1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Schwaförden

Gerd Göbberds Idee für Schwaförden: Ein kleines Gesundheitszentrum

Erstellt:

Von: Sylvia Wendt

Kommentare

Gerd Göbberd ist seit gut 100 Tagen Bürgermeister der Gemeinde Schwaförden – in der Baugrundstücke boomen.
Gerd Göbberd ist seit gut 100 Tagen Bürgermeister der Gemeinde Schwaförden – in der Baugrundstücke boomen. © privat

Schwaförden – Neu in der Kommunalpolitik ist Gerd Göbberd nicht: Ob Gemeinderat, Politik auf Samtgemeinde- oder Kreisebene – Göbberd engagiert sich seit Jahren. „Aber es ist doch etwas anderes, wenn man zum Bürgermeister einer Gemeinde gewählt wird“, verrät der Kommunalpolitiker. Als neuer „Gemeindechef“ in Schwaförden spricht er im Interview über die ersten gut 100 Tage im Amt und Aufgaben, die der Rat in dieser Wahlperiode stemmen möchte.

Nach 20 Jahren müssen sich die Schwafördener an einen neuen Bürgermeister gewöhnen. Und Sie sich an den neuen Posten, den Sie jetzt gut 100 Tage innehaben – wie läuft’s?

Die Aufgabe macht Spaß. Viele Einwohner der Gemeinde haben mir zur Wahl als Bürgermeister gratuliert und viel Erfolg gewünscht. Ich habe mich darüber sehr gefreut. Neben den Repräsentationsaufgaben gleich nach der Wahl konnte ich mich zusammen mit meinen Ratskolleginnen und Ratskollegen um die vielfältigen Aufgaben kümmern. Durch meine 20-jährige Tätigkeit als stellvertretender Bürgermeister waren mir allerdings auch viele Aufgaben und Regelungen bekannt.

Sie sind seit Jahren bereits in der Kommunalpolitik aktiv, auch auf Kreisebene – hat sich das kommunalpolitische Arbeiten verändert in der Zeit – wenn ja, wie?

Die Kommunikation wie zum Beispiel E-Mail, WhatsApp und so weiter hat in den zurückliegenden Jahren einiges verändert. Entscheidungen können schneller vorbereitet werden, der Austausch von Unterlagen gestaltet sich einfacher. Darüber hinaus ersetzen diese Hilfsmittel allerdings keine Präsenzveranstaltung. Die Nutzung des Ratsinformationssystems und das Internet erleichtern auch die Vorbereitung zu einer Sitzung.

Wie steht es in der Gemeinde Schwaförden um die Entwicklung im Hinblick auf Landwirtschaft, Handel, Handwerk, Wirtschaft?

In den zurückliegenden Jahren gab es eine rasante Veränderung in der Landwirtschaft. Ich denke, die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Viele Höfe haben dabei den Betrieb aus unterschiedlichen Gründen eingestellt. Genauso sieht es auch bei den Handwerksbetrieben aus. Häufig gab es keine Nachfolger.

Was fehlt an Infrastruktur?

Unsere Gemeinde ist hinsichtlich der Infrastruktur gut aufgestellt. Natürlich sind permanent einige Dinge auf den Prüfstand zu stellen. Die Schulen sind mit kurzen Fahrzeiten für die Schüler zu erreichen oder direkt am Ort. Die Kindertagesstätten wie Krippe und Kita sind auf dem neuesten Stand. Der ÖPNV mit den Landesbuslinien bietet unseren Einwohnern die Möglichkeiten, die Nachbarorte wie Sulingen und Bassum schnell zu erreichen. Eine Anbindung nach Bremen ist dann auch vorhanden. Die medizinische Versorgung mit einer Landarztpraxis und die Grundversorgung mit dem Dorfmarkt sind vorhanden. Gedanken sollten wir uns noch über ein kleines Gesundheitszentrum machen, zum Beispiel mit den Möglichkeiten für Rehasport, Ergo- und Physiotherapie. Der ÖPNV mit den Landesbuslinien bietet unseren Einwohnern die Möglichkeiten, die Nachbarorte wie Sulingen und Bassum schnell zu erreichen. Eine Anbindung nach Bremen ist dann auch vorhanden. Im Weiteren sind Angebote zur Seniorenbetreuung zu prüfen. Hier haben wir vorbereitende Gespräche mit einem interessierten Anbieter aufgenommen.

