Landeswettbewerb „Jugend gestaltet“: Jury wählt Michelle Brüggemanns Werk für Ausstellung

„In jedem Schüler schlummern Talente“

Katzen seien ihre Lieblingstiere, sagt Michelle Brüggemann zur Motivauswahl für den Linoldruck, der zu den 53 in Hannover ausgestellten Werken zählte. 
Foto: OBS Schwaförden/Ehrenburg
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Katzen seien ihre Lieblingstiere, sagt Michelle Brüggemann zur Motivauswahl für den Linoldruck, der zu den 53 in Hannover ausgestellten Werken zählte. Foto: OBS Schwaförden/Ehrenburg
  • Sylvia Wendt
    vonSylvia Wendt
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Ehrenburg – „Michelle gehört eher zu den bescheidenen Jugendlichen, die sagen, dass sie Kunst nicht besonders ,können‘. Diese Ausstellung zeigt uns das Gegenteil“, sagt Natalie Igel. Als Kunstlehrerin ist sie an der Oberschule Schwaförden mit Zweigstelle Ehrenburg tätig. Und Aussagen wie die von Michelle Brüggemann, Schülerin der Klasse H10, hört sie öfters. Michelles Bild, ein Linoldruck, war sogar so gut, dass es ausgewählt wurde, im Rahmen der Ausstellung zum Landeswettbewerb „Jugend gestaltet“ gezeigt zu werden.

Forum verschiedenster Ausdrucksformen

Seit 20 Jahren gibt es den pädagogisch anerkannten Wettbewerb, der unter Schirmherrschaft des Niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne steht und ein Forum für die unterschiedlichsten Formen künstlerischen Ausdrucks sein soll. Alle zwei Jahre sind die Schülerinnen und Schüler aufgerufen, Kunstwerke einzureichen. Thema? Was den Schülern gefällt – in Michelles Fall eine Katze, „weil Katzen meine Lieblingstiere sind, ich habe selber zwei. Es macht mir Spaß, wenn ich meine Ideen umwandeln kann und sie dann gut aussehen.“ Zuhause male sie „schon ein bisschen, aber mir liegt eher das Handwerkliche: Ich bastele, häkle oder nähe und probiere immer was Neues aus.“

Die Wettbewerbsorganisatoren wurden diesmal vor mehrere Hürden gestellt: Zunächst fiel das Kunstmuseum Celle als Ausstellungsort aus, dann gab es die pandemie-bedingten Extra-Probleme. Sind es sonst über 200 Kunstwerke (ausgewählt aus über 2 000), die zeigen, wie vielfältig künstlerischer Ausdruck sein kann, waren es in diesem Jahr „nur“ 53. Die Jury 2020: Professorin Ute Heuer (Hochschule Hannover), Künstler Till Wittwer sowie die Kunsterzieherin der Paul-Klee-Schule in Celle, Skirmante Borsette.

Bis kurz vor Ausstellungsbeginn habe kaum festgestanden, ob geöffnet werden kann – und wo. Als Gastgeber sprang die „Eisfabrik“ in Hannover ein. Es galt, Auflagen einzuhalten: Ist die Ausstellungseröffnung meist ein großes Ereignis, mit Besuch der Sponsoren und des Schirmherrn, fiel dies aus. Teilnehmen durften nur die jungen Künstler und deren Familien, die Ausstellung war auch nur für diesen Kreis geöffnet. Es gibt einen Katalog, der die Kunstwerke vereint – online sind sie leider nicht zu sehen.

Dafür kehren die jungen Künstler motiviert zurück in ihre Schulen. Ihre Teilnahme mache Mut, denn „diese Geschichte zeigt, dass in jedem von unseren Schülern Talente schlummern, auch wenn sie nicht gleich entdeckt werden“, sagt Natalie Igel. „In heutiger Zeit ist es äußerst notwendig, positive Ereignisse zu unterstützen und besondere Leistungen der Heranwachsenden wertzuschätzen.“ Sie selbst war im Zeitraum der Anmeldefrist durch einen Unfall verhindert – die Online-Anmeldung für die Ehrenburger Schüler übernahm Mara Brümmer, deren „enormes Engagement“ Natalie Igel lobt.

Die 53 Werke werden in keine Rangfolge gesetzt, vielmehr heißt es seitens der Jury, dass alle Teilnehmer, deren Bilder es in die Ausstellung geschafft haben, Gewinner sind. Dass sie dabei ist, bedeute ihr sehr viel, „da ich nie damit gerechnet habe, dass mein Bild genommen wird“, sagt Michelle Brüggemann.

Grundsätzlich seien Ausstellungen auch von Schülern in arrivierten Kunsthallen gerechtfertigt – auch die kleinen Kinder könnten was malen, findet Michelle Brüggemann. Kunstlehrerin Natalie Igel verfolgt die Ausstellung im Rahmen des Wettbewerbs bereits seit Jahren und vermisste diesmal jüngere Teilnehmer: Das Gros der eingereichten Werke stamme von Jugendlichen im Alter ab etwa 16 Jahren.

Gefragt, ob sie ein Lieblingsbild in der Ausstellung gefunden habe, antwortet Michelle, sie könne sich nicht zwischen zwei Bildern entscheiden. „Was spricht dich denn mehr an – die Technik oder das Thema?“, fragt Lehrerin Igel. „Das Thema“, sagt Michelle.

Beruflich geht es weniger in Richtung Kunst, Michelle Brüggemann möchte Erzieherin werden. Aber dieser Beruf werde Chancen bieten, kreativ zu werden, heißt es seitens der Familie.

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