Flurbereinigung Scholen findet ihren offiziellen Abschluss

„Hat Maßstäbe gesetzt“

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Die Exkursion führte die Teilnehmer der Abschlussfeier zum kleinen Rastplatz an der Straße Voigtshausen, der im Rahmen der Flurbereinigung entstand – an die erinnert nun ein beschrifteter Findling. 

Scholen - Viele Akteure trugen dazu bei, dass die Flurbereinigung in der Gemeinde Scholen „in vielfacher Hinsicht Maßstäbe gesetzt“ hat, wie es Christian Schönfelder, Dezernatsleiter Flurbereinigung und Landmanagement beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Leine-Weser, am Dienstmorgen formulierte: Er begrüßte, gemeinsam mit Hans-Günther Jahn, dem Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft, die geladenen Gäste zur Feier, mit der das Verfahren nach 13 Jahren seinen offiziellen Abschluss fand.

Insgesamt rund 3 151  000 Euro – seitens Bund, Land und Europäischer Union, seitens der Gemeinde, des Landkreises und der Flächeneigentümer und von weiteren Partnern – flossen in das Mammutprojekt, dessen wesentliches Ziel die Verbesserung der Agrarstruktur, etwas durch Flächentausch, war. 34,3 Kilometer an befestigten Wegen entstanden, 12,3 Kilometer an nicht mehr benötigten wurden rekultiviert. Doch die von Schönfelder genannten Maßstäbe setzte das Verfahren im Bereich das Natur- und Landschaftsschutzes, wie Projektleiter Joachim Delekat vom ArL den Gästen im Rahmen einer gut einstündigen Busfahrt vor Augen führte. Wesentlich hier die Wiedervernässung von Flächen im Bereich Geestmoor/Todtenbruchsmoor, durch Staumaßnahmen an der Kleinen Aue, ferner wurden unter anderem verlandete Schlatts renaturiert, Feldhecken und Baumreihen gestaltet, die Gewässerrandstreifen der Sule entwickelt. Neu war der Umfang dieser Maßnahmen, beispielhaft für spätere Flurbereinigungen. Allerdings lagen die Flächenpreise bei Verfahrenseinleitung 2004 noch deutlich niedriger – dennoch ist Joachim Delekat sicher: „Es wird immer Chancen und Möglichkeiten geben.“

Die Fahrt führte zum kleinen Rastplatz für Wanderer und Fahrradausflügler an der Straße Voigtshausen, der im Rahmen der Flurbereinigung entstand: Hier wurden ein Findling, dessen Inschrift der Flurbereinigung Scholen ein Denkmal setzt, und eine Informationstafel enthüllt.

Hans-Günther Jahn, Cord Bockhop und Karl-Heinz Schwenn enthüllen die Info-Tafel (von links).

Helmut Denker, Bürgermeister der Samtgemeinde Schwaförden, erinnerte daran, dass der Gemeinderat Scholen bereits 1999 beschlossen hatte, die Flurbereinigung zu beantragen und später dafür 300 000 Euro aus dem Gemeindesäckl zur Verfügung stellte, auch für die Teilnehmer sei das Projekt „nicht ganz kostenlos“ gewesen, dass er als „Investition in die Zukunft der Landwirte“ bezeichnete. Die Gemeinde könne sehr froh über das Erreichte sein. Denkers Dank an alle Akteure, vor allem die des ArL, für ihr Engagement schloss sich Scholens Bürgermeister Karl-Heinz Schwenn an. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde im Rahmen des Verfahrens die Fläche erwerben konnte, auf der die Erweiterung der Grundschule und der Turnhallenbau realisiert wurden – frustrierend sei allerdings, dass man es nicht hinbekommen habe, zwei kleine Wiesen als Baugrund zu bekommen. „Wir stehen hier nicht im Urwald, sondern in Kulturlandschaft“, betonte Landrat Cord Bockhop. „Ziel war es, die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft zu erhalten.“ Dennoch seien „wunderschöne Inseln“ der Natur entstanden – Bockhop forderte alle Beteiligten auf, sich nun auch für deren Erhalt zu engagieren. Unterschiedliche Interessen und Wünsche habe man unter einen Hut bringen und Konflikte lösen müssen: „Ich danke allen, die sich dieser Diskussion gestellt haben.“ Der Interessensausgleich sie hier besonders gut gelungen, stellte Landtagsvizepräsident Karl-Heinz Klare fest, der zu Beginn der Bemühungen um die Flurbereinigung als Vermittler zwischen Scholen und Hannover fungiert hatte. Auf die erheblichen Natur- und Landschaftsschutzmaßnahmen in diesem Verfahren „können die Landwirte stolz sein.“

Stoßen auf den erfolgreichen Abschluss an: Joachim Delekat, Hans-Günther Jahn, Cord Bockhop.

Vor dem Essen im Anstedter „Dorfkrug“, den seine Ehefrau Susanne betreibt, erinnerte Hans-Günther Jahn humorig an die Ursprünge der Flurbereinigung. Seine Idee dazu sei „aus Neid“ entstanden, angesichts des Modellvorhabens im benachbarten Schwaförden. Bei einer Reihe von Mitstreitern bedankte sich Jahn mit persönlichen Worten – ihm selbst überreichte Christian Schönfelder für sein großes Engagement eine eigens gestaltete Urkunde. 

 ab

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