Treffen der Gruppe „Mittendrin in Ehrenburg“

Wie geht es weiter mit „Molly’s Frischemarkt“?

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Aufgrund der großen Resonanz wurde das Treffen in Saal des Gasthauses verlegt.

Ehrenburg – „Molly gibt das Lebensmittelgeschäft auf“: Unter dieser Überschrift hatte Bürgermeister Hans-Jürgen Schumacher zum „Mittendrin“-Treffen eingeladen. Die Frage nach der Zukunft der wohnortnahen Grundversorgung zog so viele interessierte Einwohner, dass die Gastgeber die Versammlung auf den Saal der Gaststätte Horstmann verlegen mussten.

Aus gesundheitlichen Gründen hätten sie und ihr Ehemann Horst sich schweren Herzens dazu entschlossen, den Laden zum Jahresende aufzugeben, sagte Marie-Luise „Molly“ Heider: „Wir möchten, dass es irgendwie weitergeht – nicht nur wegen der fünf Arbeitsplätze, die an dem Geschäft hängen.“ Wirtschaftliche Überlegungen hätten keine Rolle gespielt: „Wir haben vor zwei Jahren umgebaut; das hätten wir nicht, wenn sich der Betrieb nicht lohnen würde.“ Potentiellen Nachfolgern sagte sie Unterstützung zu.

Als Gast berichtete Jürgen Leseberg, Bürgermeister aus Linsburg, von dem Projekt „Dorfladen“ in seiner Gemeinde. Die Infrastruktur in dem 1 000-Seelen-Ort war nach und nach weggebrochen; nachdem der letzte Gastwirt „das Licht ausgemacht“ hatte, kaufte die Gemeinde die Immobilie und betreibt darin seit Sommer 2015 ein Ladengeschäft mit Café und Saalvermietung. „Wir haben großen Erfolg und schreiben mittlerweile schwarze Zahlen“, sagte Leseberg, der auch Vorsitzender des wirtschaftlichen Trägervereins ist.

Die Ausgangslage in Linsburg sei weit dramatischer gewesen als die in Ehrenburg, stellte er fest: „Es ist einfacher, etwas Bestehendes zu erhalten als bei Null anzufangen.“ Die privatwirtschaftliche Weiterführung des Geschäfts ist in Ehrenburg zunächst „Plan A“. Sowohl Ulrike und Henning Albers, die seit zweieinhalb Jahren die Lebensmittelläden in Mellinghausen und Schwaförden betreiben, als auch Gaby und Jens Gronemeyer aus Ehrenburg zeigten am Montag vorsichtiges Interesse an einer Übernahme.

Aus der Mitte der Runde wurde angeregt, dass die Gemeinde das Ladengeschäft erwirbt und den Nachfolgern von Molly und Horst Heider zu günstigen Bedingungen verpachtet. „Unterschätzt den Gemeinderat nicht“, sagte Hans-Jürgen Schumacher: „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und in dieser Beziehung weiter, als ihr glaubt.“ Diskutiert wurde auch die Möglichkeit, Gelder durch Anteilsverkäufe zu akquirieren; das würde finanzielle, aber auch ideelle Unterstützung bedeuten.

Von dem Bestand des Lebensmittelgeschäfts hängt der Wert unserer Gemeinde ab“, sagte Volker Schmidt, Sprecher der örtlichen Unternehmerinitiative: „Wenn es schließt, verlieren wir mehr als eine Einkaufsmöglichkeit.“ Birgit Keithahn (Gaststätte PAGA) appellierte, positiv an das Thema heranzugehen: „Wir sollten kommunizieren, dass es weitergeht!“

Konkretes Ergebnis des Treffens: Am 27. Mai setzen sich Molly und Horst Heider mit potenziellen Nachfolgern und dem Gemeinderat – sechs von dessen elf Mitgliedern waren am Montagabend unter den Gästen – zusammen. Hans-Jürgen Schumacher sagte zu, dass eine mögliche finanzielle Beteiligung Thema der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses sein wird.

Neben der Initiative der Kommune ist die Dorfgemeinschaft gefragt; das wurde am Montag klar artikuliert: „Angebote halten sich nur, wenn sie genutzt werden.“  mks

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