2019 ist Jahr des Jubiläums

Ein Blick zurück - zu Bensens 950. „Geburtstag“

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Heinrich Meyers Leidenschaft ist die Heimatforschung – der 76-Jährige ist Autor der Chronik „Sudwalde Bensen Menninghausen – Die Geschichte unserer Dörfer“.

Bensen - Die Einwohner von Bensen haben mit den Planungen für ein besonderes Jubiläum begonnen: Für Ende August 2019 bereiten sie die 950-Jahr-Feier ihres Dorfes, seit 1974 Ortsteil der Gemeinde Sudwalde, vor.

Heinrich Meyer, passionierter Hobby-Heimatforscher und selbst ein Bensener, unternimmt im Interview einen Streifzug durch die Geschichte, die Fragen stellte Andreas Behling.

Der 11. Juni 1069 wird als Bensens „Geburtstag“ genannt – in welcher Urkunde ist das Dorf erstmals erwähnt worden?

Ausgestellt hat sie der Erzbischof Adalbert von Hamburg und Bremen. Der Inhalt besagt, dass die Kanonissin Gisla dem Erzbischof ihre Güter zu Alt-Bücken und Staffhorst geschenkt hat. Im Gegenzug bekam sie von ihm auf Lebzeit den Zehnten, also die Kirchensteuer, der Dörfer Rittrum – und „Benninhusen“.

Welche Bedeutung hat der Ortsname?

Benninhusen, woraus später Bensen wurde, kommt wahrscheinlich von Benedikt. Bensen hatte schon sehr früh eine enge Beziehung zu den Benediktinern in Bremen.

Gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, wann hier die erste Siedlung entstand?

Es gab ja in Bensen einige Hügelgräber, 1841 erfolgten hier Ausgrabungen. Die Funde, vor allem Urnen, sind an das spätere Landesmuseum in Hannover gegangen – und dann im Zuge eines Neubaus verschwunden. Aus welcher Periode sie genau stammten, ist schwer zu sagen.

Hat Bensen im Laufe seiner Geschichte berühmte Persönlichkeiten hervorgebracht?

So spontan... (lacht), außer mir keine.

Was würden sie als herausragendstes Ereignis in der Historie des Ortes nennen?

Wohl die sogenannte „Bauernbefreiung“. Die Bauern mussten ja ihren Grundherren auf deren Höfen dienen. Durch die Gesetze, die im damaligen Königreich Hannover 1834 erlassen wurden, konnten sie sich relativ günstig freikaufen.

Wie hat sich Bensen in den zurückliegenden Jahrhunderten verändert?

Bensen war immer ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Ursprünglich gab es die Meierhöfe, dann die Kötner- und Brinksitzerhöfe, deren Gründung bis zum Dreißigjährigen Krieg abgeschlossen war. Danach blieb die Aufteilung konstant bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als sich die Bauernbefreiung und die Aufteilung des genossenschaftlich organisierten Oberwaldes auswirkten. Um 1860 setzte eine Auswanderungswelle ein – Chicago hat übrigens einen Vorort namens Bensenville, bis vor wenigen Jahren bekannt für den größten Flughafen der Welt. Aus den USA sind Besucher hier gewesen, die die Spuren ihrer Vorfahren bis hierher zurückverfolgt haben. Die wohl größte Einwohnerzahl hatte Bensen nach dem Zweiten Weltkrieg: 1950 waren es 299, zur Hälfte Flüchtlinge und ausgebombte Familien.

Welches ist das älteste noch existierende Gebäude in Bensen?

Entweder die Scheune auf dem Hof Sudhop oder die auf dem Hof Morische, beide wurden Anfang des 17. Jahrhunderts gebaut.

Vor 50 Jahren begingen die Bensener schon einmal ein Jubiläum – wie lief die 900-Jahr-Feier ab?

Der 1908 gegründete Schützenverein Bensen-Eitzen, der wesentlich das Dorfleben trägt, richtet seit den Fünfzigern jährlich ein Rehbock-Essen aus, für das die Jagdpächter das Fleisch stiften. Damals noch in der Gastwirtschaft Brümmer-Früchtenicht, die 1984 geschlossen wurde, hat man das Rehbock-Essen mit der Jubiläumsfeier verbunden. Aus den ehemaligen Stallungen der Gastwirtschaft entstand 1996 das Schützenhaus.

Was zeichnet für Sie das Leben in Bensen aus?

Es gibt hier eine gute Gemeinschaft, man hilft sich. Wir alleine, mit unseren gut 100 Einwohnern, könnten nicht viel aufstellen – aber es war immer so, dass wir viel Zuspruch von den Nachbardörfern haben, aus denen die Leute gerne nach Bensen kommen. Woanders spricht man vom Sterben der Dörfer, aber aktuell ist es so, dass wir auch sehr viele jüngere Einwohner haben.

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