Ältestes Exponat stammt aus 1879

Kirchengemeinde Sudwalde zeigt „Taufkleider im Wandel der Zeiten“

Zwei „Models“ für die Taufkleider präsentieren Gemeindesekretärin Monika Meier (links) und Kirchenvorsteherin Diane Beneke.
+
Zwei „Models“ für die Taufkleider präsentieren Gemeindesekretärin Monika Meier (links) und Kirchenvorsteherin Diane Beneke.

Sudwalde – „Taufkleider im Wandel der Zeiten“ war eigentlich als „Wandelausstellung“ der Kirchengemeinde Sudwalde geplant. So wie die erste, mit Werken des Künstlers Karl-Heinz Grage, „ausgestellt in den Schaufenstern des Ortes, als ein Ziel für Spaziergänge in Coronazeiten. Doch dann kam eine Überraschung“, berichtet Pastor Florian Schwarz: „Auf den Aufruf, Familientaufkleider zur Verfügung zu stellen, haben so viele Familien reagiert, dass es nicht genug Schaufenster im Ort gab.“

So wurde umdisponiert und die Ausstellung ins Gemeindehaus verlegt. Dort ist sie seit dem Himmelfahrtstag zu sehen.

Über mehr als 40 Exponate freut sich die Initiatorin der Ausstellungen, Gemeindesekretärin Monika Meier: „Eigentlich wollten wir damit ja vor allem Werbung für unser Tauffest am 11. Juli machen, bei dem wir all die Taufen, die aufgrund der Pandemie nicht stattgefunden haben, nachholen. Aber jetzt können wir eine regelrechte Kulturgeschichte der Taufkleider präsentieren.“

Ursprung liegt in der Spätantike

Die Tradition der Taufkleider, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, habe ihren Ursprung schon in der Spätantike. Die heute bekannte Form sei um 1800 entstanden und so „ist ein Stück Mode des Biedermeiers bis heute erhalten, auch wenn die Variationen in Material und Herstellungsweise vielfältig sind“, heißt es in einer Mitteilung der Kirchengemeinde zur Ausstellung. „In Sudwalde sind auch gehäkelte und gestrickte Modelle zu sehen, ebenso eines aus aprikotfarbenem Acrylstoff der 70er Jahre. Die meisten jedoch, wie schon in der Antike, sind klassisch weiß.“ Das älteste Stück der Ausstellung stamme von 1879. „Eine kleine Besonderheit ist die doppelte Ausführung eines Taufkleides für die Taufe von Zwillingen.“

Pastor Florian Schwarz, der die Ausstellung theologisch begleitet hat, freut sich ebenfalls über die große Zahl der Exponate: „Wenn ich in Taufgesprächen nachfrage, ob es denn ein Familientaufkleid gibt, dann höre ich immer wieder das Bedauern, dass es in der Familie diese Tradition leider nicht gebe. Aber irgendwann muss man ja mit Traditionen beginnen.“ Deshalb bietet die Gemeinde einen Kursus an, in dem ein eigenes Taufkleid genäht werden kann. Interessierte können sich im Gemeindebüro (Tel. 0 42 47 / 3 26, E-Mail: KG.Sudwalde@evlka.de) anmelden. Auch für das Tauffest unter freiem Himmel (11. Juli, 10 Uhr) sind noch Plätze frei.

Montags, freitags und sonntags im Gemeindehaus

Die Ausstellung der Taufkleider ist montags von 16.30 bis 19 Uhr, freitags von 8.30 bis 12 Uhr und sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Monika Meier: „Wir bitten um Verständnis, dass immer nur ein Haushalt auf einmal die Ausstellung betreten darf.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Abschied vom „Café in Sulingen“ nach 32 Jahren

Abschied vom „Café in Sulingen“ nach 32 Jahren

Abschied vom „Café in Sulingen“ nach 32 Jahren
Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln
Baubeginn möglicherweise im Herbst im Sulinger Gewerbegebiet „Vorwerker Heide“

Baubeginn möglicherweise im Herbst im Sulinger Gewerbegebiet „Vorwerker Heide“

Baubeginn möglicherweise im Herbst im Sulinger Gewerbegebiet „Vorwerker Heide“
Unfall endet tödlich: Lkw erfasst Radfahrer zwischen Bassum und Harpstedt

Unfall endet tödlich: Lkw erfasst Radfahrer zwischen Bassum und Harpstedt

Unfall endet tödlich: Lkw erfasst Radfahrer zwischen Bassum und Harpstedt

Kommentare