Ein Zwilling kommt diesmal allein

Kabarettistin Laura Goldfarb spricht über ihren Beruf - und ihren Auftritt ohne Schwester

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Kabarettistin Laura Goldfarb tritt am kommenden Samstag im Gasthaus Kastens in Schmalförden auf.

Schmalförden - „Manchmal kommt es anders, als man denkt“, sagt Bernd Kramer, Leiter der Sparte „KulturGut Ehrenburg und umzu“ des Gesangvereins Schmalförden.

„In unserem Flyer hatten wir für Samstag, 1. Dezember, eine Kabarettveranstaltung mit den Goldfarb-Zwillingen angekündigt, nun wird Laura Goldfarb den Abend allein bestreiten. Sie hat das Programm ,Klein und gemein‘ umgeschrieben. Lisa steht zwar nicht mit auf der Bühne, ist aber trotzdem irgendwie dabei.“ Laura Goldfarb tritt um 20 Uhr im Gasthaus Kastens in Schmalförden auf – vorab gab sie der Kreiszeitung ein Interview, die Fragen stellte Martina Kurth-Schumacher.

Wie ist es für dich, ohne deine „zweite Hälfte“ aufzutreten?

Meine Zwillingsschwester Lisa ist vor ein paar Tagen Mutter geworden. Natürlich ist es ungewohnt, allein auf der Bühne zu stehen, aber auch eine tolle Erfahrung. Der letzte Auftritt war ein voller Erfolg, wir planen aber trotzdem weiter an unserer gemeinsamen Karriere.

Wann habt ihr eure erste Bühnenerfahrung gemacht?

Wir haben schon im Alter von sieben Jahren kleine Rollen bei verschiedenen Opernaufführungen übernommen. Professionell arbeiten wir seit 2006. Nach Abschluss unseres Studiums hatten wir Engagements zum Beispiel am Staatstheater Wiesbaden, am Alten Schauspielhaus Stuttgart, am Hamburger Allee-Theater oder bei Festspielaufführungen.

Was haben eure Eltern zu eurer Berufswahl gesagt?

Begeistert waren sie nicht, Freunde haben ihnen sogar ihr Beileid ausgesprochen. Als sie gemerkt haben, dass es uns ernst ist, haben sie uns nach Kräften unterstützt.

Wann hast du erkannt, dass du zur Bühne berufen bist?

Ich wollte schon immer Schauspielerin werden. Den letzten Ausschlag gab eine Tanztheatervorstellung mit Malou Airaudo. Meine Schwester und ich haben uns an diesem Abend geschworen, Schauspiel und Tanz zu studieren. Wir waren 14 Jahre alt.

Habt ihr euch die Liebe zu eurem Beruf erhalten?

Es ist ein harter Job. Man muss ständig am Ball bleiben und hat eigentlich nie Feierabend. Aber die Arbeit macht Spaß, wenn man spürt, dass sie die richtige ist. Das ist eine Art Lebenseinstellung, mit der man leben kann und möchte. Oder auch nicht.

Kabarett ist immer noch eine Männerdomäne.

Ja, die Männer dominieren das Geschäft und gerade das macht den Reiz aus, sich hier zu behaupten. Wir haben das Gefühl, dass die Frauen „im Kommen“ sind – schön, ein Teil dieses Wandels zu sein. Im Grunde genommen ist es egal, ob ein Mann oder eine Frau auf der Bühne steht. Wichtiger ist, was derjenige zu sagen hat.

Was ist dein Lieblingsthema?

Das Leben. Die Frage, wie es gelingen kann, in dieser verrückten Welt glücklich zu sein, ist essenziell, die Suche nach Antwort eine Riesenaufgabe. Ja, und das ist auch eine politische Frage.

Worin liegt für dich der Reiz, durch die Republik zu reisen?

Der Kontakt zu den unterschiedlichsten Leuten ist bereichernd. Man begegnet wunderbaren Menschen, erlebt merkwürdige Situationen – allein schon auf ICE-Fahrten kann man viel über das Leben lernen.

Ist deine Arbeit familienkompatibel?

Ja, das funktioniert. Mit Disziplin und gegenseitigem Respekt der Eltern. Ich habe eine vierjährige Tochter, mein Mann und ich sind gemeinsam für sie da. Außerdem wohnt meine Schwester Lisa mit ihrer Familie in der Nachbarschaft. Wir arbeiten viel zusammen und unterstützen uns gegenseitig.

Du bist im Ruhrpott aufgewachsen. Versteht man deinen Humor im Norden?

Das klappt! Ich bin nicht zum ersten Mal in dieser Gegend. Die Leute sind nicht so kühl, wie man ihnen nachsagt. Dankbar bin ich, wenn die Leute Emotionen zeigen.

Deutschland 2018 – eine gute Zeit für Kabarettisten?

Inhaltlich gibt sie viel her. Wenn man nicht jetzt den Mund aufmacht und Stellung bezieht, wann dann?

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