Reutlingen entstanden kleine Editionen dreidimensionaler Kunstwerke aus bedrucktem Plexiglas und dahinter montierten Spiegeln.

Die „Kleine Kunsthalle“ ist Dependance für die Kundenbetreuung, aber auch exklusiver Ausstellungsort.
Die „Kleine Kunsthalle“ ist Dependance für die Kundenbetreuung, aber auch exklusiver Ausstellungsort. © Kurth-Schumacher

60 Besucher fanden sich am Sonntag zur Vernissage ein. „Wir sind zutiefst dankbar, dass unser Angebot so gut angenommen wird“, sagte Heidrun Wagner-Fils, die vor einem halben Jahr die Geschäftsführung der „Fils Fine Arts“ übernommen hat. Die ausstellungsfreie Zeit – die Galerie in Düsseldorf war ein halbes Jahr geschlossen, die Dependance in Öftinghausen anderthalb Jahre – habe man in die Online-Präsenz investiert, um Kunden in aller Welt Ausstellungen zugänglich zu machen. Gerade das Ambiente der Kleinen Kunsthalle habe sich in dieser Hinsicht bewährt.

Dass man am Standort Öftinghausen festhält, habe nie infrage gestanden, unterstrich Kunsthistoriker Dr. Alexander Fils. „Wir haben sogar in der Szene inzwischen einige Nachahmer gefunden. Immer mehr namhafte Galerien richten sich Dependancen auf dem Land ein. Die Besucher erleben die Kunst hier ganz anders. Und sie nehmen sich Zeit. Die Verweildauer in unserer Galerie in Düsseldorf liegt bei zehn Minuten, in Öftinghausen bleiben die Kunstinteressierten durchschnittlich weit über eine Stunde.“

Die aktuelle Ausstellung ist an den Wochenenden 9. /10., 16./17. und 23./24. April sowie am 7. und 8. Mai jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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