„Sonnenkinderprojekt“: Sachspenden für Coastal High School

Hilfreiche Fracht für Namibia ist transportbereit

Im „Stecker“ sitzt Marco Kaluscha , davor stehen, von links,  Henri Wortmann, Günter Lehmkuhl, Arthur Rohlfing und Udo Bechtel (Schriftführer des Sonnenkinderprojektes).
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Die Arbeit mit dem „Stecker“ unterbricht Marco Kaluscha für das Foto und lässt den Container des Sonnenkinderprojektes über den Köpfen von (von links) Henri Wortmann, Günter Lehmkuhl, Arthur Rohlfing und Udo Bechtel (Schriftführer des Sonnenkinderprojektes) „baumeln“. 

Update, 26. Mai: „Unser Container wird am 2. Juni nach Hamburg gebracht und fährt mit dem Container Schiff „Green Mountain“ am 4. Juni Richtung Walvish Bay/Namibia“, das teilt Arthur Rohlfing heute mit. Wenn alles klappe, werde der Container am 1. Juli in Walvish Bay entladen.

Der Container ist randvoll mit Spenden für die Coastal High School. An der unterrichten, laut Angaben des Vereins „Sonnenkinderprojekt Namibia“, 32 Lehrer rund 800 Schülerinnen und Schüler in den Klassen 8 bis 11. Der Verein mit Sitz in Schwaförden, 2003 gegründet, hat das Ziel, „möglichst viele Mädchen und Jungen an den Schulen in Namibia zu unterstützen und zu fördern“.

Initiator und Motor Arthur Rohlfing sammelt diese Spenden ganz gezielt ein. Denn er will nicht als Geschenkeonkel nach Namibia reisen, sondern bereitet vor, was gebraucht wird. In der Corona-Pandemie gab es keine Besuche, dafür ermöglichte der Verein „seinen“ Schülerinnen und Schülern sowie deren Familien eine bessere Versorgung mit Lebensmitteln. Der deutsche Verein hat ein Ohr immer in Hörweite für die Nöte in Namibia.

Den Hintergrund der Sachspenden, die jetzt auf die Reise geschickt werden, erklärt Arthur Rohlfing: An der Coastal High School gebe es für die Schülerinnen und Schüler, die zumeist aus DRC, dem Armenviertel von Swakopmund, stammen, eine berufliche Perspektive. Unterstützt wird die Schule dabei seit 2018 vom Sonnenkinderprojekt Namibia. Laut Rohlfing wechseln Schülerinnen und Schüler, die den High-School-Abschluss erwerben wollen, für die 12. Klasse auf die Namib High School in Swakopmund, ebenfalls eine der Partnerschulen des Vereins. Für alle anderen Schülerinnen und Schüler geht es eher berufsorientiert weiter an der Coastal High School, in einem „technischen Zweig“. Unterrichtet und ausgebildet wird in den Bereichen Autowerkstatt, Elektronik, Maurer, Holz, Hauswirtschaft, Krankenpflege, Mode/Textilien, Gaststätten- und Hotelgewerbe. Gerade die Gastronomie sei wichtig, da der Großteil der Arbeitsplätze in der Touristikbrache liege.

Fahrräder, Sportausrüstung und Active Boards füllen den Container für die Coastal High School in Swakopmund in Namibia.

Arthur Rohlfing ist allen Spendern sehr dankbar: Das Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup spendete vier Active Boards (multimediale „Tafeln“) für den Unterricht. „Das ist eine sehr wichtige Spende.“ Die Schule in Swakopmund könnte sich solche Boards nicht leisten. Aber gerade im technischen Bereich biete so ein Board „immense Möglichkeiten“ für die Ausbildung. Besonders in Kombination mit einer weiteren Spende: Der Rotary Club Stemwede-Dümmer steuerte 44 gut erhaltene Fahrräder bei. „Viele Schüler der Coastal High School haben einen bis zu acht Kilometer langen Schulweg. Der zu Fuß bewältigt werden muss, und dafür stehen manche um 4 Uhr morgens auf“, erklärt Rohlfing. Wenn nun Kenntnisse in Zweiradtechnik vermittelt werden können, könnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur ihr eigenes Fahrrad reparieren, sondern auch die von anderen. Und sich damit einen Lebensunterhalt verdienen in Zukunft. Diese Art der Hilfe zur Selbsthilfe ist Arthur Rohlfing und dem Sonnenkinderprojekt Namibia wichtig.

Die Sportvereine TuS Sulingen, FC Sulingen und TV Neuenkirchen spendeten 127 Fußballtrikots, 61 Lederfußbälle, Sporthosen, Rucksäcke und Trinkflaschen.

Ein besonderes Dankeschön gelte der Spedition Henri Wortmann aus Sulingen. Zum wiederholten Male stelle die ihr Betriebsgelände zur Verfügung und werde dafür sorgen, dass der Container sicher und zuverlässig nach Hamburg oder Bremerhaven zur Verladung auf ein Containerschiff kommt: „Solch ein Engagement ist keine Selbstverständlichkeit“, betont Arthur Rohlfing. Günter Lehmkuhl, zweiter Vorsitzender des Vereins, kümmert sich aktuell um alle Zollformalitäten, damit ein Fahrer der Spedition den Container zum Schiff bringen kann. Die Schifffahrt runter nach Walvis Bay werde etwa vier Wochen dauern. Der Container wird in Namibia bleiben und an der Schule einen sicheren Aufbewahrungsort und Lagerplatz für Werkzeuge und Co. bieten.

Wie sieht es in Namibia denn aktuell aus, in Bezug auf Corona, Impfung und so? „Es wird geimpft, aber es ist nicht wirklich strukturiert. Von allen Impfstoffen ist ein bisschen was dort. Vieles in der Touristikbranche liegt allerdings noch brach. Wir hoffen, dass es 2022 wieder einigermaßen normale Verhältnisse sind, sodass wir runterfliegen können“, berichtet Arthur Rohlfing. Wie ist die Situation an den Schulen? Distanzunterricht bedeute in Namibia, dass die Aufgaben per Whatsapp verschickt werden und wer keine elektronische Empfangsmöglichkeit hat – keine Leitung oder kein Gerät – der nennt den nächsten Empfänger, vielleicht den Nachbarn. „Da ist eine große gegenseitige Hilfe. Ich bewundere, wie die Namibier das meistern, wie sie aufeinander achten.“ sis

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