Internationales Teenage-Camp arbeitet an der Hache / 18 Teilnehmer

Wie im Dschungel...

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Die Teilnehmer des internationalen Workcamps mit ihren Teamleitern, Förster Marcus Hoffmann (links) und Forstwirt Jörg Arndt (rechts) vom Waldpädagogikzentrum beim Arbeitseinsatz in Schwaförden

Schwafoerden - Von Vivian Krause. Matsch, das Dröhnen einer Motorsäge und tropische Hitze – das Teenage-Workcamp des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes (ijgd) läuft in diesem Jahr zwei Wochen unter dem Titel „Waldnaturschutz und Survival“ in Schwaförden. Zentraler Arbeitsort ist die Hache, das Ziel eine bessere Wasserqualität und der Hintergrund die sinnvolle Gestaltung der Ferien. Wie im Dschungel...

Eine Mischung aus Erlebnispfad, Schlammschlacht und Hindernisparcours: So kann man den Arbeitsweg der 18 Jugendlichen beschreiben, den sie fast täglich beschreiten. Ausgestattet mit Schaufeln und Gummistiefeln, stapfen die 14- bis 17-Jährigen nach der Anfahrt in Kleinbussen frohen Mutes durch den Wald zu ihrem Arbeitsort – einem 500 Meter langen Abschnitt entlang des Flusses Hache im Bereich Freidorf.

Für die Camp-Zeit können die Jugendlichen das Waldpädagogikzentrum (WPZ) Hahnhorst (Schwaförden) der Niedersächsischen Landesforsten ihr Zuhause nennen. Der ijgd ist bereits zum zweiten Mal in Schwaförden zu Gast. Dieses Jahr geht es schwerpunktmäßig um die Verbesserung der Wasserqualität der Hache und ein Survival-Training.

Die Teenager arbeiten vormittags zwischen 8 und 12 Uhr daran, Gräben im Waldgebiet entlang der Hache mit Ästen, Holz und Matsch zu verschließen und dadurch die Wasserqualität des Flusses zu verbessern.

Der Hintergrund: Der hohe Eisengehalt der Hache soll bekämpft werden. Denn dieser hat fatale Auswirkungen auf die Fische. Sobald sie mit ihren Kiemen beim „Atmen“ Eisen aufnehmen, ersticken sie, erklärt Georg Kranefoed, Verbandsingenieur des Wasser- und Bodenverbandes Hache und Hombach, der – neben dem Landkreis Diepholz – das Projekt initiiert hat.

Bei der Arbeit werden die Teenager von den drei Teamleitern Lena, Patrick sowie Oleksii und vier Forstwirten des WPZ begleitet.

Das Besondere an dem Teenage-Camp: Die Internationalität. Elf Nationen sind bei diesem Einsatz vereint und somit treffen auch elf Sprachen aufeinander. Diese bekommt Forstwirt Mariusz Koceba in voller Bandbreite zu hören. Zu Ehren seines Geburtstages singen die Jugendlichen nacheinander in ihrer Muttersprache ein Ständchen – in Spanisch, Türkisch, Serbisch, Russisch, Armenisch, Englisch, Italienisch und auch Deutsch. Untereinander verständigen sich die Camp-Teilnehmer auf Englisch.

„Viele kommen aus städtischen Regionen“, so Marcus Hoffmann, Haus- und Teamleiter des WPZ. Daher sei diese Erfahrung etwas Besonderes. Auch bringe der ijgd die Jugendlichen mit attraktiven Programmen dazu, ihre Ferien sinnvoll zu nutzen. Die Teamleiter Lena (Deutschland), Patrick (Neuseeland) und Oleksii (Ukraine) sind nicht zum ersten Mal bei einem Camp dabei. Sie helfen in gemeinnütziger Arbeit in einem von 80 Workcamps in ganz Deutschland, die diesen Sommer laufen.

Nach getaner Arbeit haben die Jugendlichen nachmittags ein Survival-Training mit dem Ziel, eine Nacht im Freien zu verbringen. Dafür üben sie schon mal das Feuermachen oder stellen Überlegungen an, welche Unterkunft den Wettervorhersagen stand- halten kann. Die Abende stehen den Teenagern frei zur Verfügung. Das freie Wochenende nutzten sie für einen Ausflug nach Bremen und eine Radtour ins Sulinger Freibad, trotz des unbeständigen Wetters. „Es heißt ja auch Survival“, schmunzelt Marcus Hoffmann.

„We love the mud“ (wir lieben den Schlamm), darin sind sich die Teilnehmer einig. Davon gibt es genug entlang ihres Arbeitsbereiches. Samstag geht es dann für die Abenteurer wieder in ihre Heimat. Aber schon nächstes Jahr könnten sie sich wieder beim Camp in Schwaförden anmelden, denn das WPZ plant laut Hoffmann, die Camps regelmäßig anzubieten.

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