„Wir machen das nur aus Gaudi“

Interview: Sonja Schoof über den jungen Spielmannszug „Scholener Taktgeber“

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Einen der ersten öffentlichen Auftritte hatten die „Scholener Taktgeber“ 2018 bei den Kreiswettbewerben der Feuerwehren in Scholen.

Scholen - Von Andreas Behling. Während mancher Spielmannszug in der Region Probleme hat, noch genügend Mitglieder für öffentliche Auftritte zusammenzubekommen, hörte man in Scholen 2018 erstmals eine neue Formation: Zu den Spielleuten gehört Sonja Schoof, die im Interview die „Scholener Taktgeber“ vorstellt.

Was hat es mit den Scholener Taktgebern auf sich?

„Wir sind sozusagen ein ortseigener Spielmannszug, haben 2017 angefangen - kurzfristig gab es keinen Spielmannszug mehr für das Schützenfest, und da habe ich aus Spaß gesagt: Das können wir auch selber machen. Von uns zwölf Leuten, die aktuell mitspielen, haben die meisten schon einmal einem Spielmannszug angehört, als Kinder. Flötespielen zum Beispiel ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht. Die Instrumente haben wir anfangs beim Schwafördener Spielmannszug geliehen.

Welche öffentlichen Auftritte hatte der Spielmannszug bislang?

Beim Schützenfest, beim Laternenfest, beim Erntefest und bei den Kreiswettbewerben der Feuerwehr im vergangenen Jahr. Beim Schützenfest und im Anschluss kam so viel an Spenden zusammen, dass wir uns eigene Instrumente gekauft haben, teilweise gebrauchte von anderen Spielmannszügen, über das Internet.

Wer macht bei den Scholener Taktgebern mit?

Es sind vier Männer und acht Frauen, die alle aus der Gemeinde stammen und Mitglied im Scholener Schützenverein sind. Altersmäßig ist alles dabei von 25 bis 50. Wir sind alle berufstätig, machen das nur aus Gaudi, für Scholen. Wir hatten schon Anfragen von benachbarten Schützenvereinen, bei ihren Festen aufzutreten - aber wenn wir damit anfangen, kann das schnell in die Hose gehen, dann können wir auch bei anderen schlecht Nein sagen. Wir haben ja nicht so viele Lieder, üben auch nicht das ganze Jahr über.

Wann treffen sich die Spielleute zum Proben?

Wir fangen jetzt wieder an, uns etwa einmal im Monat zu treffen, arbeiten auf das Schützenfest hin. Aber ohne Stress zu machen - wann es passt, darüber kann man sich ja per Whatsapp gut verständen. Ohne Verpflichtungen macht das Üben Spaß, und so soll es auch bleiben. Wir treffen uns im Schützenhaus: Dennis Rust, der auch mitspielt, hat uns einen Schrank für die Instrumente gebaut. Im Sommer laufen wir durchs Dorf, üben marschieren. Vier sind dabei, die noch gar nicht in einem Spielmannszug waren. Wir haben Armhalter für die Noten angeschafft, damit sie nicht alles auswendig können müssen. Gleichzeitig im Schritt bleiben, die Straße im Blick behalten, spielen - das muss man eben lernen.

Welche Lieder gehören zum Repertoire?

Hauptsächlich Märsche, etwa 13 oder 14 klassische Spielmannszugstücke, von denen wir viele noch im Kopf hatten. Für neue Lieder bräuchten wir Noten, und da wir früher immer „nach Kringeln“ gespielt haben und eigentlich die wenigsten richtige Noten lesen können, ist das nicht so einfach. Wir versuchen jetzt, das Repertoire zu erweitern, damit wir bei einem Standspiel auch Stücke zum Schunkeln oder eben etwas Flotteres haben.“

Können sich Interessierte anschließen?

„Gerne, sie müssen auch nicht aus Scholen kommen. Ein paar Instrumente hätten wir noch zu vergeben, zum Beispiel Flöten, Rasseln - leicht zu lernen - und eine zweite Lyra, wobei die erst „renoviert“ werden müsste. Ansonsten schaffen wir weitere Instrumente an, daran soll es nicht scheitern.

Was für Auftritte sind, neben dem beim Schützenfest, für dieses Jahr geplant?

Die Taktgeber sind voraussichtlich wieder beim Erntefest und beim Laternenfest dabei. Wir klären immer im Vorfeld, ob wir ausreichend Leute für einen Termin haben. Es wäre auch deshalb gut, Unterstützung zu bekommen. Wir könnten zum Beispiel einen Tambourmajor brauchen, der würde ein ganzes Stück weiterhelfen...

Kontakt

Sonja Schoof, Tel. 0 42 45 /96 20 10 und Tel. 01 73 /5 85 15 40

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