Margret Bliefernicht stellt Produktion ein

„Wesenstedter Bauernkäse“: Käserei wird wieder Hobby

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Margret Bliefernicht im Hofladen – der ist nur noch am kommenden Freitag und Samstag geöffnet.

Wesenstedt - Der „Wesenstedter Bauernkäse“ hat viele Fans, die Stammkunden nehmen teilweise lange Anfahrten in Kauf, versichert Margret Bliefernicht. Dennoch: Die Produktion in der Käserei hat sie bereits eingestellt, der Hofladen auf dem Familienbetrieb im Ehrenburger Ortsteil Wesenstedt ist nur noch kommenden Freitag und Sonnabend geöffnet.

Die Käseherstellung begann sie eher als Hobby, und das wird sie nun auch wieder sein. „Aus Altersgründen“, begründet Margret Bliefernicht ihren Entschluss, „ich werde 70.“ Es habe immer festgestanden, dass niemand die Käserei und den Laden übernehmen wird: „Mein Sohn Carsten hat dafür keine Zeit. Er hat den Betrieb im Jahr 2000 auf Ökolandbau umgestellt, und da ist alles ein bisschen aufwendiger, als in der konventionellen Landwirtschaft.“ 

Nicht nur, was die Haltung der Kühe und den Futteranbau angeht. Die Dokumentation und die Kontrollen kosten mehr Zeit und Arbeit, stellte Margret Bliefernicht auch in der Käserei fest, mit der sie 2003 nachzog in Richtung „Öko“, „das hat schon auch weitere Kunden für mich gebracht.“ 

Hatte sie zuvor andere Verkaufsstellen beliefert, gab es den Wesenstedter Bauernkäse bald ausschließlich im Hofladen, zu dessen Sortiment auch Produkte aus anderen Biobetrieben gehörten. Unterstützung hatte Margret Bliefernicht bis Dezember zeitweise von Imke Schweneker, Milchwirtschaftliche Laborantin: „Sie brachte die Theorie mit, ich die Praxis.“ Schwiegertochter Andrea half Margret Bliefernicht vor allem am PC, bei der Gestaltung der Etiketten und Flyer. Nach der Kinderzeit arbeitet sie aber jetzt wieder in ihrem Beruf als Garten- und Landschaftsarchitektin.

Produktion vor rund 20 Jahren begonnen

Die Produktion des Rohmilchkäses nahm Margret Bliefernicht vor rund 20 Jahren auf. „Das habe ich mir mehr oder weniger selbst beigebracht, auch ein paar Seminare besucht.“ Mit Frisch- und Weichkäse umfasst das Repertoire 20 Sorten, darunter saisonale Spezialitäten. 

„Eine Besonderheit ist, dass man die Rinde mitessen kann.“ Aber die Produktion bedeutet eben auch „viel Arbeit, die auch mit Kraftaufwand verbunden ist. 500 Liter Rohmilch pro Woche, das ergibt 50 Kilogramm Käse. Also 200 Kilogramm im Monat, die buchstäblich bewegt werden müssen. Am Anfang muss man die Laibe täglich mit Salzwasser wischen.“

Es habe immer großen Spaß gemacht, „auch die vielen netten Kontakte mit Kunden. Viele kamen auch mit ihren Kindern, besichtigten den Hof.“

Margret Bliefernicht hat Anfang Januar zum letzten Mal für den Verkauf gekäst, „und ich habe gedacht, die Menge reicht für den Januar. Allerdings wurde ganz viel vorbestellt – jeder kauft noch einmal auf Vorrat...“ Der Hofladen ist am kommenden Freitag von 15 bis 18 Uhr, am Samstag dann, von 9 bis 12 Uhr, zum letzten Mal. „Es ist eben wirklich so: Alles hat seine Zeit.“

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