„Wall Street Theatre” begeistert Publikum in Schmalförden mit „Frog’n’Chips“

Große Show auf kleiner Bühne

Andreas Wiegels und Christian Klömpken vom „Wall Street Theatre“ lieferten eine großartige Show aus Komik und Akrobatik. - Foto: mks

Schmalförden - Mit einem Abend der Extra-Klasse beendete KulturGut Ehrenburg und umzu am Samstag im Gasthaus Kastens seine Saison. Herr Schultze und Herr Schröder alias Andreas Wiegels und Christian Klömpken vom „Wall Street Theatre“ lieferten eine großartige Show aus Komik und Akrobatik. Schmalförden, „our favourite town – no: favourite village“, schien für einen Abend lang der Nabel der Comedy-Welt zu sein.

Die Gentlemen im Nadelstreifen-Anzug – herausgeputzt mit Pomade, Hornbrille und Sockenhalter – hatten die Zuschauer von Beginn an auf ihrer Seite. Und mit einem besonders gut gelaunten Gast nach wenigen Minuten einen Bühnenarbeiter und „official Übersetzer“. Ein Platz in der ersten Reihe war nicht nur wegen der halsbrecherischen Performance ein gefährliches Pflaster.

Mehrsprachiges Plaudern aus dem Nähkästchen

Mehrsprachig plauderten die Gentlemen schwarzhumorig, selbstironisch und respektlos aus dem britischen Nähkästchen. Die Evolutionsgeschichte 2.0: Die Wiege der Menschheit steht in Afrika, die der Briten in Australien. Die Ureinwohner setzten seinerzeit die Segelohren und landeten als „Windsurfs“ in England.

In der Reihe ihrer Nachkommen – gekreuzt mit Schaf Dolly, einer Kanne Tee und einem Boulevardjournalisten: Prinz Charles, dessen bemerkenswerteste Erfindung, eine königliche Winkmaschine, Schultze und Schröder mit Wäscheklammern an den Ohren sogleich vorführten.

Die kleine Bühne und die niedrige Deckenhöhe nahmen die Herren sportlich: „Je schwieriger der Raum, desto geiler die Show.“ Sie begeisterten mit Zauber- und Jonglier-Nummern, aber auch mit aberwitzigen, von exzentrischem Minenspiel begleiteten Verrenkungen: Dass sich Herr Schröder wie das sprichwörtliche Kamel durchs Nadelöhr durch einen unbespannten Tennisschläger zwängte, war einer der vielen Höhepunkte der Show.

Vielseitige Tanzeinlagen

Special guest der Bühnenkünstler war Froschçois le Frog, der als einziger seiner 95-köpfigen Sippschaft dem Kochtopf von Paul Bocuse entsprungen ist. In punkto Sprachwitz und Körperbeherrschung stand er den Herren in Nadelstreifen in nichts nach. Trapeznummern oder Einsätze als weißer Wal meisterte er mit Bravour. Und als patriotischer Franzose gab er den Briten Kontra: „Gott lebt in Frankreich. Nach England kommt er nur ab und zu vorbei um zu schauen, ob es richtig war, euch dort auszusetzen.“

Tanzeinlagen von Breakdance, Hip-Hop und Macarena bis – auf Wunsch von Anneliese aus dem Publikum – Dirty Dancing rundeten die überaus unterhaltsame Show des „Wall Street Theatres“ ab. Mit dem Song „Arrivederci“ schickte das Duo die Gäste an die Bar: „Haut endlich ab, Anneliese zahlt die Zeche“: Die rund 70 Zuschauer holten sie mit donnerndem Applaus zurück auf die Bühne.

Von den Gastgebern dekoriert mit dem traditionellen Bio-Käse-Oscar für weltbeste Künstler verabschiedeten sich Schultze und Schröder als mit Seifenblasen bewaffnete Mafiosi auf die „harte Tour“. Ihr schelmisch-trockenes Lob an die Fans: „Schmaldorf ist ein Kaff, aber es ist gut hier.“

mks

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