Schwaförden: Samtgemeindebürgermeister kandidiert für fünfte Amtszeit

Helmut Denker: Ohne Parteibuch, verlässlich

Helmut Denkersitzt am Schreibtisch in seinem Büro, über das er sagt: „Das Zimmer hält mit mir aus.“
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Helmut Denker in seinem Büro, über das er sagt: „Das Zimmer hält mit mir aus.“

Schwaförden – „Ich bin hier geboren – ich lebe und arbeite gerne hier. Die Samtgemeinde Schwaförden ist meine Heimat“: Diese Antwort gab Helmut Denker einst auf die Frage, warum er gerne in der Samtgemeinde wohne.

Der Chef der Verwaltung weiß ein junges motiviertes Team um sich herum. Und sagt über sich: „Ich fühle mit fit und gesund.“

Grund genug, um im kommenden Jahr erneut, zum fünften Mal, anzutreten bei der Wahl zum hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeister. Nach Gesprächen mit den Fraktionsvorsitzenden, die ihm ihre Unterstützung zugesagt hätten, hätte er sich nun für eine erneute Kandidatur entschieden.

Nach gut 23 Jahren im Amt ist Helmut Denker, 57 Jahre alt, nicht amtsmüde. Als parteiloser Kandidat („Nein, ich habe wirklich kein Parteibuch“) geht es ihm um die Sache.

Kein Firlefanz, kein eloquentes Drumherumreden, kein hipper Auftritt in einem neumodischen Online-Portal: Verwaltungs-Alltag bedeutet trockene Zahlen, Vorschriften und Paragrafen für rechtssichere Pläne – und damit eine Verlässlichkeit, die mancher erst zu schätzen weiß, wenn sie ihm selbst gilt.

Thema Kinderbetreuung

Fünf Jahre würde eine weitere Amtsperiode ihm Zeit geben, das eine oder andere Projekt, zusammen mit Politik, abzuwickeln. Was wären denn, ohne Blick auf Corona, die Top-Drei-Themen? „Man weiß ja nicht, was auf einen zukommt“, beginnt Denker. Und nennt dann doch zuerst die Kinderbetreuung. Mit dem Neubau des Kindergartens in Neuenkirchen sei gerade eine neue Einrichtung an den Start gegangen.

Ob das Angebot in der Samtgemeinde allerdings mittelfristig reiche oder ausgeweitet werden müsse, bleibe abzuwarten. Bauplätze in der Samtgemeinde sind nachgefragt, junge Familien würden die Warteliste für Kinderbetreuung verlängern.

Investitionen stehen bereits auf dem Plan: Die Erschließung neuer Baugebiete sowie die laufende Flurbereinigung Neuenkirchen.

Doch auch die Liegenschaften der Samtgemeinde rückt ihr Verwaltungschef in den Vordergrund.

Geplant war, dass sich der Samtgemeinderat dieser annimmt. Es gelte, mittelfristig den Investitionsbedarf zu ermitteln für die Unterhaltung der Gebäude.

Thema Investitionen

Auch das Rathaus? „Auch das Rathaus“, bestätigt Denker. Hier sei 1988 der letzte Anbau erfolgt. Doch, es reiche vom Platz her aus und auch das Kabel für den Breitbandanschluss lugt schon aus dem Boden.

Aber beim genauen Blick auf die Tapete könnte auch das Büro des Verwaltungschefs einen Anstrich vertragen. „Mein Zimmer hält mit mir aus“, wiegelt Denker ab. Spannender wäre zu wissen, wie sich die neue Förderperiode der EU auswirke. Es werde nicht mehr so viel Geld in den Wegebau fließen.

Ungünstig für die ländliche Samtgemeinde, samt ausgiebigem Wegenetz.

Froh sei er über die Grundversorgung in Ehrenburg und Schwaförden. In Sudwalde sei die Sicherstellung nicht gelungen, aber alles könne die Gemeinde auch nicht stemmen.

Dass an allen Ecken und Enden derzeit gebuddelt werde, um die Breitbandversorgung sicherzustellen, sei erfreulich. Weniger die 75 roten Punkte in den weißen Gebieten, jene Bereiche, die als unwirtschaftlich gelten. „An dem Thema müssen wir noch arbeiten.“

Thema Zentralklinik

Eigentlich will sich der Verwaltungschef nicht zur Zentralklinik äußern, denn „den Hut auf hatte der Kreistag und der hat entschieden.“ Die Samtgemeinde Schwaförden hatte ein Areal in Neuenkirchen angeboten, damit aber keinen vorderen Platz belegen können. „Ich hätte mir durchaus ein anderes Verfahren vorstellen können, als das, was gelaufen ist. Aber ich kann es nicht ändern.“

Corona. Das Handwerk betreffe die Krise wohl eher nicht – aber die Gaststätten. Laut Denker seien die in der Samtgemeinde zumeist im Eigentum der Gastwirte. Wenn keine Pacht zu zahlen sei, sei die Krise vielleicht länger aushaltbar.

Thema Corona

Aber er wisse auch, dass die Stimmungslage gedrückt sei, nicht nur bei den Gastronomen. Bei allen, so ganz ohne Vereinsgeschehen, das einen Großteil des Freizeitangebotes ausmache. „Ich hoffe, dass sich das bald wieder zum Positiven wendet“, sagt Helmut Denker. „Wir müssen da gemeinsam durch.“

Die Samtgemeinde gehört oft genug zu den Kommunen, deren Zahl der Infizierten mit unter fünf Personen angegeben wird. Wie geht das? „Es ist ein Zeichen, dass sich die Bürger vorbildlich verhalten, was die Schutzmaßnahmen betrifft. Nein, es wird nicht gemauschelt. Und es kann sich auch von heute auf morgen ändern. Ich bin froh, dass wir bisher so glimpflich davongekommen sind.“

Thema Ärztliche Versorgung

Stichwort ärztliche Versorgung: „Die könnte besser sein“, sagt Helmut Denker. Stichwort Wirtschaft: „Es bringt nichts, Planungen für die grüne Wiese zu machen. Wenn konkrete Anfragen da sind, helfen wir gerne. Es gilt aber auch, das, was wir haben, am Leben zu halten.“

Und das, was an Geldern gespart wird, nicht mit vollen Händen auszugeben, sondern parat zu halten für den Fall, dass es gebraucht wird. Etwa, um Projekte gegenzufinanzieren, für die Zuschüsse bewilligt werden.

Der Rückhalt aus der Politik bedeute einen Vertrauensbeweis, freut sich Helmut Denker.

Gleichwohl wisse er, dass die Bewerbungsfrist noch laufe und es weitere Mitbewerber geben könnte. Der passionierte Jäger zuckt mit den Schultern und sagt: „Ich versuchs nochmal. Der Wähler entscheidet.“

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