Eine Million, um Raum in Samtgemeinde Schwaförden zu schaffen – doch wo?

Kinderbetreuung: Große Nachfrage

Krippe und Kita in Schwaförden: Auch hier wäre Platz für einen Anbau.
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Krippe und Kita in Schwaförden: Auch hier wäre Platz für einen Anbau.

Schwaförden – Die Samtgemeinde Schwaförden, da, wo die Welt noch in Ordnung ist. Zumindest, was den öffentlichen Haushalt angeht. Kämmerer Svend Kafemann weiß um die Gelder auf den Konten – und: Je mehr angespart wird, desto mehr „Strafzinsen“ verlangen die Banken heutzutage. Warum dann nicht ausgeben? Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker ist kein Freund davon, angesparte Groschen mit vollen Händen zu verteilen: „Man weiß ja nicht, was noch alles kommt.“

Nach fast zwei Jahren der Pandemie – wie sieht die finanzielle Situation in der Samtgemeinde aus? Alle Mitgliedsgemeinden stünden gut da. „Die Messzahlen durch die Mitgliedsgemeinden sind unverändert“, erklärt Denker. Und kündigt an, dass die Hebesätze im kommenden Jahr unverändert bleiben.

Aber er sagt auch: „Wie es sich entwickelt, wird man sehen.“ Bisher sind allerdings die in der Samtgemeinde ansässigen Betriebe weiter aktiv. Bislang sinken die Arbeitslosenzahlen generell und sind die Bürger nicht entlassen worden – der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer macht dies deutlich. Mehr noch: „Laut Orientierungsdaten des Landes ist hier ein Plus von viereinhalb Prozent einzurechnen“, erklärt Svend Kafemann. Für Helmut Denker liegt das an der Art der ortsansässigen Firmen. „Wir haben hier viele Handwerksbetriebe – und die Baubranche boomt.“

Aufträge wird es auch seitens der Samtgemeinde geben, denn es fehlen Kinderbetreuungsplätze. Dringend gebaut werden müssten Räumlichkeiten für mindestens zwei Gruppen. Wo? Denker favorisiert die bereits vorhandenen Standorte, etwa Neuenkirchen und Schwaförden, um Kräfte zu bündeln. Beraten und beschließen muss darüber „Politik“. Träger in Schwaförden ist die Samtgemeinde, Träger der Kita Neuenkirchen ist die evangelisch-lutherische Kirche – die habe bereits Unterstützung signalisiert.

Die Nachfrage ist da, Wartelisten gebe es bereits – welche Betreuungszeiten sind am meisten nachgefragt? „Alles wird gewünscht.“

Eine Million Euro stehen im Haushaltsplan 2022, nach den politischen Entscheidungen müssten die Pläne erstellt, die Ausschreibungen getätigt und die Aufträge vergeben werden. Dauer: Etwa ein Jahr, die Eröffnung werde nicht vor 2023 erfolgen. Grundsätzlich seien es die diversen Behörden, die zu beteiligen sind, die einen früheren Baubeginn verzögerten, merkt Denker an.

Die Zeit allerdings, die bis zur Eröffnung ins Land geht, ist Zeit, die verwendet wird um fachlich qualifiziertes Personal zu finden – ein Problem, das auch die Kinderbetreuung betrifft. „Die eine Million soll ein Startzeichen sein, dass wir was tun wollen“, erklärt Denker.

Welche Ausgaben stehen noch an? Ein abgängiges Kombi-Spielgerät auf dem Spielplatz des Kindergartens Sudwalde soll ersetzt werden, Kosten: 29 000 Euro. Ausgaben für den Bauhof summieren sich im kommenden Jahr auf 22 000 Euro. Allein 15 000 Euro sind für einen Aufsitzmäher samt Anhänger eingeplant.

3 .000 Euro schlagen für eine „Feuerlöschkreiselpumpe“ für die Ortsfeuerwehr Schmalförden zu Buche. Warum dieses Modell? „Es ist eine Tragkraftspritze im Kleinformat“, erklärt Denker. Einsetzbar sei sie in schwierigem Gelände, etwa beim Moorbrand, wenn eine reguläre Tragkraftspritze eben, ob des Gewichtes, nicht über längere Wege transportiert werden kann. Nein, größere Ausgaben sind für die Feuerwehren in der Samtgemeinde nicht eingeplant, alles sei auf dem neuesten Stand. Sollte etwas ersetzt werden müssen, würde die Samtgemeinde Schwaförden kurzfristig für Ersatz sorgen.

Auch für solche Fälle dient das Geld auf dem Konto. Denker erinnert daran, dass keine Kredite aufgenommen werden müssen. Für den Fall, dass noch andere Investitionen zu tätigen sind, kurzfristig: Dafür stünden fast sechs Millionen Euro zur Verfügung. Auf dem Konto der Samtgemeinde allein sind gut 780. 000 Euro, die Mitgliedsgemeinden verfügen über Summen zwischen 366. 000 Euro (Sudwalde) und 1,4 Millionen Euro (Scholen).

Von Sylvia Wendt

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