„Ganz lange Sommerferien“

Leiterin der Drei-Freunde-Grundschule tritt im Juni Ruhestand an

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Irmtraud Pallasch vor einem Schild mit dem Schullogo der Drei-Freunde-Grundschule, das Helme Heine gestaltet hat. 

Scholen - „Wo gehst Du denn hin, wenn Du in Rente gehst?“ Danach erkundigten sich jetzt bei Irmtraud Pallasch die Erstklässler am Standort Sudwalde der Drei-Freunde-Grundschule Scholen. „Wir haben uns das dann als ganz lange Sommerferien vorgestellt“, nennt die Schulleiterin lächelnd die Antwort. „Eine schöne Frage, hoch philosophisch. Das liebe ich, wenn Kinder ihre Vorstellungen in Worte fassen.“

Daran hat sich auch in 37 Jahren im Schuldienst nichts geändert – die Entscheidung für diese Laufbahn, die für sie mit diesem Schuljahr endet, bereut sie nicht, sagt die 63-Jährige. „Ich merke, dass ich mehr Zeit für die Dinge brauche, auch zur Regeneration“, begründet sie, warum es nun Zeit für den Ruhestand werde. „Nach der Zusammenlegung mit der Grundschule Sudwalde sollte erst alles richtig laufen, und das tut es jetzt. Also, bevor die nächsten großen Baustellen kommen...“ „Baustellen“ hatte ihr die Umstrukturierung der Schullandschaft in der Samtgemeinde Schwaförden einige zu bieten.

Nach ihrer Ausbildung und zwei Jahren als Lehrerin an der Orientierungsstufe Erichshagen (Nienburg) bat Irmtraud Pallasch um Versetzung, um nicht mehr so weit fahren zu müssen – Ehemann Bernd arbeitete in Bremen, heimisch wurde das Paar in Syke. „Ich wurde 1982 nach Schwaförden abgeordnet, musste suchen, wo das ist...“ An ihrer Arbeit an der dortigen Orientierungsstufe lernte sie bald die Zusammenarbeit mit der Grundschule zu schätzen, in einem gemeinsamen Lehrerzimmer tauschten sich die Kollegien aus, entwickelten zusammen Methoden. 1983 kam Tochter Ann-Kathrin zur Welt, und als 1986 Kristina folgte, ließ sich Irmtraud Pallasch aus familiären Gründen beurlauben. Als sie 1989 zurückkehrte, wurde sie Lehrerin an der Grundschule Schwaförden, im August 2003 dann deren Rektorin – im Februar des darauffolgenden Jahres kam die kommissarische Leitung der Grundschule Sudwalde hinzu, die sie wahrnahm, bis 2005 Elke Meyer dort Rektorin wurde. Und Irmtraud Pallasch die Grundschulen Scholen und Schwaförden leitete: In dem Jahr wurde die Zusammenlegung der Standorte Ehrenburg, Schwaförden und Scholen bereits vorbereitet, die 2006 erfolgte. „Und seit 2007 heißt die Schule Drei-Freunde-Grundschule.“ Die Anregung dazu kam aus einer Klasse, die sich mit den Geschichten von Helme Heine befasste: „Drei Freunde für die drei Standorte, oder auch für Kinder, Eltern und Lehrer – das passte, und als ich Helme Heine kontaktiert habe, hatte er nichts dagegen, er hat uns sogar das Schullogo gestaltet. Später auch das für den Hort Mullewapp.“ Der Anbau an die Grundschule, die neue Turnhalle, der neue Hort, ein neuer Schulhof – auch räumlich hat sich in Scholen viel getan.

„Wir haben dann das Beste daraus gemacht“

Gegen die Zusammenlegung habe man sich in Schwaförden lange gesperrt, „mit dem Argument ,kurze Beine, kurze Wege‘. Und gerade dort klappte die Zusammenarbeit mit der weiterführenden Schule ja so gut. Ein richtiger Freund der Zusammenlegung bin ich nie geworden“, bekennt Irmtraud Pallasch. „Aber wenn man nur fünf Kinder in einem Jahrgang hat, kann man ihnen nicht den Unterricht bieten, den sie brauchen. Wir haben dann das Beste daraus gemacht, und die Eltern haben gesehen, dass ihre Kinder gut lernen.“ Die zu Beginn des aktuellen Schuljahres erfolgte Zusammenlegung (die ersten und zweiten Klassen werden in Sudwalde, die dritten und vierten in Scholen beschult) sei für die Eltern und Kinder weniger problematisch gewesen, „problematisch war sie für das Kollegium. Das bleibt auch eine Herausforderung, trotz der zwei Standorte das Wir-Gefühl zu stärken.“

Gefragt, was ihr negativ in Erinnerung bleiben wird, nennt Irmtraud Pallasch „die Dinge aus Hannover, die so realitätsfern sind.“ Etwa die Inklusion: „Eine gute und wichtige Idee, die auf dem Rücken der Kinder, Eltern und Lehrer kaputt gemacht wird.“ Zu wenige Förderstunden, zu wenige Förderlehrkräfte – was die vorhandenen mit Herzblut ausgleichen würden. Womit Irmtraud Pallasch zum Positiven kommt: Engagierte Eltern, die sich einbringen, große Unterstützung durch den Förderverein, das Kollegium und die Mitarbeiter, den Schulträger...

Wer die Nachfolge antritt, steht noch in den Sternen, kommissarisch übernimmt Renate Mohrmann die Schulleitung. „Lehrerin und Schulleiterin – das sind wirklich zwei verschiedene Berufe. Aber alle im Kollegium haben ihr Unterstützung zugesagt, Schulsekretärin Imke Kruse kennt sich in vielen Bereichen bestens aus. Und ich bin ja auch nicht auf dem Mond, wenn es Fragen gibt.“ Das grenzt schon mal ein, „wohin“ sie in Rente geht... 

 ab

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