Klosterbach: Von der Idylle zur Gefahr

Hochwasserschutz über Grenzen hinweg

Matthias Stöver, Geschäftsführer des Ochtumverbandes, erklärt zum Hochwasser vom Januar 2008: „Durch den Einsatz von Sandsäcken, die durch die Feuerwehr an strategisch wichtigen Punkten gesetzt wurden und Sofortmaßnahmen, also provisorische Deichverstärkungen des Ochtumverbandes, konnten größere Überschwemmungsschäden im Bereich der Gemeinde Stuhr vermieden werden.“ Seine Fotos, hier aufgenommen nördlich der A 1, könnten das Ausmaß der Überschwemmungen in der Niederung leider nur eingeschränkt widerspiegeln, sagt er.  
Foto: Matthias Stöver
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Matthias Stöver, Geschäftsführer des Ochtumverbandes, erklärt zum Hochwasser vom Januar 2008: „Durch den Einsatz von Sandsäcken, die durch die Feuerwehr an strategisch wichtigen Punkten gesetzt wurden und Sofortmaßnahmen, also provisorische Deichverstärkungen des Ochtumverbandes, konnten größere Überschwemmungsschäden im Bereich der Gemeinde Stuhr vermieden werden.“ Seine Fotos, hier aufgenommen nördlich der A 1, könnten das Ausmaß der Überschwemmungen in der Niederung leider nur eingeschränkt widerspiegeln, sagt er.
  • Sylvia Wendt
    vonSylvia Wendt
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Neuenkirchen – Hochwasser am Klosterbach in Neuenkirchen? „Nein, gab es noch nicht“, beschwichtigt Achim Hollmann, Bauamtsleiter in der Verwaltung der Samtgemeinde Schwaförden. Was also steckt hinter der Kooperationsvereinbarung für die Hochwassserpatenschaft „Klosterbach“ / „Varreler Bäke“, die der Rat der Gemeinde Neuenkirchen in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen hat, zu unterzeichnen?

Man könnte es als Solidarität für die Nordkommunen betrachten, denn dort können sich so manche Einwohner aus Stuhr, Moordeich, Bassum und Delmenhorst an jene Überschwemmung im Jahr 1998 erinnern, die weite Teile der Gemeinden nach heftigen Regenfällen unter Wasser setzten – Hochwasser hatte zur Deichüberspülung am Klosterbach und der Varreler Bäke geführt, zuletzt im Jahr 2008.

Die Quelle

Der Klosterbach trägt im Bereich der Gemeinde Neuenkirchen seinen Namen zu Recht: Ein Rinnsal eher, das sich im Geestmoor nördlich von Scholen bildet und über 40 Kilometer gen Norden fließt und ab Stuhr-Varrel Varreler Bäke heißt. Die letzten vier Kilometer des Flusses markieren den Grenzverlauf zwischen Bremen und Niedersachsen.

Für die laufende Unterhaltung des Klosterbachs zeichnet der Ochtumverband in Harpstedt verantwortlich. Und dessen Vorstand bat um jene Patenschaft: Nicht nur die Gemeinde Neuenkirchen, sondern alle Anrainerkommunen. Dazu gehören die Städte Bremen, Delmenhorst und Bassum, die Gemeinden Stuhr, Kirchseelte und Neuenkirchen. Ziel des Kooperationsvertrages sei, den Hochwasserschutz im nördlichen Bereich des Landkreises Diepholz sowie den Städten Bremen und Delmenhorst zu optimieren, respektive neue bauliche Anlagen für diesen Zweck zu erstellen, erklärt Bauamtsleiter Achim Hollmann.

Landeszuschüsse

Das Land Niedersachsen hat dazu erhebliche Zuschüsse (bis zu 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten) in Aussicht gestellt – wenn alle Anrainerkommunen dieser Kooperationsvereinbarung zustimmen. Den im Bereich der Gemeinde Neuenkirchen liegenden Teil des Klosterbaches hat der Landkreis als Naturschutzgebiet ausgewiesen. „Vor diesem Hintergrund stehen bauliche Maßnahmen zum Hochwasserschutz in der Gemeinde aus rechtlichen Gründen nicht zu erwarten“, erklärt Hollmann.

Zu den Hochwasserschutzpartnern aus drei Landkreisen und Bremen gehören neben den genannten Kommunen auch der „Bremische Deichverband am linken Weserufer“ sowie der Ochtumverband. Sie alle verpflichten sich zur solidarischen wasserwirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit, über die kommunalen Grenzen hinaus. Ein Steuerkreis werde die Arbeiten koordinieren und ebenso den Austausch von Infos und Erfahrungen innerhalb der Partnerschaft. Bezüglich der Finanzierung von Maßnahmen heißt es im Vertrag, dass die Beträge zur Kofinanzierung der Fördermittel „im Umlageverfahren zwischen den Partnern entsprechend einem Kostenverteilungsschlüssel aufgeteilt werden“ und der wird für die Fördermaßnahmen einzeln festgelegt.

Die Vereinbarung umfasse keine finanziellen Verpflichtungen, werde geschlossen, um die Fördermittel beantragen zu können. Jedes Projekt mit finanzieller Beteiligung werde separat vereinbart. Die Vereinbarung ist nicht zeitlich begrenzt, jeder Hochwasserschutzpartner kann die Kooperation jederzeit aufkündigen. Mit Neuenkirchen, Bassum und dem Deichverband Linkes Weserufer liegen aktuell drei Zustimmungen zur Kooperation vor, weitere sollen, so Matthias Stöver, Geschäftsführer des Ochtumverbandes, folgen.

Von Sylvia Wendt

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