Kirchengemeinde Schwaförden-Scholen muss ein Gemeindehaus aufgeben

Welches Haus trifft es?

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Das Gemeindehaus der Kirchengemeinde in Schwaförden.

Schwaf./Scholen - Dass beim Kreisverband Diepholz des Deutschen Roten Kreuzes überlegt wird, die DRK Ambulante Pflege Schwaförden aus dem kirchlichen Gemeindehaus in Scholen in das Haus Runge in Schmalförden zu verlegen, in dem bereits die Tagespflegeeinrichtung „Kirchenstübchen“ ansässig ist, war im Sommer 2014 bekannt geworden – mittlerweile ist der Umzug fast abgeschlossen (wir berichteten). Wie reagiert nun die Kirchengemeinde Schwaförden-Scholen auf den Verlust des Mieters?

„Wir vom Kirchenvorstand fanden die Entscheidung des DRK-Kreisverbandes natürlich bedauerlich – ich als ‚alter Heimleiter‘ kann allerdings nachvollziehen, dass man Ressourcen bündeln, Synergien nutzen will“, stellt Pastor Gerald Engeler fest. „Aber das Haus verliert dadurch natürlich.“ Nutzer ist jetzt noch der Heimatverein Kirchspiel Scholen, der dort das Museum „Heimatstube“ eingerichtet hat. Laut Engeler wolle das DRK versuchen, das montägliche Betreuungsangebot für Senioren und Pflegebedürftige im Scholener Gemeindehaus auch weiterhin aufrecht zu erhalten.

Bereits im vergangenen Sommer hatte Engeler darauf hingewiesen, dass seit Jahren darüber diskutiert wird, ob die Kirchengemeinde sich langfristig zwei Gemeindehäuser leisten kann. „Wir sind mit 1500 Gemeindgliedern eine kleine Kirchengemeinde, es ist nur eine Dreiviertel-Pastorenstelle. In der Größenordnung hat fast keine andere Gemeinde zwei Häuser.“ Zu diesem Thema habe es im Frühjahr eine kleine Klausurtagung des Kirchenvorstandes gegeben. „Es ist nichts entschieden, und wir werden das auch ruhig und mit Bedacht angehen lassen“, betont der Pastor. „Aber Fakt ist: Mittelfristig müssen wir eines der Gemeindehäuser aufgeben.“ Es sei eine ergebnisoffene Diskussion, unterstreicht Engeler. „Es ist eine schwierige Entscheidung und uns ist klar, dass es sowohl bei den Gemeindegliedern in Schwaförden als auch bei denen in Scholen gute Argumente für den Erhalt ihres jeweiligen Gemeindehauses gibt.“ Beide Immobilien sind sanierungsbedürftig, wobei die Sanierung des Daches des Gemeindehauses in Scholen am dringendsten wäre. „Sie würde etwa 60000 bis 65000 Euro kosten. Seitens des Kirchenkreises hieß es, die könne man uns so nicht geben – wir müssten erst eine Entscheidung treffen.“ Aus seiner persönlichen Sicht müsse man bei der Entscheidung berücksichtigen, dass es in Schwaförden die Möglichkeit gibt, mit kirchlichen Gruppen auf das Dorfgemeinschaftshaus auszuweichen – in Scholen gebe es eine solche Alternative nicht. Auch seien die Toiletten im Schwafördener Gemeindehaus nicht seniorengerecht. Zudem gebe es das Gemeindehaus in Schwaförden erst seit den 80er Jahren, das in Scholen habe eine deutlich längere Tradition.

„Es ist ein heißes Eisen“, weiß Pastor Engeler. „Wir wollen einen Diskussionsprozess in Gang bringen und werden das auf keinen Fall im Schweinsgalopp entscheiden.“

ab

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