Als die Kicker die Turner verließen

100 Jahre TV Neuenkirchen: Ein Blick auf die Vereinsgeschichte

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Bei der Einweihung des Sportplatzes an der Bundesstraße im Jahr 1955.

Neuenkirchen – Eine Jubiläumswoche (vom 15. bis zum 22. Juni) und weitere Veranstaltungen im Laufe des Jahres bereiten derzeit Arbeitsgruppen des TV Neuenkirchen vor, gestalten auch eine Festschrift, um den hundertsten „Geburtstag“ ihres Vereins zu würdigen. Attraktionen für Kinder und Familien soll es geben – und natürlich „Action“ mit dem runden Leder, „unser ,Hauptgeschäft‘ ist ja Fußball beim TVN“, stellt Mark Heitmann fest, der 2005 die Nachfolge von Klaus-Dieter Tönnies als Vorsitzender des rund 500 Mitglieder starken Vereins angetreten hatte. Da erscheint es bei einem Blick auf die Historie schon kurios, dass der Verein in seiner Anfangszeit für einige Jahre ohne Kicker dastand.

Vom damaligen Hauptlehrer Heinrich Nitsch, der auch der erste Vorsitzende wurde, ging die Initiative zur Gründung des Turnvereins „Gut Heil“ Neuenkirchen aus. „Im Vereinsregister steht dieser Name auch heute noch, aber das ,Gut Heil‘ lassen wir aufgrund des Beigeschmacks, den das Wort Heil im Dritten Reich bekommen hat, weg – 1919 war das einfach ein gebräuchlicher Sportlergruß“, weiß Mark Heitmann. Zu Beginn ging es ausschließlich um das Turnen und die Leichtathletik, erst einige Jahre später bildete sich eine Fußballsparte. „Es zeigte sich aber, dass die Fußballer und die die Turner sich wegen der Finanzen nicht vertrugen“, heißt es in der Vereinschronik. „So verließen die Fußballer den Turnverein und gründeten den Sportverein Cantrup.“ 

Zum 75-jährigen Bestehen stellten die Sportler den Findling auf.

Dennoch: Im Frühjahr 1926 pachteten beide Vereine gemeinsam ein Gelände in der Nähe des Hofes Landwehr für einen Sportplatz, der in Hand- und Spanndiensten hergerichtet und im Herbst eingeweiht wurde – zuvor hatte man auf einer Weide Fußball gespielt. 1934 löste sich der Sportverein Cantrup auf, und die meisten Mitglieder schlossen sich dem TVN an, der damit wieder eine Fußballsparte hatte.

Später wechselte der Verein auf ein Gelände an der Bundesstraße 61, der dortige Sportplatz wurde 1955 eingeweiht. Die heutige Heimat des TV Neuenkirchen ist das 1995 eingeweihte Dorfgemeinschaftshaus mit den angrenzenden Sportanlagen.

Seit dessen Einweihung 1995 ist das Dorfgemeinschaftshaus Heimstatt des TV Neuenkirchen.

Die Theatergruppe des Vereins ist schon lange Geschichte, ebenso die Sport-Spiel-Spaß-Gruppe für Kinder, „die besteht leider aus Mangel an Übungsleitern nicht mehr“, stellt Mark Heitmann fest. Auch der Ball „Blau-weiße Nacht“, den bis vor wenigen Jahren die Freizeitsparte jährlich ausrichtete, gibt es nicht mehr.

Neben der Fußballsparte – Kinder und Jugendliche kicken seit 2010 in der Jugendspielgemeinschaft „Hanse“ in der Samtgemeinde Schwaförden – gibt es eine Tischtennissparte, und natürlich wird im Turnverein nach wie vor geturnt, „seit ein paar Jahren auch in einer Männergruppe.“ Als größte sportliche Erfolge nennt Mark Heitmann, dass die Fußballer und Fußballerinnen seit vielen Jahren auf Bezirksebene spielen, mehrere Meister- und Pokaltitel gewannen. 

Das Neuenkirchener Open Air richtet der Verein in diesem Jahr zum 24. Mal aus.

Die Tischtennismannschaft spielt in der aktuellen Saison im dritten Jahr in Folge in der zweiten Bezirksklasse. Und dann wäre da noch die Musik: Im Jubiläumsjahr richtet der TV Neuenkirchen zum 24. Mal das Neuenkirchener Open Air aus, das Klaus und Mathias Bochow ins Leben riefen. Heitmann: „Dadurch sind der Verein und die Gemeinde überregional bekannter geworden.“

ab

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