Heute geben die Damen den Ton an

Wurzeln des Gemischten Chores Neuenkirchen reichen zurück zum Männergesangverein

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Vorstandsmitglieder des Gemischten Chores Neuenkirchen in dessen Archivraum im Dorfgemeinschaftshaus: Gisela Müller, Marita Möller, Vorsitzende Anja Schwitalla (mit einer Ehrenmitgliedsurkunde aus dem Jahr 1911) und zweite Vorsitzende Carmen Flegel (von links).

Neuenkirchen - Einige singende und musizierende Gäste haben für das Fest am Samstag, 17. Juni, ab 14 Uhr im Neuenkirchener Dorfgemeinschaftshaus bereits zugesagt – die Mitglieder hoffen, dass dann auch viele Einwohner und weitere Interessierte mit ihnen das 125-jährige Bestehen des Gemischten Chores Neuenkirchen feiern.

Den Auftakt der Vorbereitungen auf das Jubiläum bildete bereits im vergangenen Jahr die von Volksbank und Sparkasse unterstützte Renovierung des Archivraums des Chores im DGH. Als Zeugnisse der Vereinsgeschichte finden sich hier unter anderem Notensätze für 267 Lieder, „brandneue“ – und solche, die der Männergesangverein Harmonie erklingen ließ, zu dem die Wurzeln des Gemischten Chores zurückreichen.

Frauen wurden nach dem Ersten Weltkrieg erstmals aufgenommen

Der Männergesangverein wurde 1892 aus der Taufe gehoben, als „Gründungsvater“ nennt die Chronik Hermann Hoopmann aus Hoope, auf den Lehrer Hermann Weimer aus Göddern folgte. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Heinrich Rendigs den Vorsitz, und nun wurden auch Frauen in den Verein aufgenommen. In der Zeit des Nationalsozialismus kam es zu Spannungen im Chor, der 1937 seine Aktivitäten einstellte. 1948 erfolgte die Wiedergründung als Gemischter Chor Neuenkirchen, als Vorsitzender wurde der Zimmermeister Fritz Tönnies gewählt.

Die Aufnahme zeigt den Gemischten Chor bei einem Auftritt im Jahr 1957, die Leitung hatte damals Günter Henze, der bei der Neugründung 1948 zum „Chormeister“ gewählt worden war.

Ein „Kind“ des Chores ist die plattdeutsche Theatergruppe „Neenkarkner Dörpspeeler“, die seit 2000 als Verein auf eigenen Füßen steht. Anfang vergangenen Jahres entstand die Projektgruppe „KLANG“, deren Mitglieder sich monatlich zum Mundharmonikaspiel treffen. 

Dem Chor mangelt es derzeit an männlichen Stimmen

Die Chorleitung lag seit jeher in den Händen von Lehrern, zuletzt in denen von Heinz Sassenhagen, bis dann 2006 Inge Nickel diese Aufgabe übernahm. Drei Jahre später trat mit Helgard Patemann-Hinz erstmals eine Frau den Vorsitz an. Im Februar dieses Jahres wählten die Sängerinnen und Sänger Anja Schwitalla als neue Vorsitzende.

Mit knapp über 40 ist Anja Schwitalla fast das jüngste der Mitglieder (27 fördernde, 24 aktive Sängerinnen und Sänger), „die meisten sind um die 50 und älter. Unser ältester aktiver Sänger ist Otto Brinkmann, er wurde im Februar 90 Jahre alt“, stellt die Vorsitzende fest. Nach jüngsten gesundheitsbedingten Ausfällen geben aktuell nur drei Männer dem Chor ihre Stimme.

Da wäre Verstärkung sicherlich willkommen? „Unbedingt!“, spricht Anja Schwitalla eine herzliche Einladung an alle (selbstverständlich auch Frauen) aus, die Spaß am Singen haben, unverbindlich ein Treffen des Chores (mittwochs um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus) zu besuchen. Das kommt selten vor, räumt sie unumwunden ein. Das Problem, kaum gesanglichen Nachwuchs zu finden, teilt der Neuenkirchener mit vielen Chören. 

Und so sind die Vorsitzende und ihre ebenfalls neu gewählte Stellvertreterin Carmen Flegel nicht nur angesichts des bevorstehenden Jubiläums froh, auf die Unterstützung der langjährigen Vorstandsmitglieder zählen zu können. „Viele denken, dass hier ausschließlich Volkslieder und Choräle gesungen werden“, weiß Anja Schwitalla. „Wir versuchen aber auch, Neues ins Repertoire aufzunehmen. Es soll schon frischer Wind rein“, wünscht sie sich, „aber behutsam, nicht von heute auf morgen.“

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