In Bezug auf fehlende Angebote: Wie sähe die Lösung aus?

Die Gemeinde Schwaförden verfügt über sechs Seniorenwohnungen, die in den nächsten Jahren zu renovieren sind, aber durchaus eine alternative Nutzung mit einer Seniorenbetreuung versprechen.

Die Nachfrage nach Bauplätzen ist überall groß – Schwaförden entwickelt gerade ein neues Baugebiet, hat aber auch entlang der L 202 einige Areale mit Entwicklungspotenzial: Alte Gebäude, Baulücken. Gibt es da bereits Ideen?

In den zurückliegenden Wochen konnten wir für 15 Baugrundstücke Kaufverträge abschließen. Weitere Verkäufe stehen in den nächsten Tagen an. Insgesamt haben wir dann im Baugebiet „Im Südfeld“ 30 Baugrundstücke verkauft. Gleichzeitig konnten wir im Herbst eine Fläche als Bauerwartungsland erwerben. Hier werden wir in den nächsten Wochen mit der Bauleitplanung beginnen. Voraussichtlich entstehen dort etwa 50 Baugrundstücke. An der L 202 gibt es eine freie Fläche, die im Eigentum eines Investors steht. Diese Fläche verspricht auch Potenzial zur Ansiedlung von Einzelhandel. Eine größere Anzahl von Leerständen haben wir nicht zu verzeichnen. Selbst größere landwirtschaftliche Anwesen haben neue Eigentümer und eine zukünftige Weiternutzung gefunden. Im Weiteren müssen wir auch Entwicklungsmöglichkeiten für unsere verbliebenen Geschäfte und Handwerksbetriebe vorhalten. Eine Idee wäre zum Beispiel ein Handwerkerhof. Allerdings fehlen uns im Augenblick geeignete Flächen. Einige Baulücken im Ortskern bieten hier Alternativen.

Was bedeutet der Zuzug für die Kommune im Hinblick auf die Dorfgemeinschaft in Schwaförden?

Zuzug in unsere Gemeinde ist immer gut. Neue Ideen und Ansichten bereichern das Dorfleben. Beim Verkauf unserer Baugrundstücke konnten wir einen guten Mix von alteingesessenen und deren Kinder und zukünftigen Neubürgern feststellen. Die Integration sollte hier problemlos möglich sein.

Die Pandemie fordert noch immer Einschränkungen: Wie würden Sie die generelle Stimmung im Dorf beschreiben? Woran liegt das?

Die Stimmung ist verhalten, nach nahezu zwei Jahren Pandemie sehnen sich viele nach einem normalen Leben ohne Einschränkungen. Die meisten Menschen wünschen sich einen Austausch mit Freunden und Bekannten bei den unterschiedlichen Veranstaltungen im Ort.

Glauben Sie, dass, wenn die Auflagen entfallen, das Dorfleben wieder Fahrt aufnimmt, so wie vor der Pandemie?

Unsere Vereine, die Feuerwehr, DRK und der SoVD sind in Schwaförden sehr gut aufgestellt und werden alles versuchen, die Attraktivität von vor der Pandemie wieder zu erreichen. Aus dem Umfeld dieser Einrichtungen höre ich auch, dass alle in den Startlöchern stehen.

Wie gehen Sie, die Frage gilt Ihnen als Bürgermeister, in dieses dritte Jahr der Be- und Einschränkungen?

In den vergangenen zwei Jahren konnte an einigen Einladungen und Veranstaltungen teilnehmen. Hinsichtlich der Schutzmaßnahmen gab es immer die Herausforderung, alle Regelungen und Maßnahmen zu beachten. Das gilt hoffentlich nur noch für die nächsten Wochen und die Pandemie ist dann Geschichte.

Wenn alles wieder auf „Normal“ gedreht ist: Auf was freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich auf alle Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten. Viele Gespräche und Geselligkeiten sind in den zurückliegenden Monaten zu kurz gekommen. Dazu gehört auch eine Ratssitzung in einer Gaststätte mit anschließendem Klönschnack.

Auch interessant

Kommentare