Gastfamilien in Schwaförden und Sulingen für Austauschprogramm gesucht

Die Kinder profitieren

Ortstermin in Scholen, von links, Susanne Grube, Wilhelm Reessing, Jurij Gawruschew, Wiktorija Bobrownik, Schulleiterin Renate Mohrmann und Pastor Gerald Engeler. Foto: MKS

Scholen – Rektorin Renate Mohrmann und Schuldirektor Jurij Gawruschew (Weißrussland) leiten Schulen auf dem Land ähnlicher Größe, beide sind seit anderthalb Jahren im Amt: Es waren die einzigen Gemeinsamkeiten, die sie bei ihrem Zusammentreffen in der Drei-Freunde-Grundschule Scholen am Mittwoch feststellten.

Jurij Gawruschew ist auf Einladung des Kirchenkreises Diepholz für eine Woche in Deutschland – erstmals. Als Dolmetscherin begleitet ihn Deutschlehrerin Wiktorija Bobrownik, die die letzten beiden Erholungsaufenthalte von Kindergruppen aus dem verstrahlten Südosten von Belarus im Sulinger Land betreute.

Betreuung findet in Scholen statt

Der Besuch in der Kirchengemeinde Schwaförden-Scholen war für Wilhelm Reessing, ehrenamtlicher Koordinator der landeskirchlichen Tschernobyl-Aktion im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz, bei der Zusammenstellung des Besuchsprogramms ein besonderes Anliegen. Sechs Kinder aus Korenjowka und zwei Mütter mit Kindern waren in der Obhut der „Außenstelle“ Scholen.

Der Betreuungsunterricht fand im Gemeindehaus statt, die Schulkinder waren regelmäßig Gäste in der Drei-Freunde-Grundschule und im Hort: Zur Entlastung berufstätiger Gasteltern gab es hier ein Mittagstischangebot.

„Wir sind sehr dankbar für die Gastfreundschaft der deutschen Familien, die unsere Kinder aufnehmen, aber auch allen, die ihnen die Möglichkeit geben, eine ganz andere Kultur kennenzulernen“, unterstrich Direktor Gawruschew: „Die Kinder profitierten in jeder Beziehung von den Aufenthalten in Deutschland.“

Wilhelm Reessing hat mit den Vorbereitungen für die Aktion im Sommer 2020 begonnen: „Wir haben fast ein Jahr Vorlaufszeit.“ Die Auswahl der Kinder erfolge in Zusammenarbeit mit den Schulen; so ist gesichert, dass bedürftige Familien berücksichtigt werden. Für zehn Kinder aus der Schule in Korenjowka sucht Reessing in Kooperation mit Pastor Gerald Engeler (Schwaförden) Gastfamilien im Sulinger Land; die Betreuung wird in Scholen stattfinden. Die Organisatoren hoffen, dass die Verbindung zur Drei-Freunde-Grundschule aufrechterhalten bleibt, auch das Mittagessen im Hort soll wieder fester Bestandteil des Programms sein. „Wir können nicht langfristig planen, aber es wird sicher Möglichkeiten geben, dass die Kinder an Aktionen oder am Unterricht teilnehmen dürfen“, sagte Renate Mohrmann.

Die Suche nach Gasteltern läuft. „Wir werden den Schulelternrat über die Aktion informieren und Familien gezielt ansprechen“, versprach Schulsozialarbeiterin Susanne Grube. Möglicherweise könne man auf diesem Weg auch Lehr- und Lernmaterial wie Fibeln für den Erstunterricht organisieren. Zum Abschied lud Renate Mohrmann Jurij Gawruschew und Wiktorija Bobrownik ein, ihre Heimat auf der im Flur ausgehängten Weltkarte zu markieren: Zeichen der freundschaftlichen Kontakte, auf die sich Gastgeber und Gäste verständigten.   mks

Info: Der Kirchenkreis und die Tschernobyl-Aktion 

Der Kirchenkreis Diepholz beteiligt sich seit dem Jahr 1993 an der Tschernobyl-Aktion der evangelisch-lutherischen Landeskirche. Jährlich wird Kindern aus dem verstrahlten Süden Weißrusslands in diesem Rahmen ein Erholungsaufenthalt ermöglicht. Vom 3. Juni bis 1. Juli 2020 erwartet Koordinator Wilhelm Reessing erneut 30 Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren; in der Regel werden sie zu zweit in Gastfamilien untergebracht. Wer die Aktion im Bereich Schwaförden / Sulingen als Gastgeber unterstützen möchte, sollte sich mit Wilhelm Reessing (Tel. 0 54 74 /91 14 48) oder Pastor Gerald Engeler (Tel. 0 42 77 / 4 57) in Verbindung setzen.

